St. Nikolai Kappeln : Der Urknall in der Kirche

Weltentstehung in St. Nikolai: Juna Flatau (v.li.) und Jule Herwigk bereiten die Schülerausstellung derzeit mit Angeline Schube-Focke, künstlerische Leiterin des Kunsthauses Hänisch, vor.
Weltentstehung in St. Nikolai: Juna Flatau (v.li.) und Jule Herwigk bereiten die Schülerausstellung derzeit mit Angeline Schube-Focke, künstlerische Leiterin des Kunsthauses Hänisch, vor.

Eine Schülerausstellung in St. Nikolai zeigt Zeichnungen zu Weltentstehungsmythen. Am Freitag ist Eröffnung.

shz.de von
09. Mai 2018, 07:00 Uhr

Mitte Februar hatten sie das Kunsthaus Hänisch in Beschlag genommen, am kommenden Freitag folgt nun die Nikolaikirche: Schüler der Klaus-Harms-Schule hatten über das vergangene Winterhalbjahr im Kunstunterricht zum Themenkomplex „Märchen, Mythen und Legenden“ gearbeitet und danach zwei Wochen lang im Kunsthaus etwa 400 Arbeiten gezeigt, darunter Zeichnungen, Handpuppen, Skulpturen, Collagen. 13 Zeichnungen sind nun ab Freitag, 11. Mai, im Rahmen einer Kooperation des Kunsthauses, der Schule und der Kirchengemeinde in der Nikolaikirche zu sehen. Ihr gemeinsames Thema ist unter dem Leitmotiv „Wie die Welt entstand“ zusammengefasst.

Jule Herwigk und Juna Flatau sind schon seit einer ganzen Weile in der Nikolaikirche zu Gange. Die beiden Gymnasiastinnen sind zwei der vier Praktikantinnen, die Angeline Schube-Focke bei ihrer Arbeit unterstützen – und die künstlerische Leiterin des Kunsthauses Hänisch ist äußerst froh darüber. Vor allem deshalb, weil in dieser Woche neben der Schülerausstellung in der Kirche auch noch eine Schau im Kunsthaus eröffnet wird. Arbeit also ist genug da.

Schon im Februar war, so berichtet es Schube-Focke, über Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker die Idee entstanden, eine Auswahl der Schülerwerke zu den Heringstagen in der Kirche zu zeigen. Die Wahl fiel auf 13 Zeichnungen der Klasse 10e, die sich – mal aus wissenschaftlicher, mal aus christlicher, mal aus antiker Perspektive – mit dem Mythos der Weltentstehung beschäftigen. „Diese Bilder in einer Kirche zu präsentieren, ist besonders spannend“, sagt Angeline Schube-Focke und deutet auf den „Urknall“, den die Zehntklässlerin Carlotta Trocha gezeichnet hat. „Allein durch den Ort erhalten die Schülerarbeiten nochmal ein anderes Gewicht.“ Und durch die enge Zusammenarbeit mit den Schülerinnen, neben Juna Flatau und Jule Herwigk gehören Zoe Becker und Dascha Mussabekov dazu, erhalten diese einen speziellen Blick. Angeline Schube-Focke lächelt, als sie sagt: „Sie haben jetzt schon viel gelernt über Ausstellungsplanung und auch, dass man einen ganzen Nachmittag braucht, um zehn Bilder einzurahmen.“ Für Juna Flatau allerdings ist das offenbar genau das Richtige. „Mich hat diese Arbeit schon länger interessiert“, sagt die Schülerin. „Auch weil ich gerne später in diesem Bereich etwas machen möchte.“ Und für Jule Herwigk hat sich ganz nebenbei eine neue Welt eröffnet. „Bislang kannte ich nur die Sichtweise derjenigen, die etwas zeichnet“, sagt sie. „Jetzt ist das auch mal andersherum.“

Im Rahmen der Ausstellung in St. Nikolai könnten die Schülerinnen gleich noch einen Schritt in eine weitere Richtung tun: Eventuell nämlich wollen sie Führungen anbieten. Zunächst aber steht die Eröffnung an – und zwar am Freitag, 11. Mai, ab 14 Uhr. Zu sehen sind die Bilder dann bis zum 21. Juni zu den Öffnungszeiten der Kirche.

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