Tourismus : Dickes Plus bei Übernachtungen

Im Vergleich zum Vorjahr hat Kappeln, was die Zahl der Übernachtungsgäste anlegt, deutlich zugelegt. Das sagt die OFS. Die Tourismusorganisation will zudem das eigene Profil der Stadt schärfen.

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21. November 2013, 12:30 Uhr

Weil Wirtschaft und Touristik in Kappeln neben dem Touristikverein und der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH auch vom Wirtschaftskreis „Pro Kappeln“ (WPK) und von der Ostseefjord-Schlei-GmbH (OFS) geprägt werden, sprachen Vertreter der beiden letztgenannten Organisationen jüngst ebenfalls vor dem städtischen Ausschuss für Wirtschaft und Touristik.

Für den WPK stellte dessen Vorsitzender Stefan Lenz den Ausschussmitgliedern das Projekt „Vision Kappeln“ vor, an dem der WPK schon eine ganze Weile arbeitet. Und auch jetzt betonte Lenz: „Es ist nicht kurzfristig zu realisieren.“ Im Fokus stehen dabei Überlegungen, was die Stadt tun muss, um langfristig bestehen zu können, um Perspektiven zu entwickeln, um auch in zehn Jahren noch attraktiv zu sein. Dabei spiele auch der Blick auf die gesamte Region eine Rolle. Als Stichworte nannte Lenz etwa Wohnraum, Arbeitsplätze, Hotels, Gewerbeflächen. Auch die Angelner Dampfeisenbahn ist für den WPK von Bedeutung, allerdings: „Die Bahn hat nur eine Perspektive, wenn sie auf professionellen Füßen steht und sich alleine trägt“, sagte Lenz. Deshalb habe der WPK mit Hilfe weiterer Städte, Gemeinden und Ämtern eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht, die die Möglichkeiten der Bahn abklopfen soll. Intensiv habe sich der WPK zudem in der Vergangenheit mit den Heringstagen beschäftigt. Ziel sei nach wie vor, das Fest wieder verstärkt im Leben der Bürger zu etablieren.

Auf Nachfrage von Stadtvertreter Thomas Grohmann (CDU), für wie realistisch es der WPK halte, in Kappeln tatsächlich größere Produktionsbetriebe anzusiedeln, legte sich Lenz eher auf andere Schwerpunkte fest. Kappelns mögliche Stärken sah der WPK-Vorsitzende etwa in der Dienstleistung, beim Thema Gesundheit und Wasser. Stadtvertreter Matthias Mau (CDU) wünschte sich derweil, dass sich mehr Mitglieder dem WPK anschließen mögen. Mau: „Es sind immer noch zu wenig, die teilnehmen. Wenn der WPK 40 Prozent der Kappelner Betriebe abdeckt, ist das viel.“ Stefan Lenz formulierte noch ein anderes Begehr: Er bat Politik und Verwaltung darum, den WPK bei relevanten Themen frühzeitig mit einzubinden. Lenz mit einem Augenzwinkern: „Sie dürfen unser Wissen gerne mit nutzen.“

Danach präsentierte OFS-Geschäftsführer Max Triphaus das ausklingende Jahr aus dem Blickwinkel der Lokalen Tourismusorganisation. Demnach habe die OFS über 240.000 Euro – gezahlt von den Mitgliedskommunen – verfügen können, um die Schleiregion als Ganzes zu vermarkten. Wichtiges Vehikel: das Urlaubsmagazin, in dem laut Triphaus mehr als 1000 Objekte zu finden sind. Für die nahe Zukunft plant die OFS unter anderem den Onlinevertrieb zu verstärken, Last-Minute-Angebote auf der Website zu platzieren, Erlebniskarten zu entwickeln und bis Jahresende eine mobile Website aufzubauen. Und dann legte Triphaus Zahlen vor: Danach hat die OFS von Januar bis Oktober in Kappeln 14.160 Übernachtungen gezählt, ein Plus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In der Touristinfo Mühle „Amanda“ sind 27 885 Besucher aufgelaufen (plus 24,2 Prozent). Interessant: In allen OFS-Touristinfos der Region sind von Januar bis Oktober 43.862 Besucher erschienen – davon also allein fast zwei Drittel in der Mühle. Derzeit betreut die OFS nach eigenen Angaben 114 Kappelner Vermieter mit 314 Objekten.

Für 2014 hat sich Triphaus die Stabilisierung der OFS vorgenommen, dazu gehört in erster Linie, die Touristikvereine Kappeln und Geltinger Bucht ins Boot zu holen, gleiches gilt für die Gemeinden Kosel und Brodersby in Schwansen. Triphaus: „Wir können es uns nicht leisten, nebeneinander oder gar gegeneinander zu arbeiten.“ Mit Blick auf die aktuellen Gespräche mit den beiden Vereinen sprach der OFS-Geschäftsführer von einem „zarten Pflänzlein“, das „in sehr guter Atmosphäre“ wachse. Gleichwohl sitze der Stachel noch sehr tief.

Weitere Ideen für 2014 unfassen die neue Marke „Slow Tourism“, mit der die Ostseefjord-Schlei-GmbH den Faktor Zeit im Urlaub in den Fokus rücken will. Zudem will Max Triphaus den einzelnen Mitgliedsgemeinden innerhalb des großen Verbundes zu mehr Profil verhelfen. „Wir müssen zusehen, dass sich jeder wiederfindet“, sagte der OFS-Chef. Auch für Kappeln sei eine Profilierung in Arbeit – „ich hoffe, Sie geben uns weiterhin Zeit dafür“. Und schließlich wird noch etwas für die OFS im kommenden Jahr wichtig: Die Finanzierung läuft aus, eine neue Ausschreibung steht an. Triphaus kündigte an, dass sich die OFS erneut bewerben wolle.

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