Erdöl-Suche : Bürger fürchten Schäden

Der Bau des Radweges entlang der L  252 wurde 2009 abgeschlossen – bis heute warten die Anlieger noch immer auf ihr Geld für die Abgabe privater Flächenstreifen.
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Der Bau des Radweges entlang der L 252 wurde 2009 abgeschlossen – bis heute warten die Anlieger noch immer auf ihr Geld für die Abgabe privater Flächenstreifen.

„Central Anglia AS“ plant, frühestens 2017 nach Öl zu bohren. Der Bürgermeister von Esgrus fordert detaillierte Informationen.

shz.de von
17. Januar 2015, 17:00 Uhr

„Ich erhalte immer häufiger Anrufe besorgter Bürger, die Neues zum Stand der Planungen für die Erdölförderung wissen wollen.“ Das berichtete Bürgermeister Hermann Vollertsen auf der jüngsten Einwohnerversammlung in Grünholz. Er und sein Bürgermeister-Kollege Wolfgang Rupp aus Sterup stellten klar, dass die Kommunen auf jeden Fall in das langwierige Genehmigungsverfahren eingebunden werden wollen. Nach dem aktuellen Stand der Dinge haben Voruntersuchungen der im Boden vorhandenen Bakterien „erste Anzeichen“ für mögliche Lagerstätten in der „Tiefe“ ergeben. Doch die Unternehmensgesellschaft „Central Anglia AS“ (ansässig in Dammholm) habe signalisiert, dass erste Bohrungen mit der herkömmlichen Technik nicht vor 2017 zu erwarten seien, berichtete Vollertsen.

Hinsichtlich der Ergebnisse weiterer seismologischer Voruntersuchungen fordern die Gemeindevertretungen aktuelle Informationen, damit sie zum jeweiligen Sachstand Stellung beziehen können. Ölförderung sei Bundesrecht, und Auskünfte und Hinweise erwarten die Kommunalpolitiker auch vom zuständigen Bergbauamt, das seinen Sitz im Harz hat. Wolfgang Rupp wies auf die Größe des Untersuchungsgebietes hin: Es handele sich um eine Fläche von 200 Quadratkilometern und schließe um Egrus und Steruper Areal herum etliche Kommunen in den Amtsbezirken Süderbrarup und Geltinger Bucht sowie die Gemeinde Sörup ein. Seitens der Esgruser Bürger werden nach den Worten von Bürgermeister Vollertsen Vorbehalte und Ängste zum Ausdruck gebracht, insbesondere über mögliche Schäden durch die Bohrungen für den Wohnwert ihrer Häuser und eine Verschandelung der Landschaft.

Als „großes Ärgernis“ in Esgrus bezeichnete Vollertsen die Tatsache, dass alle privaten Grundstückseigentümer, die für den im Sommer 2009 eingeweihten, 2300 Meter langen Radweg entlang der Landesstraße 252 von Brunsholm in Richtung Niesgrau Flächenstreifen zur Verfügung gestellt hatten, immer noch nicht ihre Entschädigungszahlungen von der zuständigen Landesbehörde erhalten haben. Diese treffe allerdings keine Schuld. Es hake offensichtlich bei der Erstellung und notariellen Beglaubigung der einzelnen Kaufverträge sowie der erforderlichen Grundbucheintragungen. Unlängst hätten die beauftragten Rechtsanwälte auf Nachfrage der Gemeinde mitgeteilt, dass sie wegen anderer wichtiger Aufgaben diese Vorgänge noch nicht bearbeiten könnten. Vollertsen: „Die Leute warten auf ihr Geld.“ Die Juristen hätten der Gemeinde versprochen, das Versäumte in diesem Jahr nachzuholen.

Was die von der Gemeindevertretung beantragte, von der Straßenverkehrsbehörde aber im Vorjahr abgelehnte Einführung einer Tempo-30-Zone vor dem evangelischen Kindergarten in Esgrusschauby betrifft, so soll nach kommunalem Widerspruch im nächsten Sommer und vor allem während der Erntezeit nochmals eine Verkehrszählung stattfinden. Argument der Behörde für die bisherige Ablehnung: In den vergangenen fünf Jahren sei laut Polizei auf dieser Straße zwischen Esgrusschauby und Wippendorf kein Unfall passiert. Bei einem Lokaltermin im vergangenen Jahr hatten Polizei und Vertreter des Ordnungsamtes während der anberaumten Fahrzeug-Zählungen an einem Vormittag lediglich zwei Fahrer vor der Kita registriert – und die waren langsam unterwegs.

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