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Schlei-Bote

23. Oktober 2017 | 12:27 Uhr

CDU auch weiterhin stärkste Kraft

vom

SPD gewinnt ein Direktmandat / LWG kommt in Olpenitz auf über 30 Prozent / SSW künftig mit drei Sitzen vertreten

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Die Frage des Abend lautete: Hat die Diskussion um die Wohnortfrage einiger Kandidaten das Ergebnis von CDU und LWG beeinträchtigt ? Wohl eher nicht, denn am Ende des Wahlabends gab es nur geringe Veränderungen im Vergleich zur Kommunalwahl vor fünf Jahren. Die CDU bleibt trotz einiger Verluste sowie eines Sitzes weiterhin klar stärkste Kraft in Kappeln, die SPD sichert sich wieder ein Direktmandat und gewinnt einen Sitz dazu, die Grünen verlieren leicht, die LWG baut ihr Ergebnis von 2008 aus, und der SSW kommt erstmals in Kappeln auf drei Sitze. Doch auf dem Weg zu diesem Ergebnis gab es so manche Turbulenzen und Ausschläge zu erleben.

Im Vorfeld wollte sich keiner der Parteienvertreter im großen Sitzungssaal des Rathauses auf ein Ergebnis festlegen. Inke Laasch-Linders (CDU) sagte mit Hinweis auf die Diskussion um den Wohnsitz einiger Kandidaten: "Bei dem Kuddelmuddel im Vorfeld ist schwer vorherzusagen, ob hier jemand abgewatscht wird oder nicht." Und auch Michael Arendt (LWG) wollte keine Prog nose wagen und begründete das mit der niedrigen Wahlbeteiligung. "In meinem Wahlbezirk lag um 16.30 Uhr die Wahlbeteiligung unter 30 Prozent, bei so einer Quote gebe ich keinen Tipp ab. Da weiß man nie, wem das nützt und wem nicht." Am Ende lag die Wahlbeteiligung übrigens bei 45,1 Prozent.

Die ersten ausgewählten Wahlbezirke hatten es in sich. Den Anfang machte die Jugendherberge. Hier verlor die CDU gegenüber der letzten Wahl fast sieben Prozentpunkte und landete bei 40,2 Prozent. Die SPD verdoppelte hier ihr Ergebnis nahezu und erzielte 32,9 Prozent, das ist ein Gewinn von fast 15 Prozentpunkten. Als nächstes kam das Ergebnis von Gasthaus Müller in Olpenitz herein. Und der Trend schien sich zu bestätigen: Die CDU verlor deutlich, hier waren es auch wieder um die sieben Prozentpunkte. Doch die SPD konnte dieses Mal nicht davon profitieren, sondern die LWG und wie. Die Liberale Wählergemeinschaft, die im Wahlkampf stets betont hatte, dass Olpenitz stärker in der Stadt Gehör finden müsse, konnte dort ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Nachdem sie 2008 hier auf weniger als 15 Prozent kam, errang sie nun 32,5 Prozent. Lange Zeit sah es für die LWG nach einem vierten Sitz in der Stadtvertretung aus, doch am Ende reichte es dann doch nur wie zuletzt für drei Mandate. Überhaupt gab es während dieses Abends bis zum Endergebnis viele Schwankungen bei der Sitzverteilung. Von zunächst 19 Mandaten wuchs die Stadtvertretung zeitweise bis auf 26 Sitze. Am Ende waren es dann 23 Sitze bei einem leicht verschobenen Kräfteverhältnis.

Entsprechend konsterniert zeigte sich die SPD, die nach dem schlechten Abschneiden vor fünf Jahren ihre Ziele dieses Mal höher gehängt hatte. "Ich bin ziemlich enttäuscht", gab Fraktionsvorsitzender Rainer Moll ohne Umschweife zu und dass, obwohl er für seine Partei das einzige Direktmandat gewonnen hatte. Dabei hätte es am Anfang noch gut ausgesehen. Moll: "Wir wollten dieses Mal mit der CDU auf Augenhöhe kommen, das hat deutlich nicht gereicht."

Stimmen dazu gewonnen, den Fraktionsstärkegrad erhalten - so lautete das erste Urteil der Liberalen Wählergemeinschaft (LWG) nach der Wahl. Spitzenkandidat Michael Arendt führte das Ergebnis, das ihn zufrieden machte, auf den Einsatz seines gesamten Teams zurück. Und auf den Umstand, dass er mit seiner LWG auch nach fünf Jahren eine Alternative zu den traditionellen Parteien biete. Arendt: "Das Ergebnis zeigt, dass eine Wählergemeinschaft in Kappeln tatsächlich gebraucht wird."

Mehr als zufrieden gab sich SSW-Spitzenmann Christian Andresen. Ein wenig angespannt sei er gewesen, als er im Sitzungssaal erschien, um das Eintrudeln der Wahlergebnisse live mitzuerleben. Dass er künftig eine drei Mann starke Fraktion anführen wird, nannte er ein tolles Resultat. Andresen: "Wir haben uns gesteigert, von einem, auf zwei, jetzt auf drei Fraktionsmitglieder - für den SSW ist das ein historisches Ergebnis in Kappeln." Andresen machte den Zugewinn daran fest, dass er keine leeren Versprechungen im Wahlkampf abgegeben, sondern ehrliche Aussagen gemacht habe. Jetzt gelte es für, sich als Newcomer in die neue Stadtvertretung einzufinden.

Unzufrieden zeigten sich dagegen die Grünen, denen es nach eigener Aussage nicht gelungen, ist, ihre Wähler zu mobilisieren. Während man vor fünf Jahren noch knapp am dritten Mandat vorbei gerutscht war, blieb es diesmal eindeutig bei zweien. Spitzenkandidat Michael-Sven Schattka: "Überhaupt war die Wahlbeteiligung sehr enttäuschend." Überraschend nannte er das Abschneiden der LWG - "wohl ein typisches Phänomen für Kappeln".

Nicht hundertprozentig glücklich mit dem Resultat war ebenfalls die CDU. Der angestrebte Wiedergewinn aller Direktmandate hat nicht geklappt - Spitzenmann Matthias Mau sagte dazu: "Wir haben ein Direktmandat verloren, das ist sehr schade." Aufgrund des Verhältnisausgleiches, wie ihn das Gemeinde- und Kreiswahlgesetz vorsieht, seien die kleinen Parteien gestärkt worden. Mau: "Unabhängig davon bleibt unser Ziel für die richtigen Themen die richtigen Mehrheiten zu finden." Von den vier neuen CDU-Gesichtern in der Stadtvertretung erhofft sich der Politiker neues Wissen und "ein bisschen Wandel". Weil nun alle CDU-Fraktionsmitglieder noch voll berufstätig seien, setzt Mau auch darauf, "dass wir unmittelbarer am aktiven Leben und den Bedürfnissen der Menschen dran sind." Der CDU ist es als stärkste Fraktion nun vorbehalten, einen Bürgervorsteher oder eine Bürgervorsteherin vorzuschlagen. Eine Entscheidung diesbezüglich wolle man sich gründlich überlegen. Mau: "Wir wissen aber jetzt schon, dass es ein guter Bürgervorsteher oder eine gute Bürgervor steherin sein wird."

Ob die Wahl nun noch in irgendeiner angefochten wird oder nicht, wie es die SPD angekündigt hatte, ist noch offen. SPD-Fraktionschef Rainer Moll sagte dazu gestern : " Am Dienstag werden wir eine Sitzung von Fraktion und Vorstand haben, dort beschäftigen wir uns mit dem Wahlergebnis und dann werden wir weitersehen."

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