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Stangheck : Bürger entscheiden über Windpark

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Am 11. Januar stimmen die Stanghecker in einem Bürgerentscheid darüber ab, ob sie in ihrer Gemeinde Windkraftanlagen haben wollen.

Die Würfel sind gefallen: Die Stanghecker Einwohner werden bei einem Urnengang am Sonntag, 11. Januar 2015, in der Rundhofer Gaststätte „Weißer Hirsch“ entscheiden, ob es in der Gemeinde einen Bürger-Windpark geben soll – oder nicht. Den Wahltermin für den auf Initiative der Wählergemeinschaft AWG angesetzten Bürgerentscheid legte die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung fest.

Die entsprechende Tagesordnung hatte Verwaltungschef Gerd Aloe zuvor mit der Kommunalaufsicht des Kreises abgestimmt, denn das Vor-Verfahren sollte ja wasserdicht ablaufen. Ausdrücklich vorgeschrieben war, dass sich die Mandatsträger zur Kernfrage „Wollen Sie Windkraftanlagen oder Windparks im Gemeindegebiet von Stangheck haben?“ äußern, damit sich die Bürger an der Auffassung ihrer gewählten Vorbilder orientieren können. Doch als Bürgermeister Björn With zu dieser Pflichtaufgabe aufrief, herrschte weitgehend Schweigen in den Reihen der Kommunalpolitiker. Lediglich Ex-Bürgermeister Helmut Erichsen meldete sich zu Wort: Nicht die Bürger hätten sich nach Gemeindevertretern zu richten, sondern die Gemeindevertreter nach dem Willen der Bürger.

Claus R. Neumann, der gemeinsam mit AWG-Chef Jürgen Siemen und Fritz Trede als Vertretungsberechtigter des Bürgerentscheids fungiert, legte sodann den Kommunalpolitikern die Hauptgründe gegen die Windpark-Planung vor und betonte, die angedachte Variante (mit 100 Meter hohen Windmühlen) „wäre zweifelsfrei und unstrittig verheerend für alle“. Deshalb sei es erforderlich, rechtzeitig vor 2018 bei der Fortschreibung des Regionalplans (Planungsraum V Schleswig-Holstein Nord) die Ausweisung von Eignungsflächen für Windkraftanlagen zu verhindern. Alle Planungen zur Weiterentwicklung von Stangheck sollten in Zukunft öffentlich, konfliktfrei und in einem partnerschaftlichen Dialog-Prozess organisiert werden, fordern die AWG-Vertreter.

Neumann kritisierte in diesem Zusammenhang, dass es im Sommer in einer Scheune des potenziellen Investors Hans-Hermann Witt (Magdalenenhof) eine Art Geheimtreffen gegeben habe, ein mit Zustimmung von Bürgermeister Björn With veranstaltetes informelles Gespräch, an dem nur die Gemeindevertreter teilnahmen. Die AWG lehne derartige „Hinterzimmer-Planungen“ ab, hieß es dazu.

Im weiteren Sitzungsverlauf appellierte die stellvertretende Bürgermeisterin Waldtraud Lukoschus an die Mandatsträger, sich bei geplanten Bürgertreffs nicht auf die Klientel von Wählergemeinschaften zu beschränken. Vielmehr müssten solche unpolitischen Veranstaltungen dazu beitragen, das Wir-Gefühl zu beflügeln. Die Vizebürgermeisterin informierte anschließend über den Entwurf zum Managementplan für das 22 Hektar große Naturschutzgebiet, den Stangheck-Esgruser „Wald südlich der Holzkoppel“. In Kooperation mit sechs Eigentümern stehen dort umweltfreundliche Maßnahmen des Landes auf der Agenda, darunter die Naturverjüngung des Buchenbestands sowie der Verzicht auf künstliche Entwässerung.

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