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Moderner Unterricht : Den Glauben erleben, nicht büffeln

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Kirche geht mit der Zeit: Pastor Jörg Jeske und Anja Pfaff vom Kirchenkreis setzen auf Erlebnisangebote für Konfirmanden.

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erstellt am 30.Apr.2014 | 07:30 Uhr

Was will ich meinem Kind mit auf den Weg des Erwachsenwerdens geben, damit es sein Leben gestalten kann ? Die Kernfrage ist damals wie heute die gleiche. Doch ansonsten hat sich in den vergangenen Jahren vieles geändert, wenn es um die Konfirmation geht. Kinder, die in einer digitalen Welt zu Hause sind, für die Nachmittagsunterricht und lange Schulwege an der Tagesordnung sind, kann Kirche nicht erreichen, wenn sie mit Frontalunterricht im Sinne des Glaubens aufwartet. Das haben Gemeinden und Kirchenkreis längst begriffen – und reagiert. Konfirmandenunterricht wie ihn Eltern und Großeltern kennen, gibt es kaum noch. An seine Stelle treten Angebote mit kreativen Impulsen, gelebtem Glauben und Gemeinschaftserlebnissen – allen voran die Konfi-Camps.

Deren Zahl hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht, sagt Jörg Jeske, Pastor für Konfirmanden-Arbeit beim Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Die siebentägigen Lager des Kirchenkreises in Neukirchen seien zwar mit 140 Konfirmanden immer noch die größten, aber nicht mehr die einzigen. Jeske organisiert seit sechs Jahren Konfi-Camps – als Erlebnisblock im Rahmen der Konfirmandenarbeit. Das kirchliche Programm der sieben Camp-Tage entspricht rechnerisch dem, was nach klassischen Konzept – eine Nachmittagsstunde pro Woche – in einem Jahr vermittelt wird. Camp-Teilnehmer besuchen danach noch ein Jahr den Konfirmanden-Unterricht. Und der hat sich maßgeblich verändert.

„Von vielen Pastoren bekomme ich Rückmeldungen wie: Nach sieben, acht Stunden Schule kann ich die Jugendlichen nicht mehr unterrichten“, erzählt Jeske. Das liege nicht an Desinteresse, sagt er, ganz im Gegenteil: Viele Jugendliche seien sogar sehr offen für neue Angebote. Grund seien der Schuldruck und höherer Stress im Alltag. Jeske: „Die Zeit, Neues auszuprobieren, ist nicht da.“ Viele Kirchengemeinden reagieren darauf, indem sie vom Nachmittags-Konfirmandenunterricht abrücken und statt dessen in Zeitblöcken arbeiten. „Die klassische Form vergeht“, sagt Jeske. An deren Stelle trete Unterricht einmal im Monat für einen halben oder einen ganzen Tag.

In dieser Zeit geht es dann ums Erleben. „Die Erfahrungen guter Gemeinschaft, von Stille und stärkenden Beziehungen stehen beispielsweise im Vordergrund“, betont Jeske. Den Jugendlichen werde ein Raum geboten, in dem sie sich geborgen fühlen können – so geborgen, dass auch sehr intensive Erfahrungen ermöglicht werden. Dabei würden die Grundlagen nicht vernachlässigt, aber anders vermittelt. Jeske: „Wenn ich das Glaubensbekenntnis in selbst gestalteten Andachten spreche und das Vaterunser praktiziere, brauche ich das nicht auswendig zu lernen.“

Gemeinsam neues ausprobieren – das ist das Ziel vieler neuer kirchlicher Angebote für Konfirmanden, sagt auch Anja Pfaff vom Kirchenkreis. So laden viele Pastoren die Jugendlichen zum Pilgern ein, das heißt: Handy aus und losmarschieren. Das schaffe neue Erfahrungen. „Und wenn sie es dann geschafft haben, sind die meisten richtig stolz“, so Pfaff. In Schleswig und dem Umland präsentierten die Kirchengemeinden ihre Konzepte gemeinsam, sodass jeder sich das für ihn passende Angebot heraussuchen könne. Zudem gebe es in vielen der 67 Gemeinden im Kirchenkreis Frühkonfirmanden im Grundschulalter, die dann als Jugendliche nur noch ein Jahr Konfirmanden-Angebote wahrnehmen – in Form von Angeboten mit viel kreativem Freiraum und religiösen Erfahrungen. Jeske: „Das ist der Weg, der nachhaltig wirkt.“

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