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Amtseinführung im Schleswiger Dom : Bewegende Zeremonie für Bischof Magaard

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

„Ein wichtiger Tag für die Nordkirche“: Bischof Gothart Magaard wird mit einem festlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt.

von
erstellt am 08.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Gerhard Ulrich machte keinen Hehl daraus, dass die Schleswiger in den vergangenen Jahren wenig hatten von ihrem Bischof. Dass er selbst als Stelleninhaber meist woanders sein musste – nämlich um die neue Nordkirche zu organisieren –, „das war den Menschen nur mit Mühe zu erklären“, räumte Ulrich am Sonnabend vor mehr als 600 Gästen im vollbesetzten St.-Petri-Dom ein. „Nun, liebe Schleswiger, ist die Sache wieder klar gezogen“, sagte er, um mit einem Lachen hinzuzufügen: „Jetzt müsst Ihr nur noch dafür sorgen, dass Ihr wieder ein Theater bekommt.“

Als Leitendem Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) war Ulrich die Ehre zuteil geworden, seinen Nachfolger als Bischof des Sprengels Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, mit einem festlichen Gottesdienst in sein Amt einzuführen. Seit Anfang Mai war der
58-Jährige zwar schon formell im Amt. Nun aber erhielt Magaard das Bischofskreuz auch offiziell überreicht.

Es war ein bewegender Moment, als mehr als 100 Geistliche – vorwiegend aus den Gemeinden des Sprengels, aber auch aus Dänemark und einer Partnerdiözese in Tansania – zu Beginn des Gottesdienstes in den Dom einzogen, um der ehrwürdigen Zeremonie beizuwohnen. „Dies ist ein wichtiger Tag für die Nordkirche“, sagte Ulrich in seiner Predigt an die teils hochrangigen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewandt. „Für die Gestalt unserer Kirche ist es von Bedeutung, dass die Sprengel sichtbar sind. Und dafür sind jene wichtig, die geistlich leiten, Gesicht zeigen.“ Ulrich betonte, dass sich Magaard in seinen bisherigen Ämtern mit seiner Offenheit und Klarheit Respekt und Anerkennung erworben habe – etwa als Bischofsbevollmächtigter oder als Beauftragter der Kirche beim Land Schleswig-Holstein. In einer persönlichen Note brachte Ulrich zudem seine Freude darüber zum Ausdruck, dass Magaards Frau Claudia nach ihrem Umzug von Preetz nach Schleswig dort schnell eine Stelle als Lehrerin gefunden hat.

Magaard sieht als Herausforderungen unter anderem, Zukunftsperspektiven für das Leben in den ländlichen Räumen zu entwickeln, die wachsende Armut zu bekämpfen und die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Der Bischof sprach von einer „Kirche im Aufbruch“. „Sie verändert sich um Gottes, und das heißt: um der Menschen willen. Zögern und Zaudern sind darum unangebracht“.

Ministerpräsident Torsten Albig nannte die Nordkirche in seinem Grußwort eine wichtige Partnerin der Landesregierung. „Wir brauchen die Unterstützung der Kirchen, und wir brauchen ein konstruktives Miteinander.“ Wie zuvor Magaard betonte auch Albig, dass es ein Gebot christlicher Nächstenliebe sei, den verzweifelten Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten in Syrien oder dem Irak zu helfen. „Sie sollen sich bei uns zu Hause fühlen.“

Der Festtag klang bei einem Empfang in der A.P-Møller-Schule aus.

 

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