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Louisenlund : Der Neue will den Forschergeist wecken

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Diplom-Physiker Dr. Peter Rösner hat die Schulleitung im Internat Louisenlund übernommen. Vorgänger Professor Dr. Werner Esser wird noch bis zu den Sommerferien beratend an der Schule tätig sein.

shz.de von
erstellt am 19.Jan.2014 | 11:30 Uhr

Mit Dr. Peter Rösner hat die Internatsstiftung Louisenlund seit Jahresbeginn einen neuen Schulleiter. Der 41-Jährige tritt die Nachfolge von Professor Dr. Werner Esser an, der noch bis zu den Sommerferien beratend an der Schule tätig sein wird.

Nach seinem Studium zum Gymnasiallehrer in den Fächern Physik und Mathematik und dem Diplom in Physik, wurde Rösner in Göttingen promoviert und setzte 2004 seine wissenschaftliche Laufbahn als Leiter der Phäno-Ausstellung in Wolfsburg fort. 2008 wurde er dann Geschäftsführer vom „Haus der kleinen Forscher“. Die Stiftung setzt sich für die frühkindliche Bildung in den Bereichen Technik, Naturwissenschaften und Mathematik ein. Ziel des Konzeptes ist es, den natürlichen Forscherdrang von Kindern zu begleiten.

Die Stiftung unterstützt Erzieher und Grundschullehrer dabei, Kinder für die Phänomene des Alltags zu begeistern und ihren spielerisch die Naturwissenschaften nahezubringen. „Dabei geht es nicht vorrangig um die richtige Antwort auf naturwissenschaftliche Fragen“, betont Rösner, „sondern vielmehr um das Wecken den Forscherdranges und der Neugierde der Kinder.“ Mittlerweile haben sich bundesweit rund 27 000 Einrichtungen nach diesem Konzept zertifizieren lassen.

Dabei würden die Naturwissenschaften Antworten auf viele gesellschaftliche Herausforderungen geben. „Ob das Ende der Atomkraft, die Energiewende, Fragen der Gesundheit, Kommunikation oder Mobilität“, sagt Rösner, die Technik spielt in vielen Bereichen des Lebens eine zentrale Rolle. Wer sein Abitur mache, solle nach seinem Abschluss zumindest in der Lage sein, sich ein fundiertes Urteil über die technischen Herausforderungen der Zukunft bilden zu können und nicht vorgefertigten Meinungen hinterherlaufen. Die Fortsetzung dieser Methodik und dieses Ansatzes der frühkindlichen Förderung fehle dann oftmals an den weiterführenden Schulen, bedauert der Vater dreier Kinder.

Mit seinen Vorstellungen konnte er im Bewerbungsgespräch dann überzeugen. Als neuer Schulleiter in Louisenlund könne er sich genau dieser Aufgaben annehmen. Daher gehe es nicht darum, das Internat neu aufzustellen oder komplett umzukrempeln. Die Internationalität, die Louisenlund auszeichne sei einmalig, gleichzeitig auch die Regionalität. Diese solle weiterhin ausgebaut werden. Die Schule, insbesondere die Unterstufe als Teil der Region nach außen hin dargestellt werden.

Natürlich gehöre auch eine geisteswissenschaftliche Ausbildung sowie das Erlernen von Fremdsprachen zu einer breiten Allgemeinbildung. „Louisenlund hat mit seinem Alchemistenturm aber auch einen naturwissenschaftlichen Hintergrund“, sagt Rösner. In der Vermittlung des Wissens komme es darauf an, dem Stoff eine Bedeutung zukommen zu lassen und Emotionen bei den Schülern zu wecken. Ein Beispiel sei das Segeln, wo sich mathematische Grundprinzipien wiederfänden. Das sei spannender und wirke nachhaltiger als die Formeln und Zahlen auf der Tafel im Klassenraum, ist sich Rösner sicher. Zudem könne er sich die Etablierung einer Gilde mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt vorstellen, bei der Schüler Phänomenen auf der Spur sind.

Sein erster Eindruck in Louisenlund ? „Ich habe ein enthusiastisches und motiviertes Lehrerkollegium angetroffen“, berichtet er. Seine Aufgabe sehe er darin, die Stärken des einzelnen Lehrers zu stärken, ebenso wie es dessen Aufgabe sein sollte, die Stärken des einzelnen Schülers auszubauen und zu fördern. „Stärken stärken“, sagt der Pädagoge und Diplom-Physiker, der sich seine neue Position in Louisenlund nicht nur als Übergangslösung vorstellt.

„Nach vielen Jahren der Wissenschaft und Forschung habe ich mich darauf zurückbesonnen, Lehrer zu sein“, erklärt der 41-Jährige. Aber auch er hat sich Hausaufgaben aufgegeben. Bis Ostern will er die Namen aller Schüler drauf haben. Dafür hat er alle 330 Mädchen und Jungen gebeten, ihm einen Brief zu schreiben. Enthalten sollte dieser ein paar Angaben zur Person sowie Wünsche, Anregungen, auch Kritik. „Über 50 Briefe habe ich schon erhalten“, teilt er mit.


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