zur Navigation springen

Interkulturelle Woche : Der Glanz der Vielfalt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kinofilm, Ausstellung, Kaffeetafel, Gottesdienst und ein großes Abschlussfest sollen neugierig machen auf andere Sitten. Von Montag bis Freitag zeigt sich Kappeln von seiner vielfältigen Seite.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Von Montag an soll Kappeln in seiner ganzen kulturellen Vielfalt glänzen. Bereits morgen startet bundesweit die Interkulturelle Woche, für heute ist der große Auftakt in Kiel vorgesehen. „Wer offen ist, kann mehr erleben“ – so lautet das Motto der Veranstaltung, die sich in diesem Jahr den Schwerpunkt Bekämpfung von Rassismus gegeben hat. Daneben geht es aber auch um Integration, Chancen auf Teilhabe und die Entwicklung zu einer Gesellschaft, die Verschiedenheit anerkennt. Und eben da will Kappeln einhaken. Erstmals übrigens hat sich zur Vorbereitung ein großer Arbeitskreis gefunden bestehend aus Vertretern der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), des Sozial-Forums, des Sozialamtes, der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS), des Evangelischen Frauenwerkes und des städtischen Sozialausschusses. Man wollte es vermeiden, viele Einzelveranstaltungen nebeneinander zu planen und stattdessen – so formulierte es Helga Lorenzen vom Amt für Ordnung und Soziales – „unsere Kräfte bündeln“.

Herausgekommen ist ein Programm, das der kulturellen Vielfalt, die diese Stadt durchaus auszeichnet, gerecht werden will, gleichzeitig aber noch ausbaufähig ist. WTK-Geschäftsführer Jürgen van Schöll verbindet daher eine ganz konkrete Hoffnung mit der diesjährigen Auflage der Interkulturellen Woche. „Ich wünsche mir, dass mehr Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen Mut schöpfen, mitzumachen, damit unser Bühnenprogramm noch interkultureller wird“, sagt van Schöll. Jenes Bühnenprogramm ist Teil des Interkulturellen Festes am Freitag, 27. September, das den krönenden Abschluss der Woche markieren soll. Claudia Niklas-Reeps, Vertreterin der FBS und des Frauenwerkes, gibt die Richtung vor. „Wir wollen die Menschen einladen, sich die Vielfalt dieser Stadt anzugucken und mit allen Sinnen zu erleben.“ So wird unter anderem die Ostangeliter Volkstanz- und Trachtengruppe auf der Bühne auf dem Deekelsenplatz stehen, andere zeigen asiatische Kampfkunst oder bringen irische Folkklänge zu Gehör. Und weil die WTK den diesjährigen „Tag der Vereine“ ins Interkulturelle Fest integriert hat, wird die Fußgängerzone gleichzeitig von einer Vielzahl an Ständen gesäumt, darunter die des Verschönerungsvereins, des Nabu, der Kappelner Tafel oder der „Buchstützen“. Hungrige können sich an einem russischen Büfett oder am Crêpes-Stand laben. Der Eine-Welt-Lande wird ebenso aufgebaut wie ein maritimer Flohmarkt. Dazwischen wird sich ein Moderator mit Mikrofon bewegen, der den einzelnen Vereinen in Gesprächen Gelegenheit gibt, sich vorzustellen. Für van Schöll eine ideale Lösung – „da man sich so auch wirklich mal inhaltlich austauschen kann“, sagt der WTK-Geschäftsführer. Eröffnet wird das Fest mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Propst Helgo Jacobs gestaltet, Grußworte werden erwartet von einem russisch-orthodoxen Erzpriester und einem Imam, danach hält Bürgermeister Heiko Traulsen, gleichzeitig Schirmherr der Veranstaltung, eine Ansprache.

Schon ab Montag werden im Modehaus Wichmann zudem zwei Wanderausstellungen präsentiert. Die erste zeigt unter dem Titel „Integration-Migration-Rassismus“ Exponate, die Kappelner Schüler entworfen haben. Im Unterricht haben sie sich Gedanken darüber gemacht, welche Rolle etwa Migranten in ihrem Leben spielen. Besucher können darüber abstimmen, welches Werk ihnen am besten gefällt, die ersten drei Sieger erhalten einen Zuschuss für die Klassenkasse. Die zweite Schau beschäftigt sich mit den Lebensläufen junger Migranten und soll, so wünscht es sich Josefine Kehlert vom „Sozial-Forum“, anderen jungen Menschen „Mut machen“. Am Montagabend klinken sich die „Capitol-Lichtspiele“ in die Interkulturelle Woche ein und zeigen ab 20 Uhr den deutschen Kinofilm „Nemez“, der von den Schwierigkeiten eines Einwanderers erzählt. Am Mittwoch, 25. September, ist ab 15 Uhr im Begegnungszentrum, Ellenberger Straße 27, eine „Internationale Kaffeetafel“ geplant, die das FBS-Projekt „Alt für Jung“ ausrichtet. Wer also die Woche nutzt, um teilzuhaben an der Verschiedenheit, wer offen ist und neugierig auf das Andere, der wird spätestens am Freitagabend zugeben, dass er tatsächlich mehr erlebt hat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen