Arnis : Dem Stadtfest fehlte es an nichts

Kai Wimmer lässt sich bei seiner Holzschnitzarbeit gerne vom Stadtfest-Vorbereitungs-Trio Jane Adler, Ralf Timm und Anja Erichsen (v.li.) über die Schulter schauen.
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Kai Wimmer lässt sich bei seiner Holzschnitzarbeit gerne vom Stadtfest-Vorbereitungs-Trio Jane Adler, Ralf Timm und Anja Erichsen (v.li.) über die Schulter schauen.

Feier am Wochenende mit Musik, Rallye, Nostalgie, Kreativität, Kulinarischem und Flohmarkt.

shz.de von
06. Juli 2015, 08:15 Uhr

Alle zwei Jahre ein Stadtfest in Arnis und das seit 1984: Jetzt war es wieder soweit, und da hatte das Vorbereitungs-Trio Jane Adler, Anja Erichsen und Ralf Timm seit geraumer Zeit viele Ideen-Register gezogen. Das Ergebnis war ein abwechslungsreiches Programm, bei dem die Besucher in jeglicher Beziehung auf ihre Kosten kamen: Ob Musik, Stadtrallye zum Erkunden Deutschlands kleinster Stadt, allerlei Kreativität, ein bisschen Nostalgie und natürlich viel Kulinarisches – es fehlte an nichts.

Für das Fest war sogar der Verkehr war aus einem Teil der Langen Straße verbannt. In seiner Eigenschaft als stellvertretender Bürgermeister Ralf Timm eröffnete das Stadtfest und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das, was die kleine Schleistadt einmal mehr auf die Beine gestellt hat, den Besuchern gefällt. Haufenweise gebe es Aktivitäten – das stehe, wie es hieß, der Stadt gut zu Gesicht. Mitmachen und miterleben, so war es angesagt, und da ließ sich niemand zwei Mal bitten. Mit dabei war natürlich auch die Feuerwehr der Stadt und die Jugendfeuerwehr aus Kappeln – so hat es Tradition.

Es waren verwandtschaftliche Bande, die die Künstlerin Inger Kristina Wegener aus Rendsburg nach Arnis geführt hatte. 2011 hatte sie im Rathaus bereits mit einer Ausstellung viel Aufmerksamkeit erregt, jetzt war Wegener mit „Monster“-Bildern nach Arnis gekommen und lud Kinder zum Malen ihrer ganz persönlichen Monster ein. Ihre waren im November im Rahmen der UN-Kinderrechtskonvention im Kieler Landeshaus zusehen, derzeit stellt sie im Berliner Bundesjustizministerium aus.

Für den 67-jährigen Kai Wimmer, der seit gut einem halben Jahr in der Langen Straße lebt, war das Stadtfest eine guten Gelegenheit, sich mit seinen Holzschnitzarbeiten zu präsentieren. Mit dabei war auch seine Frau Gisela Schütte, sie ist Keramikerin. Vor ihrer Haustür zeigten beide, was es mit ihrem „einzig-Art-iges aus Holz und Ton“ – so der Slogan – auf sich hat. Beide sind in Arnis künstlerisch tätig und fühlen sich wohl in der kleinen Stadt, „in der wir gut aufgenommen worden sind“. Ursprünglich wollten sich die Eheleute in Kappeln niederlassen, entschieden sich dann aber für Arnis. „Eine gute Entscheidung“, wie Wimmer, der ein großes Faible für Holz hat, sagt. Er schnitzt seine Figuren aus „dem Vollen“, will heißen: aus Blöcken von gefällten Bäumen. Arnisser Linden sind noch nicht dabei. Und er weiß zu seinen Figuren viel zu erzählen.

In Arbeit während des Stadtfestes hatte er einen Menschen, der mit dem Beil auf die Erde einschlägt – ein Mensch, der sich die Erde untertan machen will. Bei seinen Schnitzarbeiten greift er Themen des Lebens und auch aus der Bibel auf. Dazu hat er in Arnis die Muße, die er sich gewünscht hat, gefunden. Gleiches gilt für seine Ehefrau, die während des Festes zusammen mit Kindern aus Ton das formt, was in der Schleistadt naheliegt: Maritimes.

Und weil alles rundum gelungen war, folgte am gestrigen Sonntag gleich der zweite Teil: ein Flohmarkt mit vielen Ständen Einheimischer und ihrer Freunde. Bei alledem wurde deutlich, dass die Arnisser nicht nur eine eingeschworene Gemeinschaft bilden, sondern auch außerordentlich gastfreundlich sind.

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