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Kappelner Präventionstag : Das Leben durch eine andere Brille sehen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Alkohol, Migrationsfragen, Kommunikation und Internet: Die Themenvielfalt des dritten Präventionstages war groß.

„Vorbeugen ist besser als heilen“ beschreibt am treffendsten das Leitmotiv des „3. Kappelner Präventionstags“. Dieses Mal hatte der Kappelner „Arbeitskreis Prävention“ in die Mehrzweckhalle der Gemeinschaftsschule eingeladen. Die Ausrichtung hatte der Verein „Sozial-Forum“ übernommen. Ziel dieses Projekttages war es, Kinder und Jugendliche auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen und Wege aufzuzeigen, wie man sie vermeiden kann. Es ging aber auch darum, Hilfen für den Ernstfall zu zeigen. Vorrangige Themen waren Alkohol, Migrationsfragen und das Internet, aber es ging auch um Zahngesundheit und um Kommunikation.

So bot die Verbraucherberatung in einem Klassenraum im Stundentakt 20-minütige Vorträge zu den Themen „Sicheres Chatten in sozialen Netzwerken“, „Abgezockt im Internet“ und „Musik- und „Filmtauschbörsen im Internet“ an. „Prävention ist heute wichtiger denn je“, erklärte der Diplom-Sozialpädagoge Tobias Morawitz vom Kinder- und Jugendschutz des Kreises Schleswig-Flensburg, einer der Mitorganisatoren des Präventionstages. „Darum ist jeder für die Prävention ausgegebene Euro gut angelegtes Geld.“ Morawitz stellte am Kinder- und-Jugendschutz-Stand mit seinen Kollegen Maßnahmen vor, sich gegen Mobbing zu schützen, zeigte aber auch auf, wo es im Bedarfsfall Hilfe gibt.

Zahnärztin Dr. Christiane Stappert vom Fachdienst Gesundheit des Kreises zeigte auf eindrucksvollen Bildern, wie sich Zähne verschlechtern, wenn sie nicht gepflegt werden. Aber sie hatte auch Abhilfe mitgebracht: Zahnbürsten. Die Besucher konnten mit Hilfe fluoreszierender Farben eventuelle Plaqueablagerungen auf ihren Zähnen nachweisen, um dann anschließend – nach gründlicher Zahnreinigung mit Bürste und Zahnseide – den Erfolg zu überprüfen. „Wir kümmern uns in Schulen und Kindergärten um altersgerechte Zahnreinigung“, erklärte Stappert.

Überraschendes erlebten die Besucher am Stand des „Jugendmigrationsdienstes der Diakonie Schleswig-Holstein“. Hier drückten Oxana Wittmann und Maike Hohmann den Besuchern ein Blatt Papier in die Hand mit der Bitte, es auszufüllen. Weitere Informationen gab es nicht, Fragen waren nicht erlaubt. Das hinterließ fast ausnahmslos fragende Gesichter bei den Besuchern, denn das Formular war auf Arabisch verfasst. Viele füllten es dennoch aus, obwohl sie nicht wussten, was sie da machten. Oxana Wittmann: „Da könnt ihr mal sehen, wie es einem Migranten geht, wenn er ein Formular ausfüllen muss, das er nicht lesen und daher auch nicht verstehen kann.“ Auf die abschließende Frage, wie sie sich beim Ausfüllen gefühlt hatten, antworteten fast alle „unsicher“. Genauso erging es Lasse (12), Lion (12) und Malte (12) aus der 7c der Gemeinschaftsschule Kappeln. Die drei hatten gerade ihr Formular ausgefüllt und dachten darüber nach, was sie da wohl gemacht hatten.

Am Stand des Kappelner Berufsbildungszentrums (BBZ) informierten Herbert Thoma und Dolores Weißbach über die Auswirkungen von Alkoholgenuss. Und was das in der Realität für das Verhalten im Straßenverkehr ausmacht, konnten die Schüler am eigenen Leib auf einem Demo-Kurs der Kappelner Polizei in der Halle erfahren. Den Parcours sollten die Schülerinnen und Schüler nun mit einem Kettcar bewältigen. Doch das war nicht so einfach, denn die Schüler mussten eine Brille aufsetzen, mit der bestimmte Trunkenheitszustände von 0,2 bis 1,6 Promille simuliert werden können. Einer der Ersten, der sich traute, war der 12-jährige Robin aus der 7c der Gemeinschaftsschule. Im jugendlichen Übermut hatte er die 0,8-Promille-Brille aufgesetzt – und anschließend den Parcours kräftig abgeräumt. Sein Fazit nach der „Trunkenheitsfahrt“: „Ich will nie besoffen sein. Man sieht ja alles doppelt.“ Er sollte gestern nicht der Einzige bleiben, der diese Erfahrung machte.


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