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Schlei-Bote

12. Dezember 2017 | 04:27 Uhr

Mensch des Jahres : Boris Guentel

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Der Behindertensportler will andere dazu motivieren, an ihre Grenzen zu gehen.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2015 | 00:15 Uhr

Wenn man’s genau nimmt, ist Boris Guentel gar kein Kappelner. Zumindest lebt er nicht in der Schleistadt. Noch nicht. Im Herzen allerdings ist er seit seiner Zeit als Soldat in Olpenitz Kappelner geblieben. Und genau deshalb hat er, als er im Sommer seine Tour mit dem Handbike vom niedersächsischen Cloppenburg nach Kappeln antrat, gesagt: „Ich fahre zurück in meine alte Heimat.“ Seit einem unverschuldeten Autounfall vor mehr als 20 Jahren hat Guentel zäh für seine Gesundheit gekämpft. Nach einem Schlaganfall und zwei missglückten Operationen versagten dann jedoch 2005 seine Beine endgültig ihren Dienst, seitdem sitzt er im Rollstuhl. Sich seinen Einschränkungen einfach hinzugeben, war für ihn allerdings nie eine Option. Der frühere Hochleistungssportler wollte noch einmal etwas Großes, etwas eigentlich Unmögliches möglich machen. Monatelang hat Guentel mit seinem Handbike, das er an seinen Rollstuhl montiert, trainiert, hat Kilometer gerissen und ganz nebenbei gemerkt, dass das Handbiken auch seinem Körper gut tut. Anfang August startete er schließlich seine 301 Kilometer lange Herausforderung: Nach neun Stunden und 55 Minuten reiner Fahrzeit kam er am Kappelner Hafen an. Den Empfang nennt er heute noch „grandios“. Inzwischen hat er eine Handbiker-Gruppe in Cloppenburg gegründet, fördert den Austausch von Menschen mit Behinderungen und tut viel, um seinem eigenen Anspruch gerecht zu werden: Menschen mit körperlichen Einschränkungen dazu zu inspirieren, ihre Grenzen auszutesten. Und vielleicht sogar zu überschreiten. So wie Boris Guentel.

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