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Pferdeklappe Rurup : Bundespräsident lädt Tierfreunde ein

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Pferdeklappen-Betreiber Petra Teegen und Jürgen Klang fahren im September nach Berlin zum Bürgerfest in Schloss Bellevue.

Tierschützerin Petra Teegen aus Rurup wird auf Einladung von Joachim Gauck am 5. September am Bürgerfest des Bundespräsidenten teilnehmen. Mit diesem Fest im Park des Schlosses Bellevue in Berlin unterstreicht der Bundespräsident die hohe Bedeutung des Ehrenamtes für die Zivilgesellschaft. So erhielt Teegen die Einladung, weil sie Vorsitzende des Vereins „Pferdeklappe“ ist.

Der Verein ermöglicht es Menschen, die sich nicht mehr um ihre Pferde kümmern können, anonym ihr Tier in andere Hände zu geben. Die „Pferdeklappe“ vermittelt sie weiter. Insgesamt 180 Tiere wurden in den vergangenen 14 Monaten – so lange existiert der Verein – auf diese Weise vor dem Schlachter gerettet.

Nachdem unsere Zeitung über diese Idee berichtet hatten, gab es kaum einen Fernsehsender oder eine Zeitung, die dieses Projekt nicht als Thema aufgegriffen haben. Versuche, ähnliche Institutionen an anderen Orten einzurichten, scheiterten. Es fehlte der ehrenamtliche Hintergrund, der bei der „Pferdeklappe“ von Rurup sehr stark ist. Keine Selbstverständlichkeit, denn die nervliche Belastung dieses „Jobs“ darf nicht unterschätzt werden. „Ich finde es toll, dass diese ehrenamtliche Arbeit gewürdigt wird“, freut sich Teegen, die die Versorgung Not leidender Tiere und diese Vermittlungspraxis bereits seit 20 Jahren in Einzelfällen betreibt.

Doch nach der Freude über die Einladung, die von Bundespräsident Gauck und Frau Daniela Schadt mit goldgeprägtem Bundesadler ausgesprochen wurde, kam eine Sorge, die fast zu klischeehaft ist, um sie zu erwähnen: „Was ziehe ich bloß an?“

Doch hier hilft das Bundespräsidialamt. Nachdem Teegen ihren Kassenwart Jürgen Klang als Begleitperson ausgewählt hatte, erhielt sie Einladungskarten, die Anzug, kurzes Kleid, Kostüm, Uniform oder Tracht als Kleidung empfahlen. Aber auf jeden Fall sollte die Garderobe dem Wetter angepasst sein. Die Pferdeschützerin, die in der Regel in Reitkleidung unterwegs ist, schaffte sich nun eigens für das Fest einen grauen Hosenanzug an.

Dass sie bei 4000 geladenen Gästen persönlich mit dem Bundespräsidenten ins Gespräch kommt, hält Petra Teegen für relativ unwahrscheinlich. „Aber bei dem Gedanken daran, zittern mir die Beine“, meint die Frau, die sich sonst auch gewaltbereiten Pferdehaltern in den Weg stellt, um Vierbeiner zu schützen. Dennoch hat sie drei Themen vorbereitet, die sie mit dem Staatsoberhaupt besprechen möchte: Kampf gegen das Jakobskreuzkraut, die Pferdesteuer und Schlachttiertransporte. Diese Themen will sie zumindest am „Ort der Begegnung“ – einer Wunschsäule mitten im Park des Bellevue – anheften, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

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