Stadt-Logo : Das ist Kappelns neues Logo

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Aus 44 Einsendungen hat eine Jury die Marke ausgesucht, die die Stadt künftig repräsentieren soll. Der Gewinner kommt aus Baden-Württemberg.

shz.de von
12. September 2018, 17:40 Uhr

Am Ende hat es etwas mehr als eineinhalb Stunden gedauert, dann stand das Ergebnis fest: Künftig soll die Stadt Kappeln von einem Logo, das eine Kirche andeutet sowie den Verlauf der Schlei, und dem Zusatz „Kappeln – Die Schleistadt“ repräsentiert werden. Diese Auswahl traf eine siebenköpfige Jury aus 44 Einsendungen. So viele Beiträge waren bei der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) in den zurückliegenden Wochen eingegangen. Die WTK hatte zu einem Wettbewerb aufgerufen, dessen Ziel es war, eine neue Wort-Bild-Marke für Kappeln zu schaffen. Der erste Preis, 3000 Euro, geht an Arthur Schmidt, einen 53-jährigen Grafikdesigner aus dem baden-württembergischen Öhringen.

Vorweg aber reduzierte die Jury – bestehend aus WTK-Geschäftsführerin Lara Zemite, Ostseefjord-Schlei-GmbH-Geschäftsführer Max Triphaus, Wirtschaftskreis-Mitglied Corinna Graunke, Anja Fuge vom Touristikverein, Bürgermeister Heiko Traulsen, Stadtvertreter Andreas Scheller und Debora Stock vom WTK-Marketingbeirat – die 44 Arbeiten, die alle zum ersten Mal sahen, auf fünf, im nächsten Schritt auf drei und kürte daraus den Sieger. Auffällig bei den Einsendungen: Dominierend waren die Farben Blau und Grün, manchmal Rot, auch Schwarz. Häufig fand sich ein Kirchturm, oft die Brücke (mal mit dem Zusatz „In Kappeln klappt’s“ oder auch „Die echte Hafenstadt“), der Buchstabe E wurde zu drei Heringen, andere versuchten mit dem Slogan „Kappeln – Zum Glück im Norden“ oder „Aus Liebe zum Wasser“ zu punkten. Ein Beitrag lockte mit „heringspaziert“.

 

Aus der Erklärung, die der spätere Sieger mitgeliefert hatte, ging hervor, dass sein Logo aus Stadtsilhouette und stilisierter Schlei besteht, die Farben Blau und Grün Wasser und Natur symbolisieren sollen – eine Farbkombination, die Zukunftsgewandheit ausdrücken soll. Max Triphaus wies kurz daraufhin, dass die unterschiedliche Farbgebung der Schlei missverstanden werden könne, wenn man sie mit Blick auf die Wasserqualität interpretiere. Und Andreas Scheller erkannte in der angedeuteten Kirche nicht zwingend St. Nikolai. „Es könnte auch der Schleswiger Dom sein“, so Scheller. Ein anderer Beitrag, der es unter die Top 3 geschafft hatte, zeigte die Mühle und darunter einen Hering. Und während Debora Stock diesen Entwurf „sympathisch“ fand, nannte ihn Corinna Graunke „überhaupt nicht modern“.

In offener Abstimmung fiel dann schließlich die Wahl auf Silhouette plus Schlei plus „Kappeln – Die Schleistadt“. Danach urteilte allerdings Stock: „Schleistadt ist langweilig.“ Und Triphaus blieb dabei: „Dass die Schlei unterschiedliche Farben hat, finde ich immer noch nicht gut.“ Ein anderer fand die Schrift „zu spießig“.

Der Urheber Arthur Schmidt freute sich derweil, dass die Wahl auf sein Logo gefallen war. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte der Grafikdesigner: „Ich nehme regelmäßig an Wettbewerben teil, das ist ein Hobby von mir.“ Über die Stichwortsuche bei Google sei er auf den Kappelner Aufruf gestoßen, räumte jedoch ein: „Die Gegend ist mir eigentlich unbekannt.“ Deshalb musste er umfangreich recherchieren, informierte sich über Sehenswürdigkeiten, ließ sich von Marken anderer norddeutscher Städte inspirieren, klickte sich durch Bilder. „Das wird mein erstes Logo sein, das eine Stadt übernimmt“, sagte Schmidt, zeigte sich aber kompromissbereit: „Wenn Detailänderungen gewünscht werden, bin ich offen.“

Die wird man wohl auch an ihn herantragen. Lara Zemite kündigte jedenfalls schon an: „Wir werden gemeinsam mit dem Marketingbeirat und dem Urheber dieses Logo weiterentwickeln.“

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