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Kinderwünsche zu Weihnachten : Datenschutz behindert Wunschzettel-Aktion

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Um Kindern aus sozial benachteiligten Familien eine Freude zu machen, gibt es die Wunschzettel-Aktion. Wer mitmachen will: Wunschzettel gibt es ab sofort im Rathaus.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 07:30 Uhr

Weihnachtsgaben an Kinder bedürftiger Familien haben in Kappeln Tradition. Seit den 1970er-Jahren gibt es solche Aktionen. In den vergangenen Jahren gab es dafür die „Wunschzettel“. Die Kinder schreiben oder zeichnen auf einen Wunschzettel, was der Weihnachtsmann ihnen bringen soll. So wünscht sich ein Junge ein Spielzeug-Auto, ein Mädchen eine Barbie mit einem Einhorn. Bürger, denen es besser geht, kaufen dann für diese Kinder die Geschenke laut Wunschzettel.

„Die Spendenkultur in Kappeln ist unglaublich, gerade auch im Verhältnis zur Größenordnung dieser Stadt“, sagte Bürgermeister Heiko Traulsen. Denn nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene und Familien gibt es zu Weihnachten Geschenke in Form von Gutscheinen oder Geldpräsenten. Dass diese Aktion mehr denn je ihre Berichtigung hat, machte die Leiterin des Ordnungsamtes, Helga Lorenzen, deutlich. „Ein Viertel aller Menschen in Kappeln sind arm oder von Armut betroffen“, sagte Lorenzen. Und auch beim Weihnachtshilfswerk kämen nicht alle Hartz-IV-Empfänger in den Genuss dieser Geschenke. Es müssten schon besondere Gründe vorliegen. Über die Vergabe entscheidet dann der Sozialausschuss.

Für dieses Gremium sowie für die Verwaltung hatte der LWG-Fraktionsvorsitzende Michael Arendt großes Lob parat: „Ich bin tief beeindruckt davon, dass das Weihnachtshilfswerk über viele Jahre besteht und mit welcher Akribie die Arbeit im Sozialausschuss geleistet wird, denn der Aufwand ist immens.“ 500 Euro hat die LWG-Fraktion dem Weihnachtshilfswerk gespendet. Dazu sagte LWG-Stadtvertreter Peter Koch: „Die Summe kommt aus unseren Sitzungsgeldern. Ich hoffe, das Geld kommt an die richtige Adresse.“

Doch an die richtigen Adressen heranzukommen, fällt dem Ordnungsamt immer schwerer. Grund dafür sind datenschutzrechtliche Vorgaben aus dem Kreishaus. Helga Lorenzen erklärte: „Wir dürfen Betroffene deswegen nicht anrufen.“ Für Stefan Lenz, den Geschäftsführer der Kappelner Werkstätten, ist das ein Unding. „Das kann doch nicht angehen, dass ein Kind aufgrund so einer Bestimmung kein Geschenk bekommt“, so Lenz. Schließlich rufe das Ordnungsamt der Stadt Kappeln und keine Privatperson an. Lorenzen bestätigte: „Dabei ist die Resonanz in der Bevölkerung gut für diese Aktion.“ Schon im November habe man telefonische Anfragen bekommen, ob diese Aktion wieder stattfinde.

In diesem Jahr gibt es eben auch wegen des Datenschutzes bislang „nur“ 79 Wunschzettel, während es im vergangenen Jahr 152 waren. Allerdings blieben damals auch rund 50 Wunschzettel übrig, deren Anliegen mit dem Geld der Werkstätten erfüllt wurden. In diesem Jahr holten sich Lenz wie auch Traulsen, Lorenzen und Koch erneut Wunschzettel ab. Und Michael Arendt hatte sein Geschenk für den Wunschzettel bereits mit dabei.

 

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