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Besuch in Nordkorea : Blick hinter den Eisernen Vorhang

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Detlef Szech aus Sörup wagte sich gemeinsam mit seinem Bruder Jochen auf eine Reise in das kommunistische Nordkorea.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2013 | 18:10 Uhr

Es sind unterschiedliche, ja verwirrende Zeichen, die aus Nordkorea, dem letzten stalinistischen Land, gen Westen dringen. Nordkorea möchte sich dem westlichen Tourismus öffnen. Kommen derzeit 300.000 Touristen im Jahr, soll diese Zahl in zehn Jahren verzehnfacht werden.

Jochen Szech hat diese leisen Töne des Wandels vernommen. Der gebürtige Söruper betreibt in Hamburg ein Reisebüro mit dem Schwerpunkt Ostasien-Reisen. Um sie durchführen zu können, ist er mit den Botschaften, auch der von Nordkorea, und Reiseveranstaltern dieser Länder gut vernetzt. Sein Bruder Detlef hat im Söruper Gemeindehaus ein Fotostudio. Vor einigen Wochen rief ihn nun Bruder Jochen an, ob er nicht Lust und Zeit hätte, mit nach Nordkorea zu reisen. Er werde mit einer kleinen Gruppe von Reiseveranstaltern das Land besuchen und hätte ihn gern als Fotograf dabei. Detlef Szech nahm das Angebot an. Es blieb aber wenig Zeit zur Vorbereitung, um ein Visum zu beantragen und Infos über Land und Leute zu beschaffen. Die Reise führte über Kopenhagen nach Peking, dort wechselte die Gruppe auf eine Maschine der Nordkoreanischen Staatsflotte Air Koryo.

Der erste Eindruck von Nordkorea: „Als die Maschine in der Dunkelheit in Peking abhob, war unter uns ein Lichtermeer, aber als wir die Grenze zu Nordkorea überflogen, gab es nur noch Dunkelheit“, berichtet Detlef Szech. Wer jemals die innerdeutsche Grenze überschritten hat, könne nachvollziehen, was sich auf dem Flugplatz der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang bei der Einreise abspielte. „Aber alles in sehr freundlichem Ton“, erinnert sich Szech. Bei der Einreise seien alle Handys kassiert und die Seriennummern registriert worden. Am Flughafen könne man nordkoreanische Sim-Karten kaufen – aber der Schalter sei geschlossen gewesen. Also konnte niemand telefonieren oder ins Internet gehen. Land und Leute seien aber auf jeden Fall eine Reise wert, da seien sich die Reiseteilnehmer aus Deutschland einig gewesen. Wunderschöne Landschaften und Tiere, die bei uns völlig unbekannt sind, interessante Essgewohnheiten. Das Sitzen im Schneidersitz sei gewöhnungsbedürftig, auch die Speisen und ihre Zubereitung seien etwas für Menschen, die Lust haben, Neues zu entdecken, sagt Szech. Wie immer bei Reisen in den kommunistischen Machtbereich werde aber der Kontakt zu den Einheimischen auf ein Minimum begrenzt. Gezeigt werde Besuchern die Schokoladenseite des Landes.

Da in Nordkorea einer der vielen Nationalfeiertage zu Ehren der Kim-Dynastie begangen wurde, hat die Reisegruppe laut Szech einen „atemberaubenden“ Aufmarsch von Hundertausenden Menschen in einem Stadion, mit sportlichen Massenvorführungen, erlebt. Ein besonderes Ereignis war der Besuch von Panmunjeom. Dort wurde 1953 der Waffenstillstand zwischen Nord- und Südkorea besiegelt. Noch heute finden in der Baracke, durch deren Mitte die Grenze verläuft, Verhandlungen statt. Das Gelände ist von beiden Seiten für Besuchergruppen zugänglich. Die Reisegruppe konnte auch mit einem hochrangigen Tourismusfunktionär sprechen – der das Interesse Nordkoreas an deutschen Touristen verdeutlichte.

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