Grosseinsatz für die Feuerwehren : Brandserie durchzieht Schleswig

Flammen schlagen aus dem leer stehenden Hertie-Gebäude, brennende Müllcontainer, acht abgefackelte Dienstwagen der Nospa: In der Nacht zu Dienstag war in Schleswig offenbar ein Serien-Brandstifter unterwegs.
Flammen schlagen aus dem leer stehenden Hertie-Gebäude, brennende Müllcontainer, acht abgefackelte Dienstwagen der Nospa: In der Nacht zu Dienstag war in Schleswig offenbar ein Serien-Brandstifter unterwegs.

Autos ausgebrannt, Hertie in Flammen: In der Nacht zu gestern mussten in Schleswig gleich mehrere Feuerwehren zum Einsatz ausrücken.

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30. November 2013, 00:00 Uhr

Es begann mit einem vergleichsweise harmlosen Alarm: Gegen 2 Uhr in der Nacht zu gestern wurde die Schleswiger Feuerwehr alarmiert, weil auf einem Parkplatz am Kleinen Baumhofsgang ein Auto brannte. Als die Rettungskräfte wenig später eintrafen, sahen sie das ganze Ausmaß: Es stand nicht nur ein Auto in Flammen, es waren acht. Sie waren nicht mehr zu retten. Kaum war dieser Einsatz zwischen Gallberg und Holmer Noor beendet, brannten am Schlei-Center zwei Müllcontainer.

Die Feuerwehrleute waren gerade wieder zur Wache zurückgekehrt, da wurden sie von der Leitstelle zu einem „Feuer in der Moltkestraße“ gerufen. „Wir hatten sofort eine Ahnung, dass es um das Hertie-Gebäude gehen könnte“, sagte der stellvertretende Schleswiger Wehrführer Jörg Lange Stunden später nach getaner Arbeit. Schließlich hatten er und seine Kameraden erst vor vier Wochen ein kleines Feuer im Inneren des leer stehenden Kaufhauses löschen müssen. Diesmal aber war es heftiger: Im hinteren Bereich des Gebäudes loderten meterhohe Flammen. Dunkler Rauch lag über der Innenstadt. Die Anwohner wurden übers Radio gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Straßen rund um das Hertie-Gebäude waren für Stunden gesperrt. Immer wieder waren Knallgeräusche zu hören: Im Innern explodierten Eternit-Platten. „Unsere Atemschutzgeräteträger mussten ihre Arbeit deshalb zwischendurch abbrechen“, sagte Lange.

Die Feuerwehr geriet bei diesem Einsatz personell an ihre Grenzen. Wegen der Herbstferien fehlten mehrere erfahrene Kameraden, unter ihnen auch Schleswigs Wehrführer Sönke Schloßmacher, der gerade Urlaub auf Teneriffa macht. Lange: „Wir haben heute gemerkt, wie dringend wir mehr Nachwuchs brauchen.“ Zur Unterstützung rückten die Wehren aus Fahrdorf, Busdorf, Jagel und Nübel aus. Insgesamt waren 85 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz.

Als in der Schleswiger Fußgängerzone gestern früh die Geschäfte öffneten, war der Brand weitgehend unter Kontrolle. Von außen sah das Kaufhaus nahezu unversehrt aus. Drinnen aber sind die Schäden erheblich. Decken sind teilweise eingestürzt. Die Vertreter des Immobilieneigentümers wollten sich gestern zu Einzelheiten nicht äußern. Die Polizei spricht von einem Sachschaden in sechsstelliger Höhe. Darin eingerechnet sind auch die acht ausgebrannten Autos. Sechs davon waren Dienstwagen der Nord-Ostsee-Sparkasse. Dazu Nospa-Sprecher Burkhard Lauritzen: „Wir glauben nicht, dass es ein gezielter Anschlag auf uns war.“ Der Parkplatz am Kleinen Baumhofsgang gehört der Sparkasse schon seit vielen Jahren. Er ist für jedermann zugänglich, Dienstfahrzeuge stehen dort nur selten. „Die Autos waren dort geparkt, weil unsere Tiefgarage gerade renoviert wird“, erklärte Lauritzen.

Daran, dass die Feuer auf Brandstiftung zurückgehen, zweifelt praktisch niemand. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun nach Hinweisen darauf, dass die drei Brände in einem Zusammenhang stehen.

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