Maasholm : Briefmarken-Ausstellung rund um die Möwe

Für den Philatelisten Heinrich Welschhoff (li.) und Horst Franzen vom Förderverein des Maasholmer Naturerlebniszentrums gibt es keine Zweifel: Möwen gehören zur Küste.
Für den Philatelisten Heinrich Welschhoff (li.) und Horst Franzen vom Förderverein des Maasholmer Naturerlebniszentrums gibt es keine Zweifel: Möwen gehören zur Küste.

Veranstaltung soll auch Verständnis für die Wasservögel wecken.

shz.de von
16. Juni 2014, 11:45 Uhr

Wenn es um Möwen geht, vertreten Horst Franzen vom Förderverein des Naturerlebniszentrums (NEZ) Maasholm und Heinrich Welschhoff von den Schleswiger Briefmarkenfreunden die gleiche Auffassung: Diese Vögel gehören zur Küste – der Mensch muss mit ihnen klarkommen. Was Franzen im vergangenen Jahr mit seiner Möwen-Dokumentation im Naturerlebniszentrum ins Gespräch brachte, wird jetzt bis September durch eine Briefmarkenausstellung des 76-jährigen Sozialpädagogen aus Glücksburg vertieft. Seit einem halben Jahrhundert frönt Welschhoff der Philatelie, wobei sein besonderes Augenmerk den weltweit verschiedenen Spezies der Möwen gilt.

Zur Eröffnung der Briefmarkenausstellung – Farbkopien, die den Originalen sehr nahe kommen – waren auch der Vorsitzende der 1977 gegründeten 60 Mitglieder starken Philatelisten-Gruppe, Walter Thielking, und Ehrenvorsitzender Karl Rathjen gekommen. Zusammen mit Heinrich Welschhoff hegen sie die Hoffnung, nicht nur Naturfreunde anzusprechen, sondern auch Menschen für Briefmarken im allgemeinen und besonderen zu interessieren.

Mit Horst Franzen waren sie sich einig, dass die Probleme und Ärgernisse, die Möwen bereiten, „von uns Menschen gemacht sind“. Die Briefmarken aus aller Welt beleuchten die verschiedenen Möwenarten. Bei alledem dominiert eine Zeichnung des mexikanischen Künstlers Roman Rodriguez, der 1986 die Vorlage für eine Briefmarke der Vereinten Nationen in Genf entwarf. Dieser Entwurf wurde realisiert, stellt eine Silbermöwe dar – der Wert: 0,05 Schweizer Franken oder fünf Rappen.

Briefmarken zum Thema der Allerweltsvögel Möwen sind mehr als „bunte Bildchen“, betonte Welschhoff. Das machen erläuternde Texte deutlich. Der Glücksburger wünscht sich, dass viele Besucher zu der Erkenntnis kommen, dass diese Vögel „zu uns gehören“.

In die Vergangenheit blickend, steuerte der Maasholmer Bürger Harald Laß seine persönlichen Möwen-Erfahrungen bei: In den 1950er Jahren waren er und vier weitere Jungen im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Schleimünde unterwegs, um Möweneier zu sammeln. Pro Kopf kamen dabei 120 bis 150 Eier zusammen. Die wurden in einem Bunker eingelagert und in Kiel vermarktet. Damals galten Möweneier als Delikatesse. Das, so Laß, sei längst vorbei, die Eier seien mittlerweile durch Umweltgifte derart belastet, dass sie für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet seien.

Horst Franzen warf die Frage auf, was Briefmarken mit Naturerleben zu tun haben: Die Briefmarken erregten sehr wohl Interesse – in diesem Fall an Möwen. Insofern beschreite der Förderverein einen neuen Weg, tiefer gehendes Naturerleben zu ermöglichen. Längst habe das NEZ eine überregionale Bedeutung. Die Briefmarken-Sonderausstellung „Raubmöwen, Möwen, Seeschwalben – Kosmopoliten auf den Meeren“ trage dazu bei.

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