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Erhöhung : Das Kunsthaus zieht die Preise an

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Trägerverein des Kunsthauses Hänisch erhöht erstmals seine Mitgliedsbeiträge und den Eintrittspreis.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 07:30 Uhr

Seit seiner Gründung im Jahr 2008 hat der Trägerverein des Kunsthauses Hänisch weder an seinen Mitgliedsbeiträgen noch am Eintrittspreis für die Einrichtung gerüttelt. Am Montagabend war es nun erstmals soweit. Mehrheitlich votierte der Verein bei seiner Jahresversammlung für eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge um teils über 40 Prozent, auch der Eintritt ins Kunsthaus wird künftig mehr kosten.

Bevor man jedoch über Geld sprach, warf Vereinsvorsitzender Uli Schütt einen Blick auf das zurückliegende Jahr, das er insgesamt „sehr bewegend“ nannte: eine Schülerausstellung samt Werken von Claus Vahle zu Jahresbeginn, die große Schau mit Armin Mueller-Stahl – „die“, so Schütt, „sehr viele Menschen ins Kunsthaus gelockt hat, die vorher noch nie hier waren“ –, die skandinavische Ausstellung „Mittsommerlicht“, schließlich die Bibel-Lithografien von Marc Chagall. Noch bis Ende des Monats zeigt das Kunsthaus eine Gemeinschaftsschau von Volker Tiemann und Arne Rautenberg – in Schütts Augen „eine sehr mutige Ausstellung“, die sich das Haus aber allein schon deshalb leiste, um auf möglichst breit aufgestellt zu sein. Schütts Fazit: „Ich habe das Gefühl, wir sind nach sechs Jahren eine feste Größe in Kappeln geworden.“

Kassenführer Holger Jensen präsentierte im Anschluss eine im abgelaufenen Jahr üppig gefüllte Kasse, in der Einnahmen von 35.231 Euro aufgeführt waren. Den größten Teil davon machten Sponsorenzuschüsse von gut 8500 Euro aus, auch die Verkaufserlöse (knapp 6400 Euro) und Verkaufsprovisionen (knapp 6000 Euro) waren erheblich. Zu den umfangreichsten Posten bei den mit 23.009 Euro bezifferten Ausgaben zählten unter anderem Honorare (gut 8600 Euro) und Versicherungen (gut 2300 Euro). Unterm Strich konnte Jensen also einen Überschuss von 12.222 Euro vermelden – eine erhebliche Steigerung im Vergleich zum Jahr zuvor, das bei fast identischen Ausgaben mit einem Minus von mehr als 6000 Euro abschloss. Und so prognostizierte der Kassenwart auch für das laufende Jahr einen Unterschuss, denn: „Für 2014 können wir wohl nicht mit vergleichbaren Zahlen rechnen.“ Tatsächlich sei das Sponsorenaufkommen ungewöhnlich hoch gewesen, und auch die Zugpferde Mueller-Stahl und Chagall hätten deutlich mehr Einnahmen als üblich in die Vereinskasse gespült. Auch Vorsitzender Uli Schütt gab sich zurückhaltend. Zwar sei man mit dem jetzt erwirtschafteten Plus zunächst auf der sicheren Seite – „aber das heißt nicht, dass wir nichts mehr tun müssen“.

Erste Maßnahme: eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Seit Vereinsgründung zahlen Einzelpersonen jährlich 35 Euro, Familien 55 Euro und Firmen 75 Euro. Künftig sollen sie, so der Vorschlag des Vorstandes, 50 Euro, 65 Euro und 90 Euro aufbringen. Die Diskussion darüber verlief kurz, aber kritisch. Als Gegenvorschlag kam etwa eine aggressivere Mitgliederwerbung auf den Tisch oder eine höhere Eigeninitiative der 118 bereits vorhandenen Mitglieder. Ein andere Stimme nannte die Erhöhung dagegen „absolut angemessen“ – eine Meinung, der die Anwesenden bei zwei Enthaltungen folgten. Vorsichtiger wollte der Vorstand danach die Eintrittspreise anheben, von derzeit 2,50 Euro auf 3 Euro. Dazu Uli Schütt: „Wir wollen die Menschen nicht abschrecken, aber mit 2,50 Euro sind wir zu billig.“ Einstimmig folgten ihm seine Mitglieder.

Für das laufende Jahr stehen sämtliche Ausstellungen bereits fest. Von Mai bis Juni zeigt das Kunsthaus Fotografien aus Kappeln und Umgebung von Theodor Möller, im Sommer folgt die große Gemeinschaftsausstellung von Till Warwas, Lars Möller und Ulf Petermann, die Bilder zeigen, die im vergangenen Jahr in der Region entstanden sind, zum Jahresabschluss eine deutsch-dänische Schau. Außerdem will der Verein im Juli die im vergangenen Jahr erstmals initiierte Auktion wiederholen – dieses Mal im Kunsthaus selber.

Zu Beginn der Versammlung hatte Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker das ehrenamtliche und gleichzeitig professionelle Engagement des Kunsthaus-Vereins gelobt. „Kappeln tut gut daran, das Kunsthaus in dieser Qualität aufrecht zu erhalten“, sagte Ungethüm-Ancker. Und Vorsitzender Uli Schütt richtete seinen Dank an die Namensgeberin und Initiatorin Hildegard Hänisch, als er sagte: „Ohne dich wäre dieses Haus nicht da.“ Die Angesprochene wiederum gab den Ball zurück an den Vorstand, der ihre „Herzensangelegenheit“ selbstlos unterstütze.

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