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Schlei-Bote

24. Oktober 2017 | 03:17 Uhr

Brückenneubau statt Sanierung

vom

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer erläuterte die Pläne für Lindaunisser Schleiquerung / Baubeginn frühestens 2015 / Dauer: zwei bis drei Jahre

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Boren | Der Besuch von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer an der Lindaunisser Brücke brachte viel Klarheit über den Neubau dieses Bauwerks mit Kultcharakter. Vor allem machte er deutlich: Bis zum Baubeginn wird noch einige Zeit vergehen.

Der Minister bezeichnete die Brücke als "kleines Industriedenkmal" mit allen Vor- und Nachteilen. "Wenn man es sieht, findet man es wunderschön und ist davon begeistert. Aber wenn man es benutzen will, erkennt man seine Mängel", kommentierte er die langen Wartezeiten für Autofahrer und die Gefahren für Radfahrer an diesem Verkehrsknotenpunkt für Straße, Eisenbahn und Schiff. Deshalb sei ein Neubau unumgänglich. Denn die Alternative sei eine andauernde, kostenintensive Sanierung der Brücke, die ihr aber laut Gutachten auch nur eine Lebenszeit bis 2032 garantiere.

Doch ein großes Problem sei das liebe Geld, so der Minister weiter. 17,2 Millionen seien zurzeit die errechneten Minimalkosten, für die es bereits eine Kostenteilungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn gäbe. Diese werde 32 Prozent der Kosten übernehmen. "Soweit waren wir mit dem Projekt Brückenbau noch nie", stellte Meyer fest. Doch auch das fehlende Geld müsse er im Haushalt unterkriegen, in dem es für Neubauten nur wenig Spielraum gebe. "Ich betrachte den Bau der Brücke aber nicht als Neubau, sondern als Erhalt einer bestehenden Verkehrsverbindung", formulierte er eine mögliche Argumentationslinie für Kabinettsgespräche.

Torsten Conradt vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr stellte die neue Schleiquerung und den vorläufigen Zeitplan vor: Die neue Brücke wird aus Richtung Süderbrarup kommend links neben der jetzigen Brücke liegen. Eisenbahn und Straße werden dabei um etwa zehn Meter versetzt. Es wird eine zweispurige Fahrbahn konstruiert, in die ein Gleis für die Bahn eingearbeitet ist. Dadurch ist im Normalfall ein fließender Betrieb in beiden Richtungen möglich. Für Radfahrer und Fußgänger wird eine separate Strecke eingerichtet. Die Brücke wird weiterhin einen festen und einen Klappteil haben. Doch wird das bestehende Fachwerk vermutlich durch eine andere Konstruktion ersetzt, da es mit der geplanten Fernsteuerung der Brücke nicht vereinbar ist. Das Brückenhaus wird neu gebaut, da in seiner jetzigen Konstruktion kein Platz für die aufwändige Elektronik ist.

Den Beginn der planungsrechtlichen Absicherung mit Öffentlichkeitsbeteiligung sieht Conradt im kommenden Jahr. Die Dauer schätzt er auf 18 Monate. "Mit einem Realisierungsbeginn rechne ich 2015", fuhr er fort. Die Bauzeit betrage dann noch einmal etwa zwei bis drei Jahre.

Während dieser Zeit werde die Brücke bis auf die letzten vier Wochen fast uneingeschränkt für den Verkehr nutzbar bleiben, so Conradt. Lediglich der Schiffsverkehr werde während dieser Zeit die Brücke nur einspurig passieren können.

Auf einen Fertigstellungstermin wollte sich Minister Meyer nicht festlegen lassen. "Wir treffen uns in einem Jahr wieder hier und bringen dann konkrete Zahlen mit", versprach er. Angesichts von Unwägbarkeiten beim Naturschutz und in der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn könnten sich zusätzliche Verzögerungen ergeben.

Einige der bei dem Gespräch anwesenden Bürger wünschten sich vom Minister einen Ausbau von Lindaunis zu einem Touristikknotenpunkt. Insbesondere die Wiedererweckung des ehemaligen Bahnhofs unter Einbeziehung der nach dem Neubau der Brücke toten Gleise nahm der Minister, der auch für den Tourismus zuständig ist, als Anregung mit nach Kiel.

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