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Ostseeresort Olpenitz : Bootsbauer betrachten Marina mit Sorge

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Hiesige Werftbetreiber kritisieren geplante Größe der Schiffshallen im Ostseeresort Olpenitz.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die geplante Marina im Ostseeresort Olpenitz sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Nach der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung Anfang des Monats befand nun der Bauausschuss über die für die Marina erforderliche B-Plan-Änderung – und billigte diese am Ende mehrheitlich. Jedoch nutzten drei örtliche Yachtbetrieb-Inhaber die Sitzung, um ihre Sorgen erneut laut zu formulieren. Stein des Anstoßes bleibt – sowohl bei örtlichen Bootsbauern als auch bei Umweltverbänden – die geplanten Gesamtgröße der Marina mit Hallen mit einer Höhe von bis zu 22 Metern.

Die Abwägungstabelle, die dem Gremium nun vorlag, listete bereits die etwa vom Nabu Schleswig-Holstein oder der Interessengemeinschaft Umwelt (IGU) Anfang des Monats vorgebrachten Einwände auf. Frank Springer, Landschaftsarchitekt des gleichnamigen Planungsbüros, führte aus, dass aus diesen Stellungnahmen einzelne Anregungen auch übernommen worden seien. Beispiel: „Wir haben einen zwölf Meter breiten Anpflanzungsstreifen aufgenommen, um die entstehenden Bootshallen besser in die Umgebung einzubinden“, erklärte Springer. Zudem habe man einen am westlichen Rand des Planungsgebietes bereits vorhandenen Gehölzstreifen mit dem Prädikat „erhaltenswert“ versehen und will auch einen Wall bepflanzen. Diese Zugeständnisse gehen demnach auf Anregungen des Nabu zurück. Nicht gelten lassen wollte man dagegen den Anspruch des Nabu, den ehemals geplanten Erdhügel als einen Eingriff zu werten, der sich „so verträglich wie möglich“ in das Landschaftsbild einfüge. Der Nabu bezog sich mit dieser Formulierung auf eine von der Stadt getroffene Aussage. In der nun vorliegenden Tabelle ist seitens des Planungsbüros von einem damaligen „Abwägungsfehler“ die Rede, der mit dem B-Plan Nr. 65 korrigiert worden sei. Gabriele Peter, Mitarbeiterin der Landschaftsarchitekten GmbH BHF, erklärte nun: „Zwar fällt die Bebauung jetzt deutlich urbaner als bisher aus, aber auch der Hügel stellte eine erhebliche Beeinträchtigung der Landschaft dar.“

Von den anwesenden Bootsbauern ergriff danach Henning Mittelmann das Wort – und er lobte das Projekt zunächst. „Es macht Sinn, dass dort ein Yachthafen entsteht“, sagte Mittelmann. „Und es ist auch für uns erfreulich, wenn dadurch neue Kundschaft angelockt wird.“ Dann allerdings folgte die Einschränkung: Mittelmann sprach davon, dass die Flächen an Land und zu Wasser in Relation stehen müssten. „Es sollte keine Überkapazität an Land entstehen“, sagte er. Vielmehr solle beides im Gleichgewicht bleiben. Marina-Betreiber Thedje Ancker eröffnete dem Ausschuss seine Rechnung. „Was im Ostseeresort an Hallenfläche entsteht, entspricht dem, was derzeit in der ganzen Stadt vorhanden ist“, sagte Ancker. Sein Appell: „Ich bitte den Investor nur, das zu berücksichtigen, was der Markt auch tatsächlich braucht.“ Werftbetreiber Rolf Steckmest räumte ebenfalls ein, dass ihm die geplante Größenordnung der Marina „etwas Sorge“ bereite. „Wenn das so genehmigt wird“, sagte er, „wäre es schön, die Politik würde auch Erweiterungen der bestehenden Betriebe wohlwollend gegenüber stehen“. Und schließlich brachte Steckmest noch die Schleiterrassen ins Spiel, zu deren Planung ebenfalls Bootsstege gehören, die bei einer Gesamtbetrachtung mit zu berücksichtigen seien. Der amtierende Bürgermeister Rainer Moll griff den Hinweis auf, als er sagte: „Es ist nicht davon auszugehen, dass in Ellenberg eine riesige Marina entsteht und schon gar kein Winterlager.“ Norbert Dick übte danach grundsätzliche Kritik, als er die „massive Bebauung“ monierte. „In dieser Größenordnung halte ich das für ein Feriengebiet für völlig überzogen“, sagte der Grünen-Politiker.

Bauausschussvorsitzender Volker Ramge (CDU) stellte im Anschluss an diese Ausführungen klar, dass die vorgebrachten Bedenken auch noch in der Folgezeit wahrgenommen würden. Auch Landschaftsarchitekt Frank Springer betonte: „Sowohl die B-Plan-Änderung als auch der Umweltbericht befinden sich im Entwurfsstadium.“ Sollten sich nach der jetzt geplanten Auslegung gravierende Änderungen ergeben, könnten diese berücksichtigt und die Pläne erneut ausgelegt werden. Und Matthias Mau (CDU) machte auf einen Inhalt der Abwägungstabelle aufmerksam, aus dem hervorgeht, dass die Stadt einen weiteren Gesprächstermin mit den Planungsbeteiligten und den Umweltverbänden organisieren werde.

Bei einer Gegenstimme billigte der Ausschuss danach den Entwurf der fünften B-Plan-Änderung samt Umweltbericht und wird beides nun öffentlich auslegen.

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