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Chance für Ferienhof mit Rollstuhlfahrern

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Stadt prüft Projekt im Außenbezirk auf Vereinbarkeit mit Tourismuskonzept

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 15:32 Uhr

Die Bauausschusssitzung am Montagabend könnte für die Planung eines Ferienhofes in Loitmarkfeld für Menschen mit Handicap den Durchbruch bedeuten. Denn der für die Kreisentwicklung zuständige Friedrich Wenner zeigte im Verlauf der Sitzung eine Möglichkeit auf, wie das Projekt jetzt doch zu realisieren sei.

Die Errichtung eines Ferienhofes in Loitmarkfeld für Menschen mit Handicap stößt bei der Politik durchaus auf Interesse. Dabei geht es im Kern um den Ausbau des Dachgeschosses zu Ferienwohnungen, die Errichtung eines Hüttendorfes mit Grillplatz, einen Hofladen beziehungsweise ein Hofcafé, eine Minigolfbahn und ein separates Wohnhaus für die Betreiber. Doch da der Hof im land- und forstwirtschaftlichen Bereich, also einem planerischen Niemandsland, angesiedelt ist, bedarf es zur Realisierung der Ideen der Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Und auf Behördenebene blies dem Betreiberehepaar Holger und Andrea Borchers dabei bislang der Gegenwind ins Gesicht. Zunächst hatte die Stadtverwaltung im Juni mit Verweis auf die Landesplanung eine ablehnende Beschlussvorlage für den Bauausschuss formuliert. Die Landesplanung hatte die untergeordneten Behörden angewiesen, keinen planerischen Flickenteppich entstehen zu lassen. Doch der städtische Bauausschuss kippte die Vorlage später. Vorbehaltlich der Zustimmung der Landesplanung sprachen sich die Ausschussmitglieder in dem Fall grundsätzlich für einen B-Plan aus. Ein Ortstermin des Innenministeriums im August ohne Wissen und vor allem ohne Anwesenheit der Eigentümer ergab jedoch ein negatives Votum. Ansonsten könne jede landwirtschaftliche Hofstelle zum Ferienhof mit touristischer Sondernutzung werden, hieß es zur Begründung. Eine planerische Notwendigkeit müsse sich zudem aus einem Tourismuskonzept ableiten.

Am Montagabend erläuterte Wenner in Anwesenheit von Ehepaar Borchers vor dem Bauausschuss, dass der land- und forstwirtschaftliche Außenbereich laut Baugesetzbuch weitgehend freizuhalten sei von Bebauung. Für eine Bauleitplanung bräuchte man zudem ein städtebauliches Konzept. „Für die Stadt stellen sich in dem Fall mehrere Fragen: Wo ist der richtige Platz für eine solche Einrichtung? Gibt es auch Alternativstandorte? Und wie behandeln wir die nächsten Anträge?“, so Wenner. Selbst wenn die Stadt den Hof überplane, könne er keinen positiven Bescheid aus Kiel in Aussicht stellen. Wenner: „Wenn aber ein touristisches Konzept entwickelt wird, dann ist zu überlegen, ob die Planungen dort hineinpassen.“ Michael Arendt (LWG) hielt das für problematisch. Eine Konzession für die Einrichtung sei schon da, ebenso ein Tourismuskonzept. „Die Fortentwicklung dieses Objektes passt sich den Veränderungen im Tourismus an. Das passt wie die Faust aufs Auge“, fand Arendt.

Das ließ Wenner aufhorchen. In Bezug auf das ihm zuvor nicht bekannte Tourismuskonzept meinte er: „Ein Alleinstellungsmerkmal, nach dem Motto „So etwas haben in Kappeln nicht“ könnte hilfreich sein.“ Der Vorsitzende des Wirtschafts- und Tourismusausschusses, Axel Langkowski (CDU), sprach sich ebenfalls für die Errichtung des Ferienhofes aus: „Ich kann das Projekt nur unterstützen.“ Bürgermeister Heiko Traulsen will nun seitens der Stadt untersuchen lassen, inwiefern das Vorhaben tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal aufweist.

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die 42. Änderung des F-Plans für das Gebiet nördlich der Kläranlage. Dort soll das Sondergebiet Bauhof in ein Sondergebiet Boots- und Materiallager umgewandelt werden. Nachdem der Bauhof von der Arnisser Straße in die Nordstraße umgezogen ist, hat die Tischlerei Mau im Januar 2012 das 6700 Quadratmeter große Grundstück erworben. Für die veränderte Nutzung hatte man ein beschleunigtes Verfahren gewählt. Das Land hat dem mit Hinweis auf das Baugesetzbuch widersprochen. Da die Fläche abseits der Stadt liege, handle es sich um keine Innenentwicklung, sodass ein B-Plan im regulären Verfahren aufgestellt werden müsse. Die Ausschussmitglieder votierten dabei einstimmig für den Aufstellungsbeschluss.


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