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„Ostsee-Revue“ der Kappelner Lions : „Das Beste der Stadt“ auf einer Bühne

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die „Ostsee-Revue“ des Kappelner Lions-Clubs begeistert geschätzte 500 Besucher.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2016 | 07:00 Uhr

Dreieinhalb Stunden später war klar: Dieser Abend, diese Show war so ziemlich das Speziellste, das diese Stadt seit einer ganzen Weile hervorgebracht hat. Was es so besonders gemacht hat? Der Umstand, dass dort oben auf der Bühne keine Profis standen, keine hochbezahlten Alleskönner, die mal eben ihr Programm abspulen. Sondern Menschen aus Kappeln, aus dem Umland, die ihre Freude an Musik, Gesang und Bewegung mit anderen teilen wollten. Und die das auf so vielfältige und charmante Weise taten, dass es ihnen gegönnt gewesen wäre, die Veranstaltungshalle wäre auch bis ganz zum Schluss so voll geblieben, wie sie es zwischendrin war. Zur Verfügung gestellt hatte den Künstlern diese Plattform der Kappelner Lions-Club, der damit sein 50-Jahr-Jubiläum nachfeiern und sich für die jahrzehntelange Spendenbereitschaft bedanken wollte. „Ostsee-Revue“ hieß das Spektakel, und nichts anderes war es.

Schon am Sonnabendvormittag gegen 10 Uhr startete der Soundcheck, jeder Künstler, jede Gruppe schnupperte schon einmal kurz Bühnenluft und stimmte sich ein auf den Auftritt am Abend. „Sonst spielen wir eher in der Aula oder der Sporthalle“, sagte Jenni Skirka von der Eckernförder Peter-Ustinov-Schule. „Aber das hier ist echt professionell.“ Die 16-Jährige gehörte zur Brass-Band „Red Scorpions“ und fand noch aus einem weiteren Grund Gefallen an der „Ostsee-Revue“. „Wir haben noch nie mit so vielen anderen Gruppen gemeinsam gespielt“, sagte sie. Damit hatte sie mal eben die Besonderheit der Veranstaltung umrissen, denn der Abend setzte sich in der Tat aus 230 einzelnen Künstlern und Sportlern zusammen. Darunter auch die Kappelner Formation „Jazz oder nie“, deren Mitglied Gerd Heiselmeier eine Sache ins Auge stach. „Es ist bewundernswert, wie viele Jugendliche dabei sind“, sagte er.

Allen Beteiligten rief Propst Helgo Jacobs, der gemeinsam mit Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker die Schirmherrschaft der „Ostsee-Revue“ übernommen hatte, einen Bibel-Vers entgegen, der sich als das Leitmotiv des Abends entpuppen sollte: „Suchet der Stadt Bestes“, sagte Jacobs. „Das passt zu den Lions und zur Ostsee-Revue.“ Lions-Präsident Armin Villbrandt nutzte die Gelegenheit, um sich noch einmal bei den Kappelnern zu bedanken. „Nur durch Sie waren wir in der Lage, in den vergangenen 50 Jahren fast 500.000 Euro an Spendengeldern verteilen zu können“, sagte Villbrandt.

Und dann startete etwas, das der Moderator des Abends, Carsten Kock, gleich zu Beginn im weitesten Sinne als „Brutstätte für das Schleswig-Holstein-Musik-Festival“ ausgemacht hatte. Angefangen beim Habertwedter Kinderchor und der Blues-Rock-Band „The Infamous“ über das Kinderballett und den ASC-Chor bis zu den Einradfahrerinnen des TSV und Sonderjylland Schleswig Pops – die Bandbreite des dreieinhalbstündigen Programms war enorm. Gerade die Einradfahrerinnen sorgten für Szenenapplaus: Die Gruppe fegte mit einem derartigen Tempo über die auf einmal seltsam klein wirkende Bühne, dass manchem der Atem stockte. Rhythmisches Klatschen begleitete auch zahlreiche andere Auftritte, und besonders leise wurde es unter anderem beim Klavier-Solo der Elftklässlerin Johanna Westermann-Lammers und beim Operngesang der Studentin Karolina Kurth.

Bereits in der Pause der „Ostsee-Revue“ lobte Besucherin Petra Heide die Darbietungen. „Es ist wirklich sehenswert und tut Kappeln gut“, sagte sie. Und kurz vor Mitternacht hatte auch die Aufregung bei Armin Villbrandt nachgelassen, als er sagte: „Dieser Abend war sogar noch besser als gedacht. Man wundert sich wirklich, was für Künstler hier in Kappeln schlummern.“ Vielleicht aber auch nicht. Immerhin war das der Stadt Bestes.

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