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Strenge Regeln : Der Hüter der Luftsicherheit

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Wer im näheren Umkreis des Jageler Flugplatzes bauen möchte, muss strenge Regeln beachten. Denn Major Helge Behrens hat ständig ein Auge auf die Luftsicherheit.

Was machen Sie, wenn Sie ein Haus bauen oder Ihr Dach renovieren wollen ? Oder wenn Sie einen Fahnenmast im Garten aufstellen möchten ? Logisch: Einfach loslegen. Was anderenorts ganz selbstverständlich ist, kann in Klein Rheide schnell zum Problem werden. Denn da gibt es, sobald man baulich ein wenig höher hinaus will, allerhand zu beachten. Denn der Ort befindet sich unmittelbar im Anflugsektor des Jageler Flugplatzes – und unterliegt damit den strengen Regeln des Luftsicherheitsgesetzes.

Erst kürzlich haben zwei Einwohner der kleinen Geestgemeinde – wenn auch offenbar ohne es zu wissen – gegen genau dieses Gesetz verstoßen, berichtet Helge Behrens. Der Major ist Tornadopilot in Jagel, gleichzeitig aber auch sogenannter Flugsicherheits-Offizier (FSO). Und in dieser Funktion ist er dafür zuständig, die Sicherheit auf und rund um den Fliegerhorst zu gewährleisten. Genau deshalb könne man in den Anflugsektoren „leider nicht einfach das bauen, was man will, insbesondere nicht in die Höhe“, erklärt Behrens. In den besagten Fällen hätte zunächst ein Landwirt eine neue Halle gebaut, dann ließ ein anderer Anwohner sein Dach neu eindecken. „Vom Tower aus konnten wir beide Male plötzlich einen Kran entdecken“, erzählt der 39-Jährige.

Das Problem daran: Klein Rheide liegt genau in der geraden Verlängerung der Start- und Landebahn. Und da müssen innerhalb von zehn Kilometern (gemessen von der Mitte der Startbahn) strenge Bauvorschriften eingehalten werden. In der Regel sollten Anwohner das wissen, ebenso geschulte Kranfahrer und das Bauamt. „Es kommt aber immer wieder vor, dass gegen das Luftsicherheitsgesetz verstoßen wird“, erzählt Behrens, der in diesen Fällen meist persönlich vorstellig wird und die unwissenden Bauherren über die gesetzlichen Vorgaben informiert. In den meisten Fällen passiere das schnell und unaufgeregt, „aber man muss auch im Hinterkopf haben, dass ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann.“

Um das von vornherein zu verhindern, geht der offizielle Antragsweg, wenn man denn im Nahbereich des Flugplatzes bauen will, über die Luftfahrtbehörde in Kiel. Manchmal führe aber auch die Abkürzung über den kurzen Dienstweg zum Erfolg, betont Behrens. „Wenn hier im Tower einer anruft und sagt, dass er für drei Stunden einen Kran aufstellen möchte, dann werden wir uns schon einigen. Wir wollen ja niemandem etwas verbieten.“

In seiner Aufgabe als FSO hat Behrens, der in den vergangenen Jahren unter anderem auch für die Bedienung des Euro-Hawks ausgebildet wurde, aber nicht nur darauf zu achten, dass niemand in der Nähe des Flugplatzes zu hoch baut. Auch auf das Erweitern etwa von nahe gelegenen Kiesgruben muss er ein wachsames Auge haben. Denn die ziehen Vögel an, die wiederum zur Gefahr für die Flugzeuge werden könnten. Ebenso sollte man im Jageler Tower anrufen, wenn man einen Luftballon-Wettbewerb oder einen größeren Modellflieger starten lassen möchte.

Dass Behrens, als Hüter des Luftsicherheitsgesetzes, mit seinen Anliegen und Einwänden nicht immer auf große Begeisterung stößt, weiß er selbst. Er bittet die betroffenen Anwohner aber um Verständnis: „Wo geflogen wird, möchte man Sicherheit haben. Das ist die oberste Prämisse. Ein Flugplatz bedeutet immer Einschränkungen für das Umland und die Bevölkerung. Das ist einfach so.“

 

 

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erstellt am 02.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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