Bücher sind sein Leben

Gerhard Rolf Günther Fischer mit seinem Buch: „Halvar’s Erben erobern Wallhall“. Das Cover stammt von der Süderbraruper Malerin Manuela Raul.
Gerhard Rolf Günther Fischer mit seinem Buch: „Halvar’s Erben erobern Wallhall“. Das Cover stammt von der Süderbraruper Malerin Manuela Raul.

Gerhard Rolf Günther Fischer hat 26 Bücher zu überwiegend historischen Themen geschrieben

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27. September 2019, 18:34 Uhr

Süderbrarup | Gerhard Rolf Günther Fischer ist 73 Jahre alt und hat den größten Teil seines Lebens mit Forschen, Sammeln, Lesen und Schreiben verbracht. 26 Bücher hat er geschrieben. Darunter befinden sich zum Beispiel historische Abenteuerromane, die in der Wikingerzeit spielen. Aus ihnen liest er am 3. November im Schleswiger Kino. „Diese Bücher sind die größte Wikingersammlung überhaupt“, sagt er stolz. „Halvar’s Gelöbnis“ spielt 800 vor Christus. Die Fortsetzung „Halvar’s Erben erobern Wallhall“ spielt 886 nach Christus.

Gerhard Rolf Günther Fischer möchte vermitteln, wie die Menschen damals gelebt und gedacht haben und was sie bewegt hat. „Die hatten ja wirklich ein schlechtes Zeitalter erwischt und mussten soviel kämpfen und aushalten. Aber es wurde auch ordentlich gefeiert“, sagt er.

Fischer ist gebürtiger Flensburger, seine erste Ausbildung und Berufsjahre als Einzelhandelskaufmann und Ernährungsberater absolvierte er in einem Reformhaus in Hamburg. Später schulte er um zum Rechtsanwalt- und Notargehilfen und arbeitete viele Jahre in Flensburg, später auch als Lagerbuchhalter und als Bürohilfe. „Ich habe sehr viel gearbeitet und immer gut verdient. Trotzdem verlor ich mit Mitte 50 meinen Job. Dann bekam ich keinen neuen mehr, weil man mich überall als überqualifiziert einstufte.“

Das hatte fatale Folgen. 2009 verlor er sein Haus in Flensburg und zog nach Süderbrarup – mit all seinen Büchern und Sammlungen, die nun in einer viel kleineren Wohnung Platz finden mussten. „Es dauerte ungefähr neun Monate, bis ich alles ordentlich verstaut hatte“, erzählt er. Immerhin habe er eine große Sammlung von Super-Acht-Filmen, von Filmbüchern und Geschichtsbüchern. „Ich habe über 500 Filmbücher und zu jedem Buch auch den Film“, berichtet er. Diese standen ihm auch zur Hilfe, als er sein Tatsachenkrimi „Der Filmesammler“ schrieb.

Ob er verheiratet war und Kinder hat? „Nein,“ lacht er, „meine Sammlungen und mein Schreiben haben neben der Pflege meiner Eltern mehr als genug Zeit eingenommen.“ Dafür sei er geschichtlich vielseitig interessiert. So beschäftigt sich „Das knirschende Gebiss“ mit Heimatgeschichte aus Flensburg und Thüringen. Die historischen Abenteuerromane „Mykerinos“ und „Neues der Tiniter“ lassen den Leser am Leben der Tiniter 2500 vor Christus teilhaben.

Doch wie begann seine Leidenschaft fürs Schreiben? „Ich konnte schon vor der Schule lesen und schreiben und hatte in Deutsch immer eine Eins. Ich schrieb schon immer. Das erste Buch entwickelte sich ab 1979. Ich flog mit meinem Vater nach Lanzarote. Wir besuchten Museen, Landschaften und Höhlen. Mein Interesse für das Volk der Gnauchen wurde geweckt“, berichtet er.

Seit 2000 musste Gerhard Rolf Günther Fischer sieben Augenoperationen über sich ergehen lassen und kann heute nur noch mit einer Lupe oder starken Brille lesen und schreiben. „Ich habe meinen Augen einfach zu viel zugemutet, aber ich tat es für die Menschen, damit sie das Lachen wieder lernen“, sagt er.

Seit einigen Jahren schreibt er nämlich auch Satire. Die Titel versprechen einiges: „Kahlschlag“ handelt vom Ungeheuern in Menschengestalt. Weitere Bücher sind in Arbeit. Sie spielen in Süderbarup und heißen „Entsorgungsstation“, „Demenz extrem“, „Ein Flüchtling kommt selten allein“ und „Platzangst“. Das Buch „Platzangst“ entstand nach seinem Umzug von Flensburg nach Süderbrarup, da er seitdem unter Platzangst leide.

Und das ist verständlich: Den größten Teil der kleinen Wohnung nehmen all seine Schätze ein, die ordentlich sortiert in Schränken, Vitrinen, Kartons und Kisten einen Platz finden – einem kleinen aber feinen Museum gleich.

>Gerhard Rolf Günther Fischer wird im Rahmen einer Matinee am 3. November im Capitol Kino Schleswig von 10 bis 13 Uhr aus seinen Werken lesen.

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