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Kappeln : Dem „Schleifisch“ droht das Aus

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Suche nach Sponsoren verläuft bislang erfolglos. Bis zum Monatsende soll eine Entscheidung über die Realisierung fallen.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Ganz aufgeben will er noch nicht. „Aber etwas Ernüchterung ist schon eingetreten.“ Das räumt Frank Poppner unumwunden ein. Im Frühling hatte er sein ambitioniertes Projekt der „Schleifische“ vorgestellt, hatte ein dreidimensionales Modell geschaffen, das für eine 15 Meter lange und fünf Meter hohe Edelstahl-Skulptur stand. Eben diese Skulptur wollte Poppner unmittelbar am Schleiufer auf der Schwansener Seite platzieren. Und das will er immer noch, auch wenn sich ihm inzwischen die Suche nach den dafür nötigen Sponsoren als äußerst schwierig offenbart hat.

„Ich habe die vergangenen Monate damit verbracht, mich intensiv um Förderung seitens des Landes und von Stiftungen zu bemühen“, sagt Frank Poppner. Parallel dazu hat er begonnen, sein ursprünglich auf 220.000 Euro taxiertes Projekt abzuspecken: 30 Zentimeter weniger Tiefe, Verzicht auf Lackierung, deutlich geschrumpftes Künstlerhonorar – um nur einige Faktoren zu nennen. „Ich könnte auch mit dieser Variante gut leben“, sagt Poppner. Formal ändere sich nichts, allerdings habe er zwei regionale Firmen, die bislang an der Umsetzung des Projekts beteiligt waren, streichen müssen. Geblieben sind Kosten von rund 150.000 Euro, die weiterhin auf Förderer verteilt werden sollen. Poppner: „Jetzt muss sich zeigen, ob es einige finanzkräftige Kunstfreunde gibt, die sich stark mit Kappeln verbunden fühlen.“

Sich selber hat er einen zeitlich überschaubaren Rahmen gesteckt. Etwa bis zum Monatsende will er die Entscheidung seiner letzten Trumpfkarte abwarten, eine letzte große Stiftung soll sich bis dahin bei ihm melden. Frank Poppner weiß, dass die Geldquellen im kulturellen Umfeld ohnehin nie wirklich gesprudelt sind, derzeit jedoch empfindet er sie als fast versiegt. „Der Bereich war schon immer knapp bemessen“, sagt er. „Aber unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung sind die Aussichten noch eingeschränkter.“ Prioritäten haben sich verschoben. Statt Kunst zu fördern, fließen Gelder in die dringend erforderliche Flüchtlingshilfe. „Das ist die neue Realität“, sagt Frank Poppner. „Und sie ist absolut nachvollziehbar.“

Daneben beschäftigt ihn auch noch ein Urheberstreit, den ein Kieler Unternehmer bereits 2014 mit dem Flensburger Rainer Hummel geführt hat, dessen „Schleifische“-Design wiederum Frank Poppner zu seiner Skulptur inspiriert hat. Der Kieler hatte im Design des Flensburgers seine Idee wiedererkannt und beantragt, dem Flensburger die Nutzung des „Schleifisches“ zu untersagen. Das Kieler Landgericht hatte diesen Antrag jedoch als unbegründet zurückgewiesen. Poppner selber nennt die Diskussion „absurd“. Seine Skulptur hält er für ein „einzigartiges Projekt, das für sich, aus sich und durch sich steht“. Gleichzeitig räumt er ein, aus der Angelegenheit Konsequenzen zu ziehen. „Ich glaube nicht, dass ich mich noch einmal mit der Idee eines Dritten befassen werde“, sagt er. „Dann betritt man einen unkontrollierbaren Bereich.“

An Enthusiasmus für seine „Schleifische“ hat er derweil nichts eingebüßt. „Das Projekt bleibt eine tolle Idee“, ist Poppner überzeugt. „Eine Idee, die auch dem Standort Kappeln gut tun würde.“ Trotzdem will er sie nicht bis ins Unendliche hinauszögern. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen fällt die Entscheidung, ob es die „Schleifische“ vom Modell auf dem Tisch tatsächlich ans Schwansener Ufer schaffen.

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