zur Navigation springen

Gemeinde Damp : Betreuer für Asylbewerber händeringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im ehemaligen Hotel Alte Dorfschmiede sollen 25 Flüchtlinge untergebracht werden. Sie brauchen Unterstützung.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 12:30 Uhr

„Uns ist allen sehr wohl bewusst, dass es keine Wirtschaftsflüchtlinge sind, die zu uns kommen, sondern Menschen, die um ihr Leib und Leben gefürchtet haben.“ Horst Böttcher, Bürgermeister (SPD) der Gemeinde Damp, brachte es im Rahmen der Gemeindevertretersitzung auf den Punkt. Eigentlich standen auf der Tagesordnung der Sitzung in der Außenstelle des Amtes Schlei-Ostsee im öffentlichen Teil nur wenig Tagesordnungspunkte mit eher formalem Inhalt, sodass ein Freiraum für besondere Themen vorhanden war. Diesen nutzten der Ordnungsamtsleiter des Amtes, René Kinza, und Bürgermeister Böttcher, um die Gemeindevertreter über das Flüchtlingsproblem zu informieren.

Aufgrund der steigenden Zahl der Asylbewerber, die nach Deutschland kommen, wurde die Zuweisungsquote sowohl für das Land als auch den Kreis Rendsburg-Eckernförde erhöht. Dementsprechend muss auch das Amt Schlei-Ostsee mehr Flüchtlinge aufnehmen. Zurzeit sind zwölf Personen aus Syrien und dem Irak in der Gemeinde Damp untergebracht. In den nächsten Monaten rechnet Kinza mit 66 Menschen, für die im Amtsgebiet Unterbringungsmöglichkeiten gefunden werden müssen. Eine dieser Möglichkeiten ist das ehemalige Hotel Alte Dorfschmiede in Vogelsang-Grünholz, das das Amt angemietet hat. Dort können nach Aussage Kinzas bis zu 25 Flüchtlinge untergebracht werden.

Bürgermeister Horst Böttcher betonte, dass es sich hier um menschliche Schicksale handele, die niemanden unberührt lassen dürften. So seien eine Mutter und ihr Kind auf der Flucht vom Rest der Familie getrennt worden und wüssten nichts über deren Verbleib. Eine andere Frau leide derart heftig unter Heimweh, dass sie stationär in einer Klinik aufgenommen worden sei.

Um eine Betreuung der Asylbewerber zu gewährleisten, werden noch freiwillige Bürger gesucht, die sich auf ehrenamtlicher Basis um die Menschen kümmern – sei es als Kontaktperson für ein Gespräch, als Hilfe beim Einkaufen, als Begleitung zum Arzt oder als Hausaufgabenhilfe für die Kinder. Wer Interesse hat, meldet sich im Amt bei René Kinza (Tel. 0 43 51 / 73 790) oder bei Bürgermeister Horst Böttcher (Tel. 0 43 52 / 52 02).

Das Entdeckerbad soll verschönert werden. Damit reagiert die Gemeinde auf die vermehrte Kritik von Badbesuchern, die das Innere im Vergleich zum Aqua Tropicana als zu steril empfanden. Auf der Südwand soll ein dreidimensionales Panoramabild von Haithabu entstehen. Um dem Raum zusätzliches Flair zu geben, sollen heimische Pflanzen und ein Schilfgürtel platziert werden. Ein Abschleifen des Fußbodens und ein anschließendes Versiegeln sind in der Revisionswoche im November geplant, wenn das Bad für die Öffentlichkeit geschlossen ist.

Im nichtöffentlichen Teil beschlossen die Gemeindevertreter die Beauftragung der Bauleistung zur Erweiterung des Kindergartens Damp. 19 Gewerke, von Elektroarbeiten über Dachdeckerarbeiten bis zu Statik und Bodengutachten, waren zu vergeben. Die Kosten des gesamten Projekts einschließlich der Container für die vorübergehende Unterbringung der Kinder belaufen sich auf 550.000 Euro. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, die Aufträge zu erteilen.

Anfang November erfolgt der Abriss des Ganges um das u-förmige Gebäude. Geplant sind der Bau eines weiteren Gruppenraumes für maximal 20 Kinder mit Anbindung an den Altbestand, ein Aufenthalts- und Sanitärraum für Mitarbeiter, ein Büro für die Leitung und die Anbringung eines Daches, sodass Hof und Atrium auch bei Regen genutzt werden können.

Die Übergabe ist Ende August 2015 vorgesehen. Dann können rund 80 Jungen und Mädchen in fünf Gruppen in Damp betreut werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert