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Kappelns Schulen : Das Ringen um die Fünftklässler

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die weiterführenden Schule stellen sich vor, denn jetzt müssen sich die Eltern der Grundschüler entscheiden.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Die Halbjahreszeugnisse sind verteilt, nun stellen die Schulen sich und ihre Konzepte den Eltern ihrer angehenden Fünftklässler vor. Thomas Hellmuth, Schulleiter des Klaus-Harms-Gymnasiums, ist gespannt, wie viele Anmeldungen es in diesem Jahr sein werden. „Wir hoffen natürlich, dass es so viele werden wie im Vorjahr – vielleicht noch ein bisschen mehr“, sagt er. Im Moment werden dort 706 Schüler unterrichtet.

Im März wird Hellmuth mehr wissen. Erstmal heißt es abwarten, denn am Dienstag, 14. Februar, werden den Eltern der Viertklässler die weiterbildenden Schulen an einem Grundschulinformationsabend vorgestellt. Am 20. und 21. Februar werden individuelle Beratungsgespräche angeboten. Anschließend, am Freitag, 24. Februar, haben die Eltern, vor allem aber die Kinder, die Möglichkeit, in den Unterricht der fünften und sechsten Klassen an der Klaus-Harms-Schule reinzuschnuppern. Das ist kein Tag der offenen Tür im eigentlichen Sinne: „Wir wollen keine künstliche Situation schaffen“, erklärt der Schulleiter. Die Kinder sollen die Schule so erleben, wie sie ist, haben aber die Gelegenheit zu gucken, zu hören, auszuprobieren und Fragen zu stellen.

Ähnlich sieht es in der Gemeinschaftsschule an der Schlei aus. In der kommenden Woche werden ganze Klassen aus der Kappelner Grundschule, aber auch aus den Schulen umliegender Gemeinden gemeinsam mit ihren Lehrkräften zu Gast sein, teilt Schulleiterin Britta Pichatzek mit. Viele Informationen und Angebote können sich die Viertklässler während einer Schulrallye selbst erarbeiten. Am Mittwoch,
15. Februar, beginnt um 18.30 Uhr ein Informationsabend für interessierte Eltern in der Mensa mit einer Ausstellung, die die spezifischen Ziele und Arbeitsweisen an der Kappelner Gemeinschaftsschule vorstellt. Die Anmeldung der Kinder können die Eltern vom
27. Februar bis zu 8. März in der Zeit von 8 bis 14 Uhr im Sekretariat erledigen, am Donnerstag, 2. März, sogar von 8 bis 19 Uhr. Derzeit gehen 460 Schüler auf die Gemeinschaftsschule an der Schlei. Mit dem mittleren Bildungsabschluss haben sie die Möglichkeit, das Abitur an der Klaus-Harms-Schule oder am Berufsbildungszentrum abzulegen.

Das Berufsbildungszentrum (BBZ) Kappeln ist eine Außenstelle des Berufsbildungszentrums Schleswig und die dritte Alternative, die den Schülern in der Schleistadt zur Verfügung steht. Für Schulleiter Uwe Schürch hat die Anmeldephase schon begonnen. Er besucht in diesem Zusammenhang die Gemeinschaftsschulen in Kappeln, in Sterup und bei Bedarf auch in Süderbrarup und stellt das BBZ vor. Schürch richtet sich an die Schüler mit erstem allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und mit mittlerem Schulabschluss (MSA). „Aber auch Schüler ohne Abschluss haben bei uns die Möglichkeit, weiter zur Schule zu gehen“, beschreibt der Außenstellenleiter. Die Anmeldefrist läuft seit der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse am 27. Januar und noch bis zum 28. Februar. Etwa 380 Schüler gehen derzeit zum BBZ, rund 70 davon sind am beruflichen Gymnasium auf dem Weg zum Abitur. Kein Fachabitur, sondern eines, mit dem den Absolventen alle Studiengänge offen stehen.

Mit diesem Angebot der drei Schulen stehen Eltern und Schülern alle Wahlmöglichkeiten offen. Dass nun plötzlich die Debatte um ein Zurück zum G  9-Modell, also zum Abitur nach 13 statt nach zwölf Schuljahren (G  8), wieder auflebt, lässt die Schulleiter in Kappeln eher ruhig. Die CDU hatte angekündigt, im Falle eines Sieges bei der Landtagswahl am 7. Mai an allen Gymnasien das G  9-Modell wieder einzuführen. An der Klaus-Harms-Schule ist das zunächst kein großes Thema. „Wir haben G  8 für uns optimiert“, erklärt Thomas Hellmuth. Es gibt Hausaufgabenregelungen und Förderprogramme. Die Kinder haben mehr Unterricht, aber dafür zu Hause weniger zu erledigen. „So ist die Belastung gut verteilt.“ Einer eventuellen Wiedereinführung der neun Schuljahre am Gymnasium, steht Hellmuth abwartend gegenüber. „Wenn es eine Öffnung geben sollte, werden wir das im Kollegium neu diskutieren“, so der Schulleiter.

Das BBZ bietet durch die drei Jahre im Anschluss an den mittleren Bildungsabschluss eh ein Abitur nach 13 Schuljahren an. Und Schulleiter Schürch findet es gut, dass es derzeit beide Möglichkeiten in Kappeln gibt. Mit ein wenig Skepsis blickt Britta Pichatzek auf die Ansage der CDU, das G  9 Modell wieder einführen zu wollen. „Wir haben eine sehr gut funktionierende Kooperation mit dem Gymnasium und dem BBZ“, sagt sie und hat daher auch keine allzu großen Befürchtungen. Die Möglichkeit, dass mehr Eltern ihre Kinder direkt im Gymnasium anmelden, sollte auch die Klaus-Harms-Schule wieder G  9 anbieten sollen, bestehe aber schon. Siehe dazu Schulvergleich auf Seite 10

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