Kappeln : Dampferfahrt mit Daniel Günther

Ministerpräsident Daniel Günther (r.) sammelt auf der „Schlei Princess“ Karten ein, auf denen die Gäste Fragen formulieren konnten.
Ministerpräsident Daniel Günther (r.) sammelt auf der „Schlei Princess“ Karten ein, auf denen die Gäste Fragen formulieren konnten.

Der Ministerpräsident machte Kommunalpolitikern in Kappeln und der Region Mut für die kommenden Wochen.

shz.de von
14. April 2018, 07:30 Uhr

Ein großes Tablett mit gefüllten Kaffeetassen balancierte Daniel Günther gestern am späten Nachmittag durch die Kappelner Schmiedestraße. Er selber hatte zwar gerade eine üppige Kaffeetafel hinter sich, die anderen aber, die bei Nieselregen in der Fußgängerzone für sich und ihren CDU-Bezirksverband in den Kommunalwahlkampf starten wollten, hatten schon eine Weile auf ihn gewartet. Also organisierte der Ministerpräsident erstmal eine Runde heißen Kaffee zum Aufwärmen.

Auf Einladung des CDU-Amtsverbands Geltinger Bucht war Daniel Günther gestern zunächst eineinhalb Stunden mit der „Schlei Princess“ auf der Schlei unterwegs, im Anschluss verbrachte er eine knappe Stunde in der Kappelner Innenstadt. Und in beiden Fällen durfte er sich über Zuspruch freuen. Auf der „Schlei Princess“ war das derweil ein wenig zu erwarten, immerhin war ein großer Teil der geschätzt 200 Gäste der CDU in verschiedenen Ortsverbänden verbunden. Nach der Begrüßung durch den Amtsverbandsvorsitzenden Stefan Meyer absolvierte Günther einen kurzen, unterhaltsamen und verbindlichen Ritt durch die Landespolitik, blickte auf den Bund und auch auf die Kommune. Und räumte seinen Zuhörern gegenüber ein offenbar latent schwelendes Hungergefühl ein.

Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl wünschte sich der Ministerpräsident „mehr Werbung dafür, dass es sich lohnt, sich ehrenamtlich politisch zu engagieren“. Stolz sei er auf die wachsende Mitgliederzahl der CDU, die offenbar in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr um mehr als 2000 gestiegen ist. Zwar könnte die Wahlbeteiligung zur Kommunalwahl deutlich höher sein, daher formulierte Günther einen Wunsch: „Unsere Ansprache muss eine andere sein. Es wäre schön, wenn wir mit mehr Fröhlichkeit und Optimismus Politik machen.“ Und außerdem das Gute im politischen Gegner erkennen. Günther: „Es hat Charme, in anderen Parteien nicht nur Negatives zu sehen, sondern eher die Chance, sich zu ergänzen.“

So habe immerhin auch das Zustandekommen des politischen Dreier-Bündnisses auf Landesebene funktioniert. „Wir sind respektvoll miteinander umgegangen“, sagte der Ministerpräsident. Im Unterschied dazu nannte er die Berliner Politik „nicht unbedingt beispielgebend“. Auch deshalb, weil er nicht nachvollziehen könne, weshalb Parteien, denen die Wähler das Vertrauen schenken, nicht regieren wollen. Damit nahm er Bezug auf die geplatzten Jamaika-Verhandlungen im Bund, räumte aber gleichzeitig ein, dass es in Berlin wohl höhere Hürden gegeben habe als im Land. Auch in Kiel müsse er derweil Kompromisse machen, denn: „Wir regieren nicht alleine.“ In der Folge sprach Daniel Günther über G 9, Investitionen in Landesstraßen, Kitas und Schulbau – und nahm all das zum Anlass, um den anwesenden Kommunalpolitiker aus Kappeln und der Region Mut zu machen. „Sie haben eine Landesregierung, deren Herz für die Kommunen schlägt. Es lohnt sich, Kommunalpolitik zu machen, weil die Ressourcen da sind.“

Seine ganz persönlichen Ressourcen konnte der Ministerpräsident danach erst einmal auffüllen: Auf der „Schlei Princess“ wurden XL-Tortenstücke serviert, und die Kaffeepause wurde auf Günthers Wunsch zudem ausgedehnt. Denn: „Das Schlimme ist: Man kommt als Ministerpräsident nicht zum Essen“, befand Günther mit einem Augenzwinkern. An Bord des Raddampfers gelang ihm das jedoch, und im Anschluss blieb noch Zeit, auf Fragen aus dem Publikum zu antworten, die sich etwa auf Küstenschutz, Fangquoten, Antragsverfahren zu Fördermitteln (hier versprach Günther künftig weniger Bürokratie) oder touristische Infrastruktur („Die müssen wir weiter fördern.“) bezogen. Und der Aal, den er zum Schluss vom Amtsverband erhielt, wird dafür sorgen, dass Daniel Günther Kappeln nicht als Ort in Erinnerung behalten wird, an dem er Hunger leiden musste.

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