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Fünfter Geburtstag : Der Kunst einen Raum gegeben

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Vor etwas mehr als fünf Jahren lud das Kunsthaus Hänisch zu seiner ersten Ausstellung. Seitdem ist viel passiert in der alten Stadtvilla – vor allem aber hat sich Erfolg eingestellt.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 07:30 Uhr

Es war am 26. Oktober 2008, als das Kunsthaus Hänisch zu seiner ersten Vernissage bat. Der Anfang einer mehr als beachtlichen Erfolgsgeschichte. Immerhin hat die alte Stadtvilla am Ende der Schmiedestraße auf ihren zwei Etagen mit bemerkenswerter Kontinuität namhaften Künstlern eine Plattform geboten. Dahinter stehen ein motivierter Verein, eine gekonnte künstlerische Leitung und eine großherzige Hildegard Hänisch, die dem Verein vollkommen uneigennützig ihr Elternhaus überlassen hat. Fünf Jahre später kann man wohl sagen, dass der Kunstliebhaberin – das Wort Mäzenin mag sie nicht hören –, so scheint es, mit jeder neuen Ausstellung das Herz ein Stück mehr aufgeht. Ihr Wunsch ist Wirklichkeit geworden. Das Kunsthaus Hänisch hat sich etabliert und feiert sich nun zu Recht zum ersten Mal ein bisschen selber.

Weil Uli Schütt erst in diesem Jahr den Vorsitz des Kunsthaus-Vereins übernommen hat, überließ er den Rückblick seinem Stellvertreter Harry Detlefsen, Vorstandsmitglied der ersten Stunde. Anfang 2008 ist es gewesen, als Hildegard Hänisch und Jens Burkart anlässlich einer Lions-Veranstaltung darüber ins Gespräch kamen, dass in der Stadt so etwas wie eine Notlage herrsche, wenn es um eine ständige kulturelle Einrichtung ging. „Es war beiden ein wirkliches Bedürfnis, das zu ändern“, erinnerte Detlefsen. In der Folge habe Hildegard Hänisch „Wort, Tat und Haus“ eingebracht, Jens Burkart viel Zeit und großen Einfallsreichtum – „sonst wäre es wohl beim Wunsch geblieben“. Im Frühjahr sei der Kontakt zu Professor Dr. Ulrich Schulte-Wülwer, zu dem Zeitpunkt Chef auf dem Flensburger Museumsberg, entstanden, im Juni folgte die Vereinsgründung und schon im Oktober die erste Ausstellung mit Gerda Schmidt-Panknin. Inzwischen sind 20 weitere hinzugekommen, Peter Nagel stellte im Kunsthaus aus, Klaus Fußmann, der jüngst verstorbene Michael Arp, Lars Möller, Armin Mueller-Stahl, eine Schau widmete sich Gerhart Bettermann, aktuell hängen Lithografien von Marc Chagall an den Wänden der Villa. Kein Wunder, dass Detlefsens Fazit so ausfiel: „Das Kunsthaus hat sich durchgesetzt.“ Und das nicht nur in der Kunstszene, sondern auch mitten in der Stadt. Von Beginn an hat der Verein Wert darauf gelegt, das Haus auch Kindern und Schülern zu öffnen. In unregelmäßigen Abständen finden Workshops statt, gerade im ausklingenden Jahr haben Gymnasiasten der Klaus-Harms-Schule ihre ganze eigene Schau kuratiert. Detlefsen: „Wir freuen uns über diese Anerkennung und sehen uns in unserer Konzeption bestätigt.“

Überhaupt durfte sich das Kunsthaus schnell von den Menschen in der Stadt getragen fühlen. Groß war die Unterstützung, als es etwa darum ging, den Flügel vom Erd- ins Obergeschoss zu hieven. Harry Detlefsen erinnerte an mehrere Gewerke samt Polizei, die damals unkompliziert reagiert und ihren Teil zur Operation Flügeltransport beigetragen hätten. „Diesen aufwändigen Einsatz bekamen wir für ein Dankeschön“, so der zweite Vorsitzende.

Jetzt allerdings war es an der Stadt sich zu bedanken. Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker lobte ausdrücklich das Ehrenamt, das das Kunsthaus zu dem gemacht habe, was es heute sei. „Denn das Kunsthaus ist nicht nur ein Gebäude, sondern das, was die Menschen daraus machen“, sagte die Bürgervorsteherin. Einen besonderen Dank richtete sie zudem an Dr. Christina Kohla. Der künstlerischen Leiterin des Kunsthauses gelinge es immer wieder, Menschen, die sich nicht zu Kennern der Szene zählten, die Kunst nahezubringen – „eben Menschen wie mir“, sagte Ungethüm-Ancker mit einem Lächeln. Bürgermeister Heiko Traulsen reihte sich ebenfalls in die Gratulanten ein. Er attestierte dem Verein eine große Hingabe zur Kunst und eine mindestens ebenso große Verbundenheit zur Heimat – beides zusammengenommen habe „ein künstlerisches Kleinod“ entstehen lassen. „Sie tun der Stadt gut“, sagte Traulsen und überreichte dem Vereinsvorstand ein monetäres Geburtstagsgeschenk.

Für Hildegard Hänisch selber sind die fünf Jahre nach eigenem Bekunden „wie im Flug vergangen“. Sie erinnerte kurz an die Anfänge, als sie schnell erkannt habe: „Wenn man eine Sache wirklich will, dann will sie uns auch.“ Ihr Dank richtete sich an den Vorstand und alle ehrenamtlichen Helfer, „die die Idee des Hauses vorbehaltlos mittragen“. Mit einer so idealistischen und enthusiastischen Ideengeberin scheint das allerdings auch nicht wirklich verwunderlich.

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