„Casa Kappeln“ : Der Traum von einer besseren Welt

Große Verbundenheit: Elfriede Blieske, Dieter Wattenberg, Schwester Karoline, Bürgermeister Heiko Traulsen und der zweite stellvertretende Bürgervorsteher Christian Andresen (v.li.).
Große Verbundenheit: Elfriede Blieske, Dieter Wattenberg, Schwester Karoline, Bürgermeister Heiko Traulsen und der zweite stellvertretende Bürgervorsteher Christian Andresen (v.li.).

Seit 40 Jahren unterstützt „Casa Kappeln“ das Engagement von Schwester Karoline in Südamerika.

shz.de von
01. Juli 2015, 12:30 Uhr

Die Welle der Hilfsbereitschaft ist ungebrochen groß und das seit mittlerweile 40 Jahren – für den Verein „Casa Kappeln“ ein guter Grund, Jubiläum zu feiern. Und da war das Wiedersehen mit Schwester Karoline aus Südamerika für die Mitglieder – derzeit 28 – mit der Vorsitzenden Elfriede Blieske an der Spitze eine große Freude. Denn längst ist sie zu einer guten Freundin geworden. Diese zeigte sich dankbar, dass der Verein ihre Arbeit unterstützt und so dazu beiträgt, den Menschen in SÜdamerika ein besseres Leben zu ermöglichen. Dafür hat der Verein im Laufe von 40 Jahren, so „Casa-Kappeln“-Geschäftsführer Dieter Wattenberg, rund 600.000 Euro überwiesen – dank Spenden und einer Vielzahl von Aktionen.

Rückblickend sagte Vorsitzende Elfriede Blieske, dass sie und ihr Mann Werner, der inzwischen verstorben ist, während eines fünf Jahre währenden Aufenthaltes in Chile vom Bazillus des Helfen-Wollens ergriffen wurden. Heimgekehrt nach Kappeln gaben sie den Bazillus weiter und fanden viele Menschen, die genauso wie sie bereit waren, Schwester Karoline in ihrem Bemühen, Menschen, denen es nicht gut geht, zu helfen. „Das der Verein seit vier Jahrzehnten besteht, verdeutlicht, wie sehr das Engagement von Schwester Karoline fasziniert“, sagte Elfriede Blieske. Sie bezeichnete die katholischen Nonne als eine Frau mit großer Ausstrahlung, als eine Frau, in der das „Feuer der Liebe brennt“. Sie finanziell bei ihrer Arbeit in Chile und Bolivien zu unterstützen, sei nicht nur notwendig, sondern „ist uns eine Herzensangelegenheit“.

Das Motto von „Casa Kappeln“ lautet „Den Armen Zukunft schenken“. Schwester Karoline, die aus Bayern stammt und seit 1968 in Chiles Hauptstadt Santiago mitten unter den Armen lebt, hilft nicht nur in Chile, sondern auch in Bolivien jungen Menschen, ihr Leben zu meistern und einen Beruf zu finden. Für ihre erzieherischen und gesundheitsfördernden Verdienste wurde sie bereits vielfach geehrt. Von ihrer Statur her ist Schwester Karoline ein zierliches Persönchen, zugleich jedoch ein Energiebündel mit einem großen Herzen für die Menschen – da springt der Funken des Helfens über.

Das Wort „Bazillus“ aufgreifend sagte Pastor Christoph Sassenhagen, in diesem Fall sei dies ein guter und lebenserhaltender. Mit Blick auf Lateinamerika fügte der Seelsorger hinzu: „Es ist wichtig, sich einzumischen und den Dialog zu führen. Man muss die Not und Verzweiflung anderer Menschen sehen, sie lindern, ihnen Hoffnung geben.“ So gesehen sei „Casa Kappeln“ zum einen Erfolgsgeschichte, mache zugleich aber sehr nachdenklich. Vieles habe sich dank des Engagements von Schwester Karoline verbessert, aber noch längst sei nicht alles gut. Sassenhagen: „  ‚Casa Kappeln‘ steht für ein christliches Miteinander und damit für eine Botschaft, die ansteckt.“ Praktikanten aus Kappeln, die in Chile und Bolivien im Einsatz und dabei mit extremer Armut konfrontiert waren, berichteten davon, wie wichtig es sei, Kindern und Jugendlichen Zuwendung zu geben, das Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln, unter anderem in Bergdörfern, in denen Kinder unter Lernschwierigkeiten leiden, aus armen, großenteils zerrütteten indigenen Familien stammen. Es gelte, Alkoholismus und Misshandlungen entgegen zu wirken – für die Helfer eine Herausforderung, der sie sich im Interesse der Menschen stellen, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Und auch Schwester Karoline richtete ihren Blick zurück, und da lief ihr das Herz über. Sie überbrachte die Grüße ihrer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter – 500 in Chile, 100 in Bolivien und 30 in Peru. Dass „Casa Kappeln“ ihr eine solch helfende Hand und Freundschaft über einen so langen Zeitraum entgegenbringe, erfülle sie mit großer Dankbarkeit. „Damit werde ich bei meinem Traum von einer besseren Welt unterstützt“, sagte die 72-Jährige. Der Dienst am und für Menschen bedürfe vieler Helfer, für die die Gemeinschaft wichtig sei. Hier wie dort seien Menschen, die ihre Herzen und Arme für andere öffnen, unerlässlich.

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