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Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger : Damper Seenotretter begleiten Kieler Woche

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

2015 war für die Station in Schwansen ein ruhiges Jahr. Höhepunkt: Internationale Übung im Herbst.

Wenn die Möwen auf das Land fliehen und die See unruhig wird, rücken sie in Sturm und Regen aus, um die Menschen zu retten, die es alleine nicht mehr sicher in den Hafen schaffen – die ehrenamtlichen Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) der Station Damp. An der Spitze steht Vormann Thomas Schulze, der das Sagen hat auf dem Rettungsboot „Karl van Well“. Aber auch über die Einsatzfahrten hinaus gibt es für den Vormann und seine elf Mitarbeiter immer wieder spannende Aufgaben. „Bei der Kieler Woche sind wir jedes Jahr dabei und begleiten die Boote bei ihren Fahrten auf den Regattabahnen in der Kieler Förde. Da passiert es bei stürmischer Witterung immer wieder, dass ein Boot kippt“, erklärt Thomas Schulze (58).

Außerdem organisierte die DGzRS im Herbst eine mehrtägige internationale Übung mit mehr als 120 Teilnehmern vor Eckernförde, die die Retter mit vier Einsatzszenarien und Verletztendarstellern sowie Havaristen möglichst realitätsnah auf den Ernstfall vorbereiten sollte. Neben zwei Seenotrettungskreuzern und vier Booten nahmen auch Einheiten der dänischen Marineheimwehr, zwei Mehrzweckarbeitsboote des Technischen Hilfswerks (THW) und ein Wasserschutzpolizeiboot daran teil. Vor allem sollte die Koordinierung verschiedenster Einsätze unter Einbindung anderer Organisationen trainiert werden. „Das war für uns alle ein besonderer Höhepunkt“, resümiert Schulze.

Da sich die lebensrettende Arbeit der DGzRS unter Einsatz des eigenen Lebens der Helfer ausschließlich aus Spenden finanziert und die Seenotretter keinerlei staatliche Zuwendungen beziehen, habe die private Spende existenzielle Bedeutung, so der Vormann weiter. Auch das unsinkbare Seenotrettungsboot „Karl van Well“ ist das Ergebnis von Spenden und wurde 1992 nach dem verstorbenen Mann einer besonders großzügigen Spenderin benannt. Auf dem Boot, das Platz für bis zu 14 Gerettete und drei Besatzungsmitglieder bietet, gibt es neben zwei Steuerungen und einem Defibrillator unter anderem ein Navigationssystem, das besonders bei Nachtfahrten zum Einsatz kommt, und eine ausklappbare Liege für schwerverletzte Personen. „Das Boot wird alle vier Jahre gewartet, um eine reibungslose Arbeitsweise garantieren zu können“, so Thomas Schulze. „Es liegt das gesamte Jahr über im Wasser und besteht größtenteils aus Aluminium. Da kann es aufgrund von Meersalz und Eis nach und nach zu Schäden kommen.“ Dieses Jahr seien jedoch nicht viele Reparaturen in der Hauswerft in Bremen nötig gewesen. Lediglich einige Platten habe man auswechseln müssen.

Auch international engagiert sich die DGzRS und entsendet voraussichtlich im März ein Boot in den Mittelmeerraum, wo sich Ehrenamtliche an der Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen beteiligen wollen. Auch bei der zusätzlichen Herausforderung ihrer Kollegen ist es den Damper Rettern wichtig, die Aufgaben in den heimischen Gewässern nicht zu vernachlässigen. „Durch den Mittelmeereinsatz unserer Kollegen wird unsere Leistung vor Ort nicht geschwächt“, betont Schulze, der bereits auf neun Jahre Erfahrung als Vormann zurückgreifen kann. Wenn im März die Sportbootfahrer in die Ostsee zurückkehren, wollen er und sein Team optimal vorbereitet sein. „Die Seenotrettung steht für unsere Station an erster Stelle. Niemand möchte sich als Held inszenieren“, räumt er mit gängigen Klischees auf.

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