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Schlei-Bote

17. Dezember 2017 | 04:15 Uhr

Bücherbusse sind weniger gefragt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zahl der Ausleihen im Kreis Rendsburg-Eckernförde im vergangenen Jahr um 7000 gesunken / Fahrbücherei setzt auf mehr Servicequalität

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2015 | 14:45 Uhr

71,7 Prozent der Deutschen lesen am liebsten auf dem Sofa.
16 Prozent greifen täglich zum Buch,
34 Prozent allerdings seltener als einmal im Monat. Dagegen lesen 74 Prozent der Bundesbürger täglich Zeitung. Eine bunte Mischung aus Zeitungen, Magazinen, Büchern, DVDs und Hörbüchern bringen die Fahrbüchereien direkt in die Dörfer – quasi bis vor die Haustür der Landbevölkerung.

Zwei Bücherbusse touren täglich durch den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Rund 52  000 Medien stehen den Leserinnen und Lesern dabei zur Auswahl. „Etwa 4000 Medien haben wir im Bücherbus dabei, auf Vorbestellung können wir aber aus einem wesentlich größeren Fundus schöpfen“, behauptet Sven Schiefelbein, Leiter der Fahrbücherei 2. Sie deckt den südlichen Teil des Kreises ab und erreicht etwa 44  000 potentielle Leser.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 200  955 Medien in den beiden Bücherbussen des Kreises Rendsburg-Eckernförde ausgeliehen – knapp 7000 weniger als noch im Jahr zuvor. „Diese Zahl schwankt aber immer mal. Die Entwicklung ist noch nicht beängstigend“, so Schiefelbein. Ist die Wirtschaftslage beispielsweise gut, würden die Leute in den Sommerferien oft in den Urlaub fahren und den Service des Bücherbusses dementsprechend nicht nutzen. „Generell ist es aber schon so, dass Berufsleben und Freizeitangebot immer zeitaufwendiger werden. Lesen nimmt da nur einen geringen Prozentteil ein.“ Die Nutzer des Bücherbusses sind dementsprechend vor allem Kinder und Jugendliche sowie die ältere Dorfbevölkerung. „Wenn die Kinder groß sind und der berufliche Werdegang gefestigt oder sogar schon beendet ist, lesen die Leute unserer Erfahrung nach wieder mehr“, so der Bibliothekar Schiefelbein.

Um die Jüngsten als künftige Nutzer der Fahrbücherei an das Thema Lesen heranzuführen, setzt er sich für die Leseförderung in Kindergärten und Schulen ein. Besonders das sogenannte Kamishibai-Erzähltheater begeistert die Kleinen. Dabei wird eine Geschichte vorgelesen und mit passenden Grafiken in einem großen Holzrahmen bebildert. „So weckt man bei den Kindern das Interesse an Geschichten“, sagt Schiefelbein.

Seiner Meinung nach wird es in der Zukunft immer wichtiger, den bibliothekarischen Service der Fahrbüchereien in den Vordergrund zu stellen. Dazu gehört auch die Vermittlung von Medienkompetenz an Kinder und Ältere. „Vor allem die ältere Dorfbevölkerung profitiert von den Bücherbussen, weil sie oft nicht mehr mobil ist, aber trotzdem Interesse an Literatur hat. Wenn Bedarf besteht, erklären wir gern auch, wie ein E-Book-Reader funktioniert und wie man Bücher da rauflädt.“ So könne man auch die Lebensqualität im ländlichen Raum steigern. „Wir tragen Kultur ins Land. Ich sehe uns auch als Kulturvermittler.“ Die Bücherbusse könnten von dem demographischen Wandel also durchaus profitieren.

Die Fahrbüchereien fahren dementsprechend auch Seniorenheime an und verleihen dort unter anderem Medienboxen für die Gruppenarbeit mit Senioren. Auch für Menschen mit Demenz hat das Team entsprechendes Material vorrätig.

Seit Mitte 2013 können die Leserinnen und Leser auch das Angebot der Onleihe nutzen. Auf diesem Wege können E-Books, E-Paper und E-Audios ausgeliehen werden. Die Jahresgebühr beträgt 18 Euro für Erwachsene, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre nutzen das Angebot des Bücherbusses kostenlos.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, Bücher vorzubestellen gibt es unter www.fahrbuecherei2.de oder www.fahrbuecherei8.de.

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