Open Air in Wagersrott : Bunter Musik-Mix beim Enzo-Festival

Skampida aus Kolumbien wollen mit ihrem tanzbaren Skapunk die Bühne und das Festivalgelände zum Kochen bringen.
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Skampida aus Kolumbien wollen mit ihrem tanzbaren Skapunk die Bühne und das Festivalgelände zum Kochen bringen.

Am 5. Juli geht das Open Air auf einer Kuhweide in Wagersrott in die nächste Runde. Auf der Bühne stehen dann auch Musiker aus Kolumbien.

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18. Juni 2014, 18:38 Uhr

„Die Mischung macht’s“, da sind sich die Musik-Fans, die jährlich aufs Enzo-Festival ins kleine Dörfchen Wagersrott pilgern, einig. Der 26-jährige Veranstalter Enzo Giovanni Panozzo beweist bei der diesjährigen Musikauswahl wieder einmal musikalisches Feingefühl. So scheren sich Enzo und sein kleines Festivalteam nicht um Bekanntheitsgrade oder Referenzen von Musikern, sondern legen ihr Hauptaugenmerk auf die musikalische Qualität. Und so vereinen sie Bands aus scheinbar nicht kombinierbaren Genres zu einem Festival-Programm.

Waren es in den vergangenen Jahren meist Newcomerbands und (noch) unbekannte Formationen aus dem gesamten Norden, die das Publikum begeisterten, so hat Panozzo in diesem Jahr neben diesen auch Musiker aus Kolumbien ins beschauliche Wagersrott geholt: „Skampida“ spielen extrem tanzbaren Skapunk. Auch die Band „Budzillus“ mit ihrem sogenannten „Oriental Swing Punk“ aus Berlin ist für Veranstalter Panozzo neben den anderen Bands mit eines der diesjährigen Festival-Highlights, und er ist sich sicher: „Diese Band wird Wagersrott zum Tanzen bringen.“

Mittlerweile gibt es eine richtige Fangemeinde, die das Enzo-Festival nutzt, um sich Jahr für Jahr bei guter handgemachter Musik auf dem Lande zu treffen und gemeinsam ein besonderes Wochenende zu erleben. Schon Tage vorher wird dafür mit Freunden gewerkelt, aufgebaut und ideentechnisch umgesetzt. Immer wieder sorgen auch Einfälle der Freunde für besondere Atmosphäre. Waren es im vergangenen Jahr kleine Details wie beispielsweise ein überdimensioniertes Eingangssegel und ein beleuchteter Enzo-Festival-Leuchtkasten des Zimmerermeisters und Designers Nis-Peter Struve, so dürfen Besucher auch in diesem Jahr auf Neuerungen gespannt sein. „Ich habe da etwas ganz Witziges gefunden“, hat Enzo Panozzo bereits jetzt angekündigt. Sehr gute Kontakte zu Musikern aus dem ganzen Norden und auch zu versierten routinierten Technikern ermöglichen es dem Veranstalter, zugleich „kultig und technisch auf dem neuesten Stand“ Musik anzubieten.

Wer das erste Mal auf dem Festival verweilt, glaubt kaum, dass es möglich ist, eine derartige Technik auf einer Kuhkoppel zu präsentieren. Zwei große Bühnen, beeindruckende Lichttechnik und dazu ausgewogene Tontechnik, machen das Festival zu einem Ohren- und Augenschmaus, der seinesgleichen sucht. Bereits im Vorfeld gab es erfolgreich in Kooperation mit der Kieler Schaubude organisierte Festival-Konzerte zum Einstimmen in der Landeshauptstadt.

Seit einigen Jahren unterstützen neben regionalen Firmen auch Institutionen wie die Allianz-Kulturstiftung, das Kulturreferat der Uni Flensburg, die Nospa-Kulturstiftung und die Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg (Kooperationspartner) das große Musikspektakel auf dem Lande. Es ist eben doch etwas Besonderes, wenn ein Wagersrotter Jung, wie die Dorfältesten fast ein wenig stolz auf Platt formulieren, so viele musikbegeisterte Fans ins verschlafene 300-Seelen-Dorf Wagersrott holt.

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