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Offenes Atelier in Arnis : Der ästhetische Verfall unter der Oberfläche

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Arnisser Kunst-Professorin Elke Hergert öffnet am Sonnabend ihr Atelier für Besucher.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Ursprünglich war das Segeln der Grund, weshalb Elke Hergert und Ehemann Wolfgang Stümper das kleine Arnis für sich entdeckten und mittlerweile seit fast zehn Jahren dort zu Hause sind. Aber ganz nebenbei versteht sich Hergert als eine Malerin des Nordens und arbeitet in Deutschlands kleinster Stadt als freischaffende Künstlerin. „Es sind die besondere Helligkeit und Farbigkeit des nordischen Lichtes, die mich imer wieder faszinieren und inspirieren“, sagt die Malerin. Sie lässt die Veränderungen des Lichtes auf sich wirken, hat stets ihren Skizzenblock dabei, um das Gesehene gewissermaßen als Notiz festzuhalten und später im Atelier auferstehen zu lassen – als ihre ganz persönlich verdichteten Eindrücke.

Nach einer ersten Ausstellung in ihrem Atelier vor drei Jahren öffnet Elke Hergert nun wieder ihre Türen, lädt für Sonnabend, 27. September, von 11 bis 17 Uhr zu einer Atelierausstellung ein. Im Blickpunkt stehen dabei ihre Wasser- und Industrielandschaften.

Mit ihren norddeutschen Inspirationen setzt sie Wahrnehmungen in Bilder – Ölfarbe, Aquarelle, Mischtechnik – um. Sie möchte den Betrachter für ein ganz bewusstes Hinsehen sensibilisieren, ihn dahin bringen, auch das zu sehen, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Hergert: „Mir geht es darum, den überall zu beobachtenden Verfall in ästhetischer Weise zu dokumentieren.“

Die 1944 in Sinsheim geborene Künstlerin studierte zunächst an der Freien Akademie der Bildenden Künste in Mannheim, dann an der staatlichen Zeichenakademie in Hanau, an der Akademie für Werkkunst und Mode in Berlin. Hinzu kam ein Studium für Kunst und Literaturwissenschaft. Als Kuratorin leitete sie das Museumsatelier des Gerhard-Marcks-Hauses in Bremen. 1996 folgte sie dem Ruf der Universität Osnabrück, wurde Professorin für Theorie und Praxis der Malerei.

Als sich abzeichnete, dass Arnis ihr Zuhause werden würde, galt es, noch ein Problem zu lösen, denn: „Ich kann nur dort leben, wo ich auch ein Atelier habe.“ Also machte sie sich in der kleinen Stadt auf die Suche und entdeckte vor acht Jahren in der Langen Straße 11 die einstige Arnisser Maschinenbau-Werkstatt – nur wenige Schritte von ihrem Zuhause entfernt. Das rund 140 Quadratmeter große Gebäude richtete sie ihren Bedürfnissen entsprechend her. Parallel dazu löste Hergert ihr bisheriges Atelier in Bremen auf und verlegte ihre freischaffende Arbeit vollständig an die Schlei. Damit war klar, dass sie in Arnis nicht nur lebt, sondern auch arbeitet – in einem Atelier, in dem der einstige Werkstattcharakter erhalten geblieben ist.

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