zur Navigation springen

Werkakademie Kappeln : Der dynamische Weg zurück in die Arbeitswelt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Werkakademie „JobKom“ begleitet und coacht Erwerbslose bei Bewerbungen.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 07:15 Uhr

In Kappeln haben Empfänger von Arbeitslosengeld II künftig eine neue Anlaufstelle. Und zwar eine, die vor allem auf kurze Wege und direkte Vermittlung setzt: Die Werkakademie „JobKom“ in Mehlbydiek will Arbeitslose innerhalb von sechs Wochen gleichzeitig schulen und motivieren, damit sie im Idealfall in dieser Zeit wieder in den ersten Arbeitsmarkt zurückfinden. Leisten soll das eine engmaschige Begleitung, die jedoch auch den Arbeitslosen durchaus in die Pflicht nimmt.

Bereits im Herbst 2014 eröffneten im Kreisgebiet die ersten drei Werkakademien, im vergangenen Dezember folgte die Kappelner Zweigstelle, die jetzt im Rahmen eines Tags der offenen Tür offiziell vorgestellt wurde. Dahinter steckt eine Kooperation des Berufsbildungszentrums (BBZ) Schleswig und des Job-Centers des Kreises Schleswig-Flensburg, und die Verantwortlichen sprechen unisono bereits jetzt von einer echten Erfolgsgeschichte. BBZ-Leiter Hans-Hermann Henken etwa betonte, dass die bisherigen Werkakademien „sehr gut angelaufen“ seien, sodass sich bald die „Bedürfnislage“ in Richtung Kappeln ausgestreckt habe. In Kappeln kümmert sich ein festes Team von sieben Mitarbeitern um Arbeitslose aus dem Stadtbereich, dem Amt Kappeln-Land sowie den Regionen Geltinger Bucht und Süderbrarup. Projektleiterin Hanna Jochens stellte dabei das Prinzip „work first“, also Arbeit an erster Stelle, heraus, an dem sich das gesamte Tun der Werkakademie ausrichtet.

Zielgruppe sind dabei Antragssteller und Bezieher von Arbeitslosengeld II, die in der Werkakademie im besten Falle eben von jener Antragsstellung bis zum Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt unterstützt werden. Dazu gehören das gemeinsame Abarbeiten der Antragsunterlagen, das individuelle Fall-Management und Profiling sowie vor allem das intensive Bewerbungs-Coaching, wenn beispielsweise Musterbewerbungen angefertigt oder Vorstellungsgespräche simuliert werden. Auch die Kontrolle ist Teil des Systems. All diese Einzelschritte können in der Werkakademie Tür an Tür erledigt werden, einmal wöchentlich ist zudem der Arbeitgeberservice vertreten, um die Rundum-Versorgung abzudecken. Hanna Jochens sagte dazu: „Die Werkakademie ist deshalb so erfolgreich, weil die Wege kurz und schnell sind. Der Kunde merkt, dass hier sofort etwas passiert.“ Und sie belegte das mit Zahlen: Demnach konnten seit Mitte Dezember 78 Prozent der Neukunden in Kappeln auf dem Arbeitsmarkt integriert werden.

Detlef Scheele, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und Gast der Veranstaltung, lobte den „Erfolgsfaktor Coaching“ und sagte: „Es geht darum, den Menschen in seiner bestimmten Situation wahrzunehmen.“ Dass der Ansatz „work first“ auch tatsächlich gilt, verdeutlichte danach Fall-Manager Klaus-Peter Katzer, als er davon sprach, seine Kunden derart anzuleiten, dass sie innerhalb von vier Wochen durchschnittlich 20 Bewerbungen auf den Weg brächten. „Viele loben die Dynamik und das zielgerichtete Arbeiten der Werkakademie“, sagte Katzer. 35 Plätze kann die „JobKom“ derzeit anbieten, künftig möchte sie ihr Angebot auf Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen ausweiten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen