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Kappelner Informationstag : Das Leben mit der Zuckerkrankheit

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Großes Interesse am 4. Kappelner Diabetes-Tag: Rund 600 Gäste hörten Vorträge und informierten sich über die neusten Entwicklungen.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 06:30 Uhr

Kappeln | In Kappeln ist der Wunsch nach Informationen zu Diabetes, der Behandlung und Tipps zur Vermeidung. Denn anders ist schwer zu erklären, warum Dr. Matthias Gloge und sein Team zum vierten Diabetes-Tag unter dem Motto „Aktiv mit Diabetes“ am Sonnabend insgesamt rund 600 Besucher in den Kappelner Werkstätten begrüßen konnte.

Gloge, der seit 18 Jahren in der Konsul-Lorentzen Straße 9 eine von insgesamt 32 Diabetes-Schwerpunktpraxen in Schleswig Holstein betreibt, verfolgt mit dem Diabetes-Tag die Intention, Betroffene, Angehörige und Interessierte eingehend über die Stoffwechselstörung Diabetes, die seiner Aussage nach zu einer Volkskrankheit geworden ist, zu informieren und aufzuzeigen, dass trotz der Erkrankung ein lebenswertes Leben möglich ist. Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Augen-, Fuß- und Nierenerkrankungen. Diabetes kann durch Insulinresistenz oder Störung der Insulinproduktion entstehen. Während der Typ 1 genetisch - durch Viren oder einen Autoimmunprozess ausgelöst - bedingt sein kann, hat der Typ 2 (Diabetes mellitus) seine Ursachen in einer Insulinresistenz oder einer Glukoseverwertungsstörung. Ernährung und Bewegung sind bei der Behandlung des Diabetes Typ II wichtig. Erst wenn das nicht reicht, müssen Tabletten genommen oder Insulin gespritzt werden.

Intensiv nutzten die Besucher alle Angebote – ob die jeweils halbstündigen Referate, der gemütlichen Cafeteria mit Kuchen- und Torten-Büffet im Foyer oder der interessanten Industrieausstellung, bei den moderne Blutzuckermessmethoden vorgestellt und Alltagshilfen für ein erträgliches Leben mit Diabetes vorgestellt sowie Ernährungstipps gegeben wurden.

Die Reihe der Vorträge eröffnete der Schleswiger Facharzt für Innere Medizin, Dr. Carsten Petersen, weiter ging es mit Stephanie Klameth und Nicole Borovy vom Verein „Gefährten mit 4 Pfoten“. Sie stellten Diabeteswarnhunde vor und die heute gängige CGM-Methode vor. Hierbei wird rund um die Uhr der Glukosegehalt im Unterhautfettgewebe gemessen. So können sich Patient oder Arzt schnell einen Überblick über den Blutzuckerverlauf verschaffen. Auch Echtzeitmessung ist möglich. Bei dem Vergleich kamen die Diabetes-Warnhunde nicht schlecht weg. Sie sind ein guter Ersatz für Technik und das demonstrierten „Käthe“, „Lilith“ und „Carlo“ im Anschluss. Das Referat zum Thema Sozialrecht hielt der Diplom-Sozialpädagoge Wolfgang Schütt, Diabetesberater am Kreiskrankenhaus Eckernförde. Er machte den Anwesenden klar, dass auch Diabetiker einen Schwerbehinderten-Ausweis beantragen können.

Viele weitere wichtige Informationen erhielten die Besucher an den Info-Ständen: Der Kappelner Seniorenbeirat und der Ortsverein des Sozialverbandes Deutschland waren ebenso vertreten wie die Kappelner Ärztin Dr. Edith Windgassen, die die Ernährung in den Fokus und hochwertige Mahlzeitenersatzprodukte vorstellte. Sie können bei der Entfettung der Leber hilfreich sein. Außerdem stellte sie ein Programm zum „Abnehmen mit Wohlfühlfaktor“ und das „Leberfasten nach Dr. Nicolai Worm“ vor. Sie kündigte an, am Montag, 10. Juli, um 19 Uhr, einen kostenlosen Info-Abend in Kappeln, Flensburger Straße 5, anzubieten. Anmeldungen dazu sind bereits jetzt unter Te.. 01  73  /  2  38  47  77 oder Tel. 0  46  42  /  13  83 möglich.

Mit dem „Sanitätshaus Hildebrandt“ und „Orthopädie Rieger“ waren zwei Sanitätshäuser vertreten. Sie stellten Alltagshilfen für Diabetiker vor, darunter Einlagen und Schuhe mit weichen Sohlen. Viel zu tun hatten die beiden Diabetes-Assistentinnen Antje Gloge und Anke Sakowski am Stand des Praxisteams Dr. Gloge. Sie boten Blutdruck- und Blutzuckermessung an. „Wir haben dabei einige Ausreißer entdeckt“, bestätigte Antje Gloge.

Neben den heimischen Ausstellern waren auch elf Industrie- und Medizinproduktehersteller mit ihren Ständen vertreten. Dabei standen vor allem die neuen Blutzucker-Messgeräte im Fokus des Interesses, vorallem die Messgeräte, die den Blutzucker ganztägig kontrollieren.

Über den Publikumszuspruch waren am Ende alle sehr zufrieden. Auch Veranstalter Dr. Matthias Gloge: „Schön, dass der Tag wieder so viel Resonanz gefunden hat. Es hat uns als Praxisteam auch trotz der vielen Vorbereitungsarbeit viel Freude bereitet, zu sehen wie engagiert die Betroffenen an diesem Tag teilgenommen haben.“ Ein fünfter Diabetestag wird dennoch einige Zeit auf sich warten lassen. Wie Dr. Gloge erklärte, wird das davon abhängen, wie sich die Medizingeräte weiterentwickeln und was sich im Bereich Diabetes-Behandlung ändern wird.

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