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Klaus-Harms-Schule in Kappeln : Das Gymnasium darf aufrüsten

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der JKSS-Ausschuss empfiehlt Investitionen von knapp 118.000 Euro. Ein Großteil davon fließt in moderne Technik.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Am Ende hat die Klaus-Harms-Schule gerade mal ein Minus von 12.000 Euro hinnehmen müssen. Bei einer geforderten Summe von 129.900 Euro kein so schlechtes Geschäft. Schulleiter Thomas Hellmuth sah das offenbar ähnlich, als er gegen Ende der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Sport und Schulen (JKSS) offen einräumte: „Damit können wir auf jeden Fall arbeiten.“

Vorausgegangen war eine Ausschusssitzung, die sich praktisch ausschließlich mit Investitionen am Gymnasium befasste – angefangen bei 400 Euro für ein Glockenspiel bis zu 60.000 Euro für Active Boards (im weitesten Sinne so etwas wie interaktive Tafeln). Auffällig: Die Gremiumsmitglieder diskutierten trotz eines erwarteten Millionen-Überschusses im Haushalt über nahezu jeden einzelnen Posten mit großem Eifer. Exemplarisch dafür mögen die Worte von Wiebke Christiansen-Hansen (CDU) sein, die betonte: „Wir reden über 130.000 Euro, im Vorjahr lagen wir bei knapp 50.000 Euro, die Steigerung ist also beträchtlich. Ich wünsche mir, dass die Ausgaben gut durchdacht werden, da wir auch noch andere Sachen zu bewerkstelligen haben.“

Eine große Einzelsumme, die das Gymnasium beantragt hatte, betraf 64 Tablet-Computer, die mit 32.000 Euro veranschlagt wurden. Als Erklärung nannte Thomas Hellmuth den Umstand, dass man mit dieser Anzahl auf zwei Etagen der Schule arbeiten könne, ohne die Geräte ständig hin und her tragen zu müssen. Trotzdem wollte der Ausschuss die Zahl reduzieren: Marta Kraft (CDU) schlug zum Start einen Klassensatz mit 32 Tablets vor, Christian Andresen (SSW) hielt 50 für angebracht und brachte gleichzeitig die Idee des Leasings ins Spiel. Die jedoch gefiel Corinna Graunke (CDU) nicht. „Leasing wird am Ende teurer“, lautete ihr Argument. Ausschussvorsitzende Ilona Mende (SPD) erinnerte das Gremium daran, „dass wir das Geld zur Verfügung stellen und die Schule entscheidet, wofür sie es ausgibt“. 64 Tablets, zwölf Notebooks und IT-Ausstattung der Fachschaft Religion hatte das Gymnasium mit 40.000 Euro kalkuliert – der Ausschuss empfahl am Ende 30.000 Euro.

Gekürzt wurde zudem bei den Lehrmitteln im Wert von 150 bis 1000 Euro: Dort hatte die Klaus-Harms-Schule 9000 Euro gefordert, mit denen unter anderem acht Küchenherde, eine Schleifmaschine und zehn Overhead-Projektoren angeschafft werden sollten. Bei den Herden herrschte insoweit Einigkeit, als dass diese ersetzt werden müssten – vor allem, als Thomas Johannsen von der Stadtverwaltung ausführte, dass diese nicht mehr richtig schließen. Christian Andresen störte sich daher auch mehr an der mit 700 Euro kalkulierten Schleifmaschine für den Kunstunterricht. „Das ist zu hoch angesetzt“, fand er. Eine Meinung, die Bernd Heuer (Grüne) teilte, als er sagte: „Schleifsteine reichen auch.“ Corinna Graunke stieß sich an den auf 3000 Euro taxierten Overhead-Projektoren. „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb wir in veraltete Technik investieren sollen“, sagte sie. Schulleiter Thomas Hellmuths Erklärung: „Realistisch betrachtet dauert es noch eine ganze Weile, bis alle Räume mit einem Active Board ausgestattet sind.“ Die Projektoren stellten daher eine Übergangslösung dar. Dieses Mal war es Marta Kraft, die dem Gremium ins Gedächtnis rief: „Wir sind nicht für Inhalte zuständig.“ Wohl aber für das bereitgestellte Geld, das Ilona Mende in diesem Fall von 9000 auf 8000 Euro reduzieren wollte. Ihrem Antrag folgten vier Ausschussmitglieder, vier stimmten dagegen – der Antrag war gescheitert. Christian Andresen schlug eine Kürzung auf 6000 Euro vor, die mit dem gleichen Abstimmungsergebnis (diesmal mit umgekehrten Rollen) fehlschlug. Mendes nächster Versuch mit 7000 Euro fand schließlich eine Mehrheit.

Deutlich weniger Gesprächsbedarf bestand bei den 3500 Euro für Hausmeister-Material, bei den 3000 Euro für ein Lichtsteuerpult in der Aula sowie den 10.000 Euro für Lehrmittel über 1000 Euro, die in diesem Fall ausschließlich der Biologie zugute kommen sollen, die davon Stopfpräparate und Lichtmikroskope kaufen will.

Den größten Einzelposten von 60.000 Euro veranschlagten schließlich zwölf Active Boards, über acht verfügt das Gymnasium bereits. Peter Koch (LWG) erinnerte daran, dass man der Schule in Aussicht gestellt habe, die Zahl der Boards kontinuierlich zu steigern. „Wir stehen in der Pflicht“, sagte er, „und in Konkurrenz zum Satruper Gymnasium“. Und Corinna Graunke betonte: „Tatsächlich haben wir in diesem Jahr ein bisschen Luft und sollten ein Zeichen setzen.“ Dieses Zeichen umfasste zusätzlich einen Lehrer-PC und einen administrativen PC – weitere 4400 Euro, also insgesamt 64.400 Euro, die das Gremium einstimmig empfahl. Im nächsten Monat wird sich zeigen, ob der Hauptausschuss die Sache ähnlich sieht.

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