Carlshöhe: Ein Stadtteil entsteht

<dick>Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens,</dick> Carlshöhe-Investor Wolfram Greifenberg und Notar Kai-Uwe Helmer (v.l.) haben den Vertrag für die 'Wärmeversorgung Carlshöhe GmbH' unterschrieben. Das Blockheizkraftwerk ist im Haus Königsberg untergebracht. Die Aula im ersten Stockwerk soll erhalten und für Anlässe vermietet werden. Darüber sollen Büros entstehen. Foto: peters (3)
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Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens, Carlshöhe-Investor Wolfram Greifenberg und Notar Kai-Uwe Helmer (v.l.) haben den Vertrag für die "Wärmeversorgung Carlshöhe GmbH" unterschrieben. Das Blockheizkraftwerk ist im Haus Königsberg untergebracht. Die Aula im ersten Stockwerk soll erhalten und für Anlässe vermietet werden. Darüber sollen Büros entstehen. Foto: peters (3)

shz.de von
06. August 2010, 09:07 Uhr

Eckernförde | Eigentümer Wolfram Greifenberg treibt die Arbeiten auf der Eckernförder Carlshöhe voran. Schon fast fertig gepflastert ist der 6000 Quadratmeter große Platz gleich hinter dem Torhaus - im den Platz flankierenden Haus Jungmann sind sechs Unternehmen untergebracht, nur ein Büro ist noch frei. Das Haus Preußer gegenüber wird gerade saniert und zu einem Ärztehaus umgebaut. Im Dezember wird die erste Praxis bezogen. Am 16. August eröffnet das Bistro-Café im Torhaus.

Das Tempo, mit dem Greifenberg vorprescht, ist atemberaubend. Vor zweieinhalb Jahren kaufte er die ehemalige Kaserne in Eckernförde. Die Planungen begannen, der Denkmalschutz musste berücksichtigt werden. Im Dezember 2009 dann war der Bebauungsplan durch, die Arbeiten begannen, die durch den Winter gleich einen Dämpfer erhielten. Trotzdem ist das Haus Jungmann bis zum April für den Erstbezug fertig geworden.

Auch die Stadtwerke waren da, haben 2,5 Kilometer Fernwärmeleitungen verlegt und ein Blockheizkraftwerk ins zentrale Haus Königsberg eingebaut. Von hier wird die gesamte Carlshöhe mit Wärme versorgt - für die nächsten 25 Jahre wird das Aufgabe des örtlichen Energieanbieters sein. Denn über diesen Zeitraum haben die Stadtwerke und Wolfram Greifenberg jetzt einen Vertrag abgeschlossen und die "Wärmeversorgung Carlshöhe GmbH" gegründet, in der Greifenberg stiller Gesellschafter ist. Für die Stadtwerke habe er sich bewusst entschieden: "Ich will Eckernförde unterstützen und das Geld hier in der Region lassen." Das neue Blockheizkraftwerk hat zurzeit eine Leistung von 50 Kilowatt, wird aber mit dem Fortschritt der Bautätigkeiten modular auf 140 Kilowatt elektrisch und 230 Kilowatt thermisch ergänzt. Hinzu kommt ein Kessel mit 1500 Kilowatt Leistung.

Auch "Piehls Showpalast" wird mit der neuen gasbetriebenen Anlage beheizt. Auf der Kleinkunstbühne im Stile vom Hamburger "Schmidts Tivoli" sollen Künstler aus der Region und ganz Deutschland auftreten. Hier wird mit Volldampf an der ehemaligen Sporthalle gebaut - am 4. September ist die große Eröffnungsshow. Liebevoll gehen die Arbeiter ins Detail: Um die Fensteröffnungen zuzumauern, werden von abzureißenden Häusern 10 000 Steine abgeklopft und wiederverwendet. "Wir wollen hier das beste Kleinkunsttheater des Landes etablieren", sagt Greifenberg. Das Theater müsse keinen Gewinn abwerfen, sondern nur die laufenden Kosten tragen. "Wenn es nur langsam losgeht, ist das nicht so schlimm. Wir haben einen unendlich langen Atem."

Ein eventuelles Zusatzgeschäft also - aber nicht das einzige. Im nördlichen Teil des Geländes sollen Künstler, Vereine und Musikbands unterkommen - zu günstigen Konditionen. "Ich bin angetreten, um etwas für die Kunst und Kultur in der Region zu machen", so Greifenberg. Und er machts.

Wenn bisher auch nur die wenigsten einen Blick auf das Gelände geworfen haben, so werden zumindest die Autofahrer ab September die Bauarbeiten am eigenen Leib erfahren: Dann beginnt der Ausbau des Kreuzungsbereichs Carlshöhe/ Rosseer Weg mit einer Ampelanlage.

Die Liste der noch geplanten Einrichtungen ist lang: Seniorenheim, Restaurant, Fitnessstudio und mehr. Im September beginnt der Bau von 36 Eigentumswohnungen, im Frühjahr folgen weitere 26 und acht Wohnhäuser. Bauherr ist Wolfram Greifenberg. "Ich hätte auch einfach die Grundstücke verkaufen können, aber ich baue lieber selbst, damit ich Einfluss darauf habe, wie es hier nachher aussieht", sagt dieser und schätzt, dass am Ende 80 bis 100 Millionen Euro "so durchgegangen sein werden".

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