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Chor aus Kappeln in Hamburg : Der große Auftritt der „Schleikrähen“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Martina Zarth-Ohlendorf berichtet vom Auftritt der Chorgemeinschaft beim Luther-Oratorium.

Kappeln | Es ist soweit – gemeinsam mit 90 weiteren Chorsängern sitzen ich und die anderen „Schleikrähen“ im Bus auf dem Weg nach Hamburg in die Barclaycard-Arena: Wir werden im Luther-Jahr gemeinsam mit 1500 anderen Sängern bei dem Pop-Oratorium „Luther“, komponiert und geschrieben von Michael Kunze und Dieter Falk, mitsingen.

Christel Kreft, die Leiterin unseres Chores „Die Schleikrähen“, hat vor einem Jahr den Regionalchor „Luther Nord“ gegründet. Seitdem haben wir mit 90 Sängern regelmäßig an den Wochenenden geprobt. Doris Vetter, Leiterin des Chorverbandes Hamburg und Mitgestalterin des Luther-Projektes, reiste hin und wieder an, um die Proben zu leiten. Zweimal fuhren wir nach Hamburg, um mit den anderen Chören gemeinsam zu proben. Und nun heute, am 18. Februar, soll es soweit sein: Generalprobe in der riesigen Barclaycard-Arena. Zum ersten Mal singen mit allen 1500 Sängern und zum ersten Mal ein Auftritt mit dem Musical-Ensemble. Das kennen wir immerhin schon von unserer Mitwirkung bei dem Pop-Oratorium im Hamburger Michel vor zwei Jahren – beruhigend.

Die Stimmung im Bus ist unaufgeregt und fröhlich. Die Angst, den falschen Ton zu treffen oder einen Einsatz zu verpassen, hält sich in Grenzen, das wird schon nicht auffallen bei 1500 Mitsängern. Ankunft an der Barclaycard-Arena. Eine lange Schlange von Mitwirkenden steht schon da, wir reihen uns ein. Es dauert. Alle Taschen werden kontrolliert, eigentlich sollten wir schon bei der Aufstellung sein. Die ersten fangen schon an zu singen: „Hab Mut“ – mein persönliches Lieblingsstück aus „Luther“.

Endlich kommt Bewegung in die Menge. Es geht voran, nach etwa 40 Minuten Anstehen werden wir schließlich angewiesen, unsere nach Stimmen zugeteilten Plätze aufzusuchen, damit die Generalprobe beginnen kann. Beim Anblick der vielen Sänger und Sängerinnen, alle in Schwarz und Weiß gekleidet und dieser wirklich riesigen Arena, in der abends 10.000 Zuschauer erwartet werden, bin ich und sind einige meiner Chor-Schwestern nicht mehr ganz so unbedarft, wie noch zuvor im Bus. Orchester und Musical-Ensemble betreten die Bühne, die Dirigenten stellen sich auf ihre Podeste. Wir sind erleichtert, dass die Seite, auf der wir stehen, von Doris Vetter dirigiert wird. Das ist vertrautes Terrain. Kurze Stimmprobe mit den Chören und dann geht es los. Die Chöre scheinen durch dieses neue und sehr beeindruckende Umfeld etwas eingeschüchtert zu sein, es gibt Kritik nach der Generalprobe. Lauter singen, Einsätze beachten und so weiter. Musikproduzent und Komponist Dieter Falk selbst ist es, der diese Kritik übt, wir müssen nachsitzen.

Dann aber werden wir endlich in die Pause entlassen. Draußen sind schon jede Menge Zuschauer eingetroffen. Versuche der Entspannung vor dem großen Auftritt sind zum Scheitern verurteilt. Zehn Minuten vor Beginn nehmen die Chöre ihre Plätze wieder ein, die Zuschauer strömen in die Arena, das Oratorium ist so gut wie ausverkauft. Der Beginn verzögert sich wegen des Fußballspieles des Hamburger Sportvereins nebenan im Volksparkstadion um 15 Minuten. Aber dann geht das Licht aus, es wird still, und die Chöre eröffnen das Musical mit „Luther – Luther, wer ist Martin Luther“. Jetzt nicht mehr zurückhaltend, sondern laut und stimmgewaltig hört es sich an. Ganz anders nochmal, wenn die Halle gefüllt ist. Ensemble und Orchester steigen ein. Ein professionelles Musical-Ensemble mit einem hervorragenden Luther. Immer wieder bekommen wir Zwischenapplaus und lauten Jubel vom Publikum. Auf großen Leinwänden können die Zuschauer Darsteller und Texte sehen.

Nach der Pause geht es weiter mit „Luthers Hammerschlägen“ und nach zwei Stunden das Finale. Das Publikum ist begeistert, es gibt Standing Ovations, Zugaben werden verlangt. Dann strömt die Menge nach Hause, wir müssen noch lange an der Garderobe anstehen, um einige Zeit später im Bus nach Kappeln zu sitzen. Erschöpft, das Herz noch voll mit Luther. Dann wird tatsächlich nochmal gesungen: „Hab Mut, gib niemals auf, beginn von vorn“. Das werden wir auch tun – nämlich am 31. Oktober 2017 in Berlin. Reformationstag im „Luther-Jahr“. Diesmal mit der dreifachen Menge an Sängerinnen und Sängern. Aber... jetzt wissen wir ja, wie es geht.

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