Kappeln : Böser Wolf mit Raucherhusten

Können auf das Ergebnis stolz sein: Viel Zeit und Mühe steckten Lara-Sophie Petersen, Jonna Jaich, Musiker Finn-Niklas Fust, Femke Struve, Lina Martens, Lehrerin Henrike Reinckens, Wettbewerbsbeauftragter Kjell Richter und Niklas Melson (v. li.) in das Anti-Raucher-Film-Projekt. Auf dem Foto fehlen Jonah Bierlein und Mats Detlefsen.
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Können auf das Ergebnis stolz sein: Viel Zeit und Mühe steckten Lara-Sophie Petersen, Jonna Jaich, Musiker Finn-Niklas Fust, Femke Struve, Lina Martens, Lehrerin Henrike Reinckens, Wettbewerbsbeauftragter Kjell Richter und Niklas Melson (v. li.) in das Anti-Raucher-Film-Projekt. Auf dem Foto fehlen Jonah Bierlein und Mats Detlefsen.

Klasse 7 a der Klaus-Harms-Schule nimmt mit dem Film „Smokekäppchen“ am Wettbewerb „Be smart – Don’t start“ teil.

shz.de von
05. Mai 2018, 12:00 Uhr

Kappeln | „Aber Großmutter, was hast du für schrecklich gelbe Zähne?“, sagt Rotkäppchen am Bett der Großmutter. In diesem Moment will der böse Wolf sich im Bett aufrichten und das Mädchen verschlingen, aber der Raucherhusten schüttelt und die Lunge schmerzt ihn so sehr, dass er erschöpft in die Kissen zurück sinkt.

„Smokekäppchen“ heißt das Anti-Raucher-Märchen, das die Klasse 7 a der Klaus-Harms-Schule filmisch umgesetzt hat. „Die ganze Klasse hat ordentlich dabei geholfen, aber der Film ist eigentlich ein Projekt von sieben Schülern“, erklärt Kunstlehrerin Henrike Reinckens. Und die haben sehr viel Zeit und Mühe investiert um am Ende den Film nicht nur ihren Mitschüler an dem Gymnasium zu präsentieren, sondern ihn auch bei dem Wettbewerb „Be smart – Don’t start“ einzureichen.

Der bundesweite Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen fand bereits zum 21. Mal statt. Die Klasse von Klassenlehrer Michael Bürger entschloss sich am Kreativwettbewerb teilzunehmen. Kreativ? Das passte gut in den Kunstunterricht. „Als die Entscheidung, da mitzumachen fiel, stellten wir gerade „Sagen aus Angeln“ als Schattentheaterstücke her. Da bot es sich an, diese Gestaltungsform auch für den Wettbewerbsbeitrag zu nutzen“, beschreibt die Kunstlehrerin. Der Nachhaltigkeit wegen, sollte das Theaterstück als Film festgehalten werden. Aber schnell stellte sich heraus, dass das „mal so nebenbei“ mit 27 Schülern nicht umzusetzen war. So bildetet sich die Projektgruppe, die sich das Märchen „Rotkäppchen“ der Gebrüder Grimm als Grundlage nahm und zum „Smokekäppchen“ umschrieb. „Wir haben viel reingesteckt und nachmittags viele Stunden in der Schule verbracht“, berichtet Lina Martens. Texte mussten zugeteilt, eingesprochen und aufgenommen werden. Teilweise filigrane Figuren wurden gezeichnet und ausgeschnitten. Dann begannen die Dreharbeiten. „Wir haben gespielt – aber nicht nur einmal“, so Lina weiter. „Am Ende haben wir alles mit Musik unterlegt und Geräusche eingespielt“, ergänzt Femke Struve. Mit dabei war auch Finn-Niklas Fust aus der elften Klassenstufe, der die Musik dazu komponierte, und Michael Gerasch, der professionell für die filmische Umsetzung sorgte. „Ich weiß nicht, wie viele Stunden wir daran gearbeitet haben“, sagt Reinckens und lobt den Ideenreichtum und die Hilfsbereitschaft der Schüler. „An so manchem Abend drohte die Alarmanlage der Schule loszugehen und besorgte Eltern klopften an die Scheiben“, sagt sie und lacht.

Herausgekommen ist ein unterhaltsamer achtminütiger Film mit einem bösen Wolf, der vehement versucht, dem Rotkäppchen Zigaretten anzudrehen, damit aber sowohl bei dem Mädchen als auch bei ihrer Großmutter auf Granit beißt. Am Ende geht das Märchen aber gut aus: „So lebten alle gesund und glücklich bis in ihr hohes Alter. Und fortan ist niemals mehr in einem Märchen geraucht worden.“ Der Film ist bei YouTube zu sehen: einfach unter dem Stichwort „Smokekäppchen“ suchen.

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