Klaus-Harms-Schule Kappeln : Das Ende der Schatzsuche

Sie sind die „Ausgezeichneten“ des aktuellen Abijahrgangs: Malte Petersen, Emma Runge, Sophie Jaich und Elena Hansen mit ihrem stellvertretenden Schulleiter Dietmar Hilscher (v.li.).
Sie sind die „Ausgezeichneten“ des aktuellen Abijahrgangs: Malte Petersen, Emma Runge, Sophie Jaich und Elena Hansen mit ihrem stellvertretenden Schulleiter Dietmar Hilscher (v.li.).

Kappelns Gymnasium entlässt 106 Abiturienten – und seinen langjährigen Oberstufenleiter.

shz.de von
02. Juli 2018, 12:00 Uhr

Sie mussten sich ihren Abend mit einem anderen teilen. Zumindest für den ein oder anderen Moment. Aber die diesjährigen Abiturienten der Klaus-Harms-Schule machten nicht den geringsten Eindruck, als ob ihnen das auch nur ein bisschen schwer gefallen wäre. Es blieb ja ohnehin ihre Entlassfeier. Sie gaben ihrem Oberstufenleiter Karsten Klüver, der an diesem Abend genau wie die 106 Abiturienten, seinen Abschied vom Kappelner Gymnasium nahm, aber offensichtlich gern ein paar Augenblicke Aufmerksamkeit ab.

„Abiana Jones – Zwölf Jahre im Tempel des Todes“ – die deutliche Anlehnung des Abi-Mottos an die erfolgreiche Filmreihe mit Harrison Ford griff Schulleiter Thomas Hellmuth auf. Er erinnerte daran, dass der Protagonist der Filme, Indiana Jones, auf der Suche nach einem verborgenen Schatz etliche Abenteuer zu bewältigen hatte. Und an die Abschlussschüler gerichtet, sagte er: „Für Sie konnte auch die ein oder andere Klausur zu einem Abenteuer werden.“ Am Ende der zwölf Jahre dauernden Suche hätten die Abiturienten jedoch ihren Schatz gefunden. Hellmuth: „Bleiben Sie neugierig, wie Indiana Jones, um in der Welt von morgen zu bestehen.“

Wie dieses Bestehen aussehen könnte, veranschaulichte im Anschluss der derzeit amtierende Bürgermeister Sven Becker. Der 33-Jährige zeichnete vor den Abiturienten kurz seinen eigenen beruflichen Werdegang nach und äußerte den Wunsch, dass die Jugendlichen nach Studium oder Ausbildung doch nach Kappeln zurückkehren mögen. Becker: „Die Nachfrage nach Dienstleistungen wird auch hier größer.“ Und auf die ganz unmittelbare Zukunft der Abiturienten gemünzt: „Freuen Sie sich auf das, was kommt.“

Die Schulelternbeiratsvorsitzende Brigitte Hansen war dann die erste, die an diesem Abend den Boden für Karsten Klüver bereitete. Hansen betonte Klüvers „ehrliche und offensichtliche Begeisterung“ für dessen Beruf. Und: „Das Wohl der Jugendlichen lag Ihnen unübersehbar am Herzen.“ Hansen gratulierte aber auch den Abiturienten an ihrem „besonderen Tag und äußerte die Hoffnung, dass jeder von ihnen sein persönliches Glück finden möge. Der folgende Auftritt einiger Eltern des Abschlussjahrgangs war verpackt in einen launigen und ziemlich lebensnahen Sketch, der sich an so unterschiedlichen wie klassischen Eltern-Typen – wie den ängstlichen, den stolzen oder den sorglosen – abarbeitete. Stellvertretend für das Lehrerkollegium verabschiedete danach Karsten Klüver die Abiturienten – und das mit einer beinahe liebevollen, vor allem sehr feinen Rede, die zwar aufmerksames Zuhören verlangte, das aber zweifelsohne belohnt wurde. So sprach Klüver unter anderem vom verantwortungsvollen Handeln und davon, „dass die wahre Erfüllung nur mit und für andere erreicht werden kann“.

Den bemerkenswerten Einsatz von vier Absolventen für andere während der Schulzeit würdigte im Anschluss der stellvertretende Schulleiter Dietmar Hilscher. Er zeichnete mit jeweils sehr persönlichen Worten Elena Hansen, Emma Runge, Malte Petersen und Sophie Jaich aus – ein Quartett, das sich nach Hilschers Beschreibungen auf herausragende Weise für die Schulgemeinschaft eingesetzt hatte. Sophie Jaich hatte zudem mit einem Schnitt von 1,3 das beste Abitur ihres Jahrgangs abgelegt und nahm außerdem noch die Auszeichnung für die beste Leistung des Jahrgangs im Fach Chemie entgegen. Lara Niermann wurde für „herausragende Leistungen“ Fach Mathematik geehrt, Alina Deimann für eben dasselbe im Fach Deutsch. Einen Preis für besondere Erfolge im Fach Latein gab es für Milena Heldt, Lisa Wiebe und abermals Sophie Jaich.

Und dann war es Zeit für eine Überraschung – und ein paar Taschentücher: Schüler, Lehrer und Eltern nahmen Aufstellung auf der Bühne in der Sporthalle des Gymnasiums und sangen für Karsten Klüver zum Abschied „You’ve got a friend“. Der Schluss aber gehörte wieder den Abiturienten, als sich jeder von ihnen ihr Zeugnis abholen durfte. Und nach gut zweieinhalb Stunden gingen also 106 Absolventen und ein Oberstufenleiter.

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