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Schlei-Bote

20. Oktober 2017 | 06:08 Uhr

Das ist die neue Stadtvertretung

vom

Zwölf neue Gesichter in dem nun 23 Mitglieder umfassenden Gremium / Fünf Frauen stehen 18 Männern gegenüber / Wahlbeteiligung auf Rekordtief

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Das große Stühlerücken ist in der Stadtvertretung angesagt und das, obwohl sich an den Mehrheitsverhältnissen grundsätzlich nicht viel geändert hat. Mit zwei Prozentpunkten fuhr die CDU die stärksten Verluste ein, während die SPD mit einem Zuwachs von 1,4 Prozentpunkten die größten Gewinne verbuchen konnte. Entsprechend behauptete sich die CDU als stärkste Kraft in der Stadtvertretung, verlor aber ein Mandat und kommt nunmehr auf neun Sitze, die SPD gewann dafür einen Sitz hinzu und hat künftig sechs Stadtvertreter. Ebenfalls einen Sitz hinzugewonnen hat der SSW mit jetzt drei Stadtvertretern. Bei LWG und Grünen veränderte sich die Zahl der Stadtvertreter mit drei beziehungsweise zwei nicht.

Die neue Stadtvertretung hat somit einen Sitz mehr als das alte 22-köpfige Gremium. Vorgesehen sind für eine Stadt in der Größenordnung Kappelns 19 Stadtvertreter. Dabei schaute es am Wahlabend eine Zeit lang danach aus, als ob die künftige Stadtvertretung durch das neu angewendete Zählverfahren von Sainte-Lague und Schepers auf 26 Mitglieder anwachsen würde. SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Moll sprach zu dem Zeitpunkt von einer völlig aufgeblähten Stadtvertretung. "Die Masse bringts nicht, der Wahnsinn liegt in dem System", meinte Moll.

Doch eine viel stärkere Veränderung als der Zuwachs um letztlich ein Mandat ist die große Anzahl an neuen Mitgliedern in der Stadtvertretung. Nicht weniger als elf Stadtvertreter scheiden aus, zwölf neue kommen hinzu. Dabei fällt der Grad der personellen Erneuerung in den Fraktionen völlig unterschiedlich aus. Der SSW präsentiert mit seinen drei Kandidaten Christian Andresen, Harald Stührwoldt und Arne Haar ein völlig rund erneuertes Team. Bei den Grünen dagegen ändert sich gar nichts, sie setzen mit Michael-Sven Schattka und Norbert Dick auf bekannte Gesichter. Bei der LWG werden neben dem bisherigen Fraktionsführer Michael Arendt mit Peter Koch und Dirk Langenstein zwei Neue in der Stadtvertretung sitzen. Unter den 23 Mandatsträgern sind wie bisher fünf Frauen (drei CDU, zwei SPD). Die CDU hat künftig mit Corinna Graunke, Axel Langkowski, Thomas Grohmann und Ingo Prahl vier Neulinge in dem Gremium sitzen. Die "alte Riege" besteht hier aus dem designierten Fraktionschef Matthias Mau sowie den Stadtvertretern Dagmar Ungethüm-Ancker, Marta Kraft, Karsten Poppner und Philipp Schmitt. Ähnlich sieht es bei der SPD aus. Hier besteht die Hälfte der Fraktion aus Neuen wie Marina Eibich, Thorsten Schacht und Norbert Petersen, während Fraktionschef Rainer Moll, Ilona Mende und Helmut Schulz schon in der bisherigen Stadtvertretung saßen.

Als problematisch ist bei allen Resultaten die geringe Wahlbeteiligung der Kappelner Bürger zu beurteilen. Bereits vor fünf Jahren lag sie deutlich unter 50 Prozent, und am vergangenen Sonntag machten im Verhältnis noch weniger Wähler von ihrem Privileg, wählen zu dürfen, Gebrauch. Im Wahllokal Raum des Gastes war zwar der erste Wähler pünktlich um 8 Uhr, der letzte um fünf Minuten vor 18 Uhr erschienen, dazwischen allerdings hatte viel Leerraum gelegen. Vor allem junge Menschen verzichteten darauf, ihre Stimme abzugeben, das war die Beobachtung der sechs ehrenamtlichen Wahlhelfer im Raum des Gastes. Erfrischendes und gleichzeitig viel zu seltenes Gegenbeispiel: die 20-jährige Frederike Jancke. Im vergangenen Jahr hat die Kappelnerin ihr Abitur an der Klaus-Harms-Schule bestanden, zwischen Jobben und Studiumbeginn engagierte sie sich jetzt als Wahlhelferin. "Ich habe den Aufruf dazu in der Zeitung gelesen und gedacht, dass ich dabei bestimmt etwas lernen kann", sagte die 20-Jährige, die am Sonntag auch selber ihre Stimme abgegeben hatte.

Am kommenden Donnerstag, 30. Mai, tagt der Gemeindewahlausschuss öffentlich, um das endgültige Ergebnis für die Stadt Kappeln und das Amt Kappeln-Land festzustellen. Die Sitzung für das Amt beginnt um 18 Uhr, für die Stadt um 18.30 Uhr. Beide Versammlungen finden im Sitzungssaal des Rathauses statt. Die konstituierende Sitzung ist für den 19. Juni geplant, dann werden die neuen Stadtvertreter auf ihr Amt verpflichtet.

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