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Schlei-Bote

22. Oktober 2017 | 18:03 Uhr

Damp heißt Flüchtlinge willkommen

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Paten-Programm für Asylbewerber startet mit über 40 Ehrenamtlichen / 30 000 Euro im Amtshaushalt für Betreuung vorgesehen

von
erstellt am 06.Nov.2014 | 18:29 Uhr

„Wir waren vom Zuspruch überwältigt“, sagte Damps Bürgermeister Horst Böttcher mit Blick auf das ehrenamtliche Engagement in seiner Gemeinde. Er hatte die Gemeindevertretersitzung vor zwei Wochen dazu genutzt, sich mit einem Aufruf an seine Mitbürger zu wenden: Er suchte Freiwillige, die sich ehrenamtlich um die Betreuung und Integration von Flüchtlingen kümmern wollten. Zunächst erreichten Böttcher und den Sozialamtsleiter des Amtes Schlei Ostsee, René Kinza, 15 Anrufe von Interessenten. Zu einem daraufhin anberaumten Treffen erschienen am Dienstagabend dann sogar 60. Darunter auch – und das macht Böttcher besonders stolz – rund 15 Asylbewerber. „Wir haben nicht über sie geredet, sondern mit ihnen“, berichtete er am Mittwochabend auf der Sitzung des Hauptausschusses vom Amt Schlei-Ostsee. Dort war die Betreuung von Flüchtlingen und besonders die Finanzierung ein Hauptthema. So sagte etwa eingangs der Ausschussvorsitzende Manfred Pohl: „Diese Fremden sind Chance und Risiko zugleich.“ 48 der 66 Flüchtlinge, die im Amtsgebiet aufgenommen wurden, sind unter 30 Jahre alt. „Da ist eine Menge Ausbildungspotenzial, das sollten wir nutzen“, so Pohl.

Kinza fasste noch einmal den aktuellen Stand zusammen, den er bereits vor einer Woche einigen Bürgermeistern und Pastoren des Amtes geschildert hatte. Gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern sprach er auch über die Unterschiede zur vergangenen Einwanderungswelle Anfang der 90er-Jahre. Es komme nun häufiger vor, erklärte der Sozialamtsleiter, dass Flüchtlinge traumatisiert seien und teils mit Schusswunden in ihrer neuen Heimat ankämen. Außerdem seien damals mehr Einzelpersonen in das Amt Schlei-Ostsee geflüchtet, während nun hauptsächlich Familien kämen. Das habe zur Folge, dass jetzt stärker als früher nach Kita- und Schulplätzen gesucht werden müsse. 13 Flüchtlinge sind unter sechs Jahre alt, hinzu kommen 14 Minderjährige, die in Deutschland normal schulpflichtig sind.

Kinza legte außerdem dar, dass in diesem Jahr für die Unterbringung der Flüchtlinge Kosten in Höhe von 86 065 Euro entstehen, von denen 80 893 vom Sozialamt erstattet werden. Ob es 2015 auch gelinge, die Kosten in diesem Ausmaß zu decken, konnte er nicht sagen. Für die Betreuung der Familien ist seit Oktober ein Sozialpädagoge eingestellt, der sich in 15 Wochenstunden um sie kümmert. Im Jahr 2015 wird diese Betreuung 30 000 Euro kosten, der Kreis Rendsburg-Eckernförde wird davon nur etwa die Hälfte erstatten. Die Ausschussmitglieder votierten trotzdem einstimmig dafür, die volle Summe im Haushalt des nächsten Jahres einzuplanen.

Um die Flüchtlinge besser in den Gemeinden zu integrieren, haben sich schon mehrere Initiativen im Amt gebildet. Die jüngste startet nun in Damp: Die vielen Freiwilligen wurden in Kleingruppen aufgeteilt, um so jeweils eine Familie zu betreuen. Bürgermeister Böttcher stellte außerdem einen Antrag an den Kreis, in der Hoffnung auf Zuschüsse für Deutschkurse. Mit dem Start des Paten-Programms ist er zufrieden: „Ich bin sehr stolz und dankbar, dass so viele gekommen sind.“

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