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Schlei-Bote

16. Dezember 2017 | 10:37 Uhr

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CDU-Spitzenkandidat Matthias Mau sieht in wirtschaftsfreundlicher Politik den Schlüssel für mehr Arbeitsplätze

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Wenn Matthias Mau auf den kommenden Sonntag blickt, hat er im Idealfall die Vollendung eines durchdachten Plans im Blick. Seit 2008 habe man in der CDU die Absicht gehegt, zur diesjährigen Kommunalwahl mit neuen Gesichtern anzutreten, Mau nennt das "Zeitenwandel". Dieser Plan sei von allen Beteiligten getragen worden und der Start dessen gewesen, was die CDU nun vorweisen will. "Es war nicht immer leicht", räumt Mau ein. "Aber wir wissen, wie Teamarbeit funktioniert und waren uns einig, dass es Zeit für einen Wechsel ist." Ein sichtbares Signal: der Spitzenkandidat. Matthias Mau führt die CDU zum ersten Mal in eine Kommunalwahl.

Auf der anderen Seite der Schlei wartet Matthias Mau. Im Rücken den Heringszaun, die Nikolaikirche, den alten Speicher und eben die Schlei. Für den Kappelner ein "kostbares Produkt". Daran hänge vieles, Tourismus, maritime Wirtschaft, die weiße Flotte, der Heringszaun. Vor allem das Letztgenannte definiert Mau als "Gemeinschaftsaufgabe", mit der man weder Verschönerungsverein noch Verwaltung alleine lassen könne. Ohnehin sei es einer Sache eher dienlich, möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen, um tatsächlich etwas zu bewegen - so sein Leitmotiv.

Als Unternehmer hat Mau das Thema Arbeitsplätze im Blick und damit verbunden die Aussicht auf Gewerbegebiete sowie die immer wieder diskutierte Gewerbesteuererhöhung. Dazu vertritt der CDU-Kandidat zwei Ansätze. "Erstmal müssen wir Verhältnisse schaffen, die für bestehende Betriebe in Ordnung sind", sagt Mau und wehrt sich gegen Bestrebungen, die Gewerbesteuer weiter nach oben zu schrauben. Und: "Wenn wir dann Gewerbegebiete entwickeln, müssen auch die Grünen mithelfen und nicht ausschließlich ihren Wachtelkönig schützen." Unabhängig davon stellt der Kappelner klar, dass es eben jene Grüne seien, mit denen die CDU derzeit die meisten Gemeinsamkeiten sieht.

Im Zuge dessen plädiert Mau auch für ein stärkeres Stadtmarketing, das derzeit unter den Schwierigkeiten zwischen Touristikverein und Ostseefjord-Schlei-GmbH leide - "diese Situation würde ich gerne auf Null stellen". Ziel bleibe, die Vermarktung in professionelle Hände zu legen. Nach Maus Vorstellungen könne dies in kleinen Schritten ablaufen, indem beide Seiten nach und nach kleine Gemeinsamkeiten entdecken - "denn die Verantwortung ist groß". In der Vergangenheit sei viel polarisiert worden, dabei nimmt Mau die Stadtvertretung nicht aus und versichert für seine Fraktion: "Wir wollen nicht polarisieren."

Eine Einigung wünscht sich der Politiker auch mit Blick auf die Koslowski-Halle, die ab November nicht mehr für Veranstaltungen genutzt werden kann. Den Verlust der Halle nennt Mau "einen Rückschritt". Die Politik sieht er in der Verantwortung, einen Schlichtungsversuch zwischen Betreiber und Nachbarn, die sich durch Lärm gestört fühlen, zu unternehmen.

Weniger Verhandlungsspielraum lässt der derzeitige Schuldenstand der Stadt zu. Auch deshalb beschreibt sich der CDU-Kandidat als "empfindlich" bei schnellen Nachtragshaushalten. Entscheidend sei es, langfristige Perspektiven zu entwickeln, um nicht später, durch andere verwaltet zu werden.

Die Perspektive Port Olpenitz ist laut Mau aber "mächtig ins Stocken" gekommen. Für die Investoren sei das bedauerlich - "doch wir nehmen uns jetzt die Zeit, die wir uns vorher hätten nehmen sollen". Und so entdeckt er etwas Gutes im langsamen Baufortschritt. "Die örtlichen Handwerker können die Arbeiten gut schaffen." Andernfalls kämen mehr auswärtige Betriebe zum Zuge. Gleichwohl betrachtet er Port Olpenitz mit Zuversicht, ähnlich wie die Schlei-Terrassen. Mau hält es für vernünftig, dass die Ellenberger Investoren das Gespräch mit den Umweltverbänden im Vorfeld suchen und wünscht sich bei beiden Bauprojekten das Potenzial für gewerbliche Arbeitsplätze. "Die können auch im kreativen Bereich liegen, etwa IT", sagt der Kappelner.

Für mehr konkrete Struktur plädiert Matthias Mau, wenn es darum geht, junge Bürger am politischen Geschehen zu beteiligen. Bislang ist es nicht gelungen, einen Jugendstadtrat auf die Beine zu stellen - gemangelt habe es, laut Mau, an einer "äußeren Hülle". Es sei wichtig, Jugendlichen, die sich politisch engagieren wollen, eine Richtschnur zu geben, mit der sie arbeiten können. Mau: "Da kann jede Partei etwas dazu tun." Seine Partei etwa werde auch Schüler zu Fraktionssitzungen einladen.

Schließlich spricht der CDU-Mann sich und seine potenziellen Fraktionskollegen von einem Fraktionszwang frei. Stattdessen wünscht er sich bei großen Entscheidungen vielmehr "ein einheitliches Bild aus Überzeugung und nicht auf Krampf".

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