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Stadtentwicklung : Braucht Arnis eine neue Perspektive?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Arnisser Bürger fordern bezahlbaren Wohnraum für Einheimische und Strategien für die Stadtentwicklung.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 07:30 Uhr

Der von einem auswärtigen Investor ins Auge gefasste Umbau der Arnisser Werft Alfred Eberhardt in eine moderne Wohnanlage verzögert sich. Die Genehmigungsbehörde verlangt in diesem sensiblen Bereich an der Schlei nicht nur ein Bodengutachten, sondern auch einige andere Untersuchungen. In den bevorstehenden Wintermonaten hätten die Werftarbeiter noch einige Aufträge von Skippern zu erledigen, sodass die lange Wartezeit in diesem Traditionsbetrieb zumindest wirtschaftlich noch überbrückt werden könne, erklärte dazu Bauausschuss-Vorsitzender Peter Ilgenstein (Bürger für Arnis, BfA) anlässlich der jüngsten Sitzung der Arnisser Stadtvertretung.

Die zahlreich vertretenen Bürger nahmen während der Fragestunde die Situation um das seit zwei Jahren „schmorende Bauvorhaben“ zum Anlass, grundsätzlich nachzufragen, wohin die allgemeine Weiterentwicklung in der kleinsten deutschen Stadt führen soll. „Wir brauchen in der Anlage nicht nur Luxuswohnungen mit Schleiblick, sondern bezahlbare Mietwohnungen, damit junge Familien in Arnis eine Bleibe finden“, lautete eine Forderung aus dem Kreis der Bürger. Zur Sprache kam außerdem die auch von den Mandatsträgern bedauerte Tatsache, dass immer mehr Wohnhäuser an betuchte Ortsfremde verkauft werden, um ihnen als Ferienquartiere gute Rendite zu bringen. Es sei notwendig, diesem Trend entgegenzusteuern, hieß es. Mit leicht kritischem Unterton wiesen diese Einwohner auf ein bislang fehlendes Entwicklungskonzept in der Schleistadt hin, auf Strategien und eine Vision für die Zukunft. Eine Weichenstellung sei das Gebot der Stunde.

Die Stadtvertreter griffen diese Argumente positiv auf und beauftragten die Kappelner Verwaltung, zu erkunden, welche Kosten auf die Stadt zukämen, wenn sie sich professionelle Hilfe für die Erstellung einer Entwicklungsanalyse holen würden. Was das Werft-Projekt betrifft, gibt es nach Aussage von Bürgermeister Bernd Kugler (BfA) derzeit „noch kein offenes Zeitfenster“. Wann die Einwohner über Einzelheiten informiert würden, wurde gefragt. Die Antwort gab Ulrich Bendlin von der Kappelner Verwaltung: Der Stadt Arnis obliege die Planungshoheit. Sie müsse zu gegebener Zeit den Aufstellungsbeschluss für den erforderlichen Bebauungsplan fassen. Im Laufe dieses Verfahrens würden üblicherweise auch die Bürger beteiligt.

Als dringend notwendig erachteten die Stadtvertreter die Sanierung der Straße am Sportplatz. Künftig soll nicht nur das Müllfahrzeug diesen pfützenreichen Grantweg besser passieren. Da eine Asphaltierung zu teuer würde, ist jetzt eine Ersatzlösung für 11 400 Euro vorgesehen – mit zwei Betonspuren wie auf manchen „grünen Wegen“ in der Landwirtschaft. Für weitere 25 000 Euro wird ein Entwässerungsgraben am Sportplatz auf einer Länge von 800 Metern ausgebaggert. Diese Maßnahme nützt auch dem angrenzenden Schulwald, der bisher nach den Worten des Bürgermeisters bei Starkregen zu einem „Sumpf“ wurde.

Die Hundehalter müssen im nächsten Jahr sechs Euro mehr für ihre Vierbeiner berappen. Der erste Hund kostet dann laut veränderter Satzung 36 Euro an Steuern, der zweite 48 Euro. Teurer wird außerdem die Gebühr für die Abwasserentsorgung: Der Kubikmeterpreis steigt moderat von 2,60 auf 2,85 Euro, weil im Kappelner Klärwerk hohe Investitionen getätigt werden mussten.

Weitere Beschlüsse in Arnis:

> Überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 4800 Euro wurden nachträglich für eine Zusatzeinrichtung der Schleifähre bewilligt.
> Zustimmung gab es zur Übernahme des Kappelner Gymnasiums in die Trägerschaft des Nahbereichsschulverbandes.
> Dem Amt Kappeln-Land wurden fünf Aufgaben der Selbstverwaltung übertragen, darunter Wirtschafts- und Touristikföderung.
> Die parkenden Autos an der Ecke Lange Straße/Fährweg werden demnächst von ihrem Standplatz verbannt, damit der angrenzende Gedenkstein wieder für jedermann sichtbar wird.

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