Blech-Polizist Paul als Mahner und Warner

Die Idee von Klaus Janelt (Mi.), den Blech-Polizisten „Paul“ aufzustellen finden Sönke Johannsen (li.) und dessen Ehefrau Inken (r.) gut.
Die Idee von Klaus Janelt (Mi.), den Blech-Polizisten „Paul“ aufzustellen finden Sönke Johannsen (li.) und dessen Ehefrau Inken (r.) gut.

Vom Schrottplatz gerettet, steht die Figur jetzt am Johannsen-Wall in Steinbergkirche

shz.de von
17. Oktober 2013, 00:34 Uhr

In Lebensgröße steht er auf einem privaten Wall an der Ecke Mühlenfeld/Gintofter Straße in Steinbergkirche: „Paul“ der Polizist. Freundlich schaut er drein, der Mann aus Blech in grüner Form. Er hat seine rechte Hand mahnend in die Höhe gestreckt und das signalisiert „Vorsicht“. Solche Blech-Polizisten wie Paul gab es einst vielerorts an Fußgängerüberwegen. Doch irgendwie sind sie aus der „Mode“ gekommen, stattdessen stehen heute überall Schilder, die alles regeln.

Wenn „Paul“ auch ein stummer Polizist ist, so zeigt seine Präsenz auf dem Grundstück von Inken und Sönke Johannsen doch Wirkung, ist für die, die ihn von der Straße von Gintoft kommend, erblicken, zu einem Aha-Erlebnis mit nostalgischem Touch geworden.

Dafür hat der 64-jährige Klaus Janelt aus der Kanonenstraße, Vater von Inken Johannsen und Schwiegervater von deren Mann Sönke, gesorgt. Der einstige Soldat kann nichts wegwerfen, er sammelt und bewahrt auf, was andere für wertlos erachten.

„Papa, ich habe einen Polizisten aus Husby im Kofferraum“, mit diesen Worten schneite vor gut einem Jahr Sohn Kim Janelt ins elterliche Haus. Vaters Interesse war geweckt und so kam der auf den Namen „Paul“ getaufte Wachtmeister wieder zurück ans Tageslicht – er hatte auf einem Schrottplatz ein nicht mehr beachtetes Dasein gefristet. Zunächst einmal galt es für Klaus Janelt, wie er erzählt, den Polizisten zu reparieren: „Der war misshandelt worden.“ „Pauls “ Kopf, nur mit einem Scharnier befestigt, klappte, kam man dagegen, nach hinten weg. Janelt: „Der war ganz offensichtlich für Zielwerfen benutzt wurden.“

Kein Zustand, befand Janelt und behob den Schaden, stellte den Polizisten zunächst vor seinem Haus in der Kanonenstraße auf. Doch da kam er nicht so recht zur Geltung, fand nur wenig Beachtung. Deshalb schloss er sich mit Tochter Inken und deren Mann Sönke im Mühlenfeld kurz – und die waren damit einverstanden, dass der Blechmann bei ihnen zu sichtbaren Ehren kommt.

Nun steht „Paul“ also auf dem Wall mit einem Uralt-Fahrrad – ein Gefährt, mit dem besagter Polizist einst seine Runden drehte. „Paul“, erzählt Klaus Janelt, gab es nach dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich. Der wohnte in Westerholm und hatte ganz schnell den Spitznamen „Kattenoog“ weg – weil er die Funktionsfähigkeit der Katzenaugen-Fahrräder ganz besonders im Visier hatte. So ist auf dem Johannsen-Wall ein Stück zur Vorsicht mahnende Vergangenheit lebendig geworden.

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