Rezeptwettbewerb : Bester Heringsteller kommt aus Pommern

Matjesfilet, Kresse, Meerrettich, Kartoffel-Gemüse-Plätzchen und Wodka – das ist der Sieger.
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Matjesfilet, Kresse, Meerrettich, Kartoffel-Gemüse-Plätzchen und Wodka – das ist der Sieger.

Das Team „Rodzina Villbrandt“ gewinnt den diesjährigen Rezeptwettbewerb. Der „Gruß aus Ustka“ soll nun kreisweit in der Gastronomie zu haben sein.

shz.de von
20. Juni 2014, 07:30 Uhr

Der Ideenwettbewerb für den besten Heringsteller hat seinen ersten Gewinner. Schon bei der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Heringstage hatte die Heringskönigin 2013, Sabine Mau, den Namen des Siegers verkündet – jetzt folgte die Preisübergabe. Und das siegreiche Rezept verspricht ein frisch-sommerliches Gericht zu sein. Und zwar eines, das im Idealfall bald im ganzen Kreisgebiet serviert wird.

„Rodzina Villbrandt“ ist der Name des Gewinnerteams, aus dem Polnischen übersetzt heißt das „Familie Villbrandt“: Dahinter stecken die drei Geschwister Helga Lorenzen, Irene Bartelsen und Armin Villbrandt. Die beiden Erstgenannten sind im früheren Pommern geboren, und auch das Rezept ist Teil der Familie und trägt den vielsagenden Namen „Gruß aus Ustka“. Die polnische Partnerstadt Kappelns ist gerade mal 20 Kilometer von der früheren Heimatstadt der Villbrandts entfernt. Das Foto, das Helga Lorenzens Sohn Malte vom zubereiteten „Gruß aus Ustka“ geschossen hat, zeigt zwei mit Kresse garnierte Matjes-Röllchen, dazu mit Meerrettich angemachten Spitzkohl, knusprig gebratene Kartoffel-Gemüse-Plätzchen und einen sahnigen Rahm-Frischkäse-Dip. Im Hintergrund glitzert ein Glas Wodka in der Sonne.

Es war das Heringskönigspaar des Jahres 2012, Marta Kraft und Michael Hucke, das den Heringsteller-Wettbewerb ins Leben gerufen und einen getöpferten „Kappeling“ als Wanderpokal gestiftet hatte. Die Premiere allerdings – noch als Wettstreit mit Vorkochen ausgerufen – scheiterte, weil sich zu wenig Menschen fanden, die sich beteiligen wollten. Die Macher, inklusive des Geschäftsführers der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK), Jürgen van Schöll, hielten dennoch an der Idee fest – und wurden bei der zweiten Auflage belohnt. Allerdings verzichtete man aufs Vorkochen, eine Jury bewertete ausschließlich Rezepte – unter anderem nach Schwierigkeitsgrad, Ideenreichtum der Produkte oder Vorbereitungsaufwand. Sabine Mau erklärt: „Das Gericht sollte nicht zu kompliziert, die Zutaten sollten nicht zu exotisch sein. Schließlich will man es ja zu Hause auch nachkochen können.“ Dabei wollten in diesem Jahr acht Einsender mitmachen. Immer noch nicht genug für Jürgen van Schöll. „Aber“, sagt er, „genug, um es dieses Mal durchzuziehen“. Und vor allem die Rückmeldungen der Teilnehmer gaben den Organisatoren Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Sabine Mau betont, dass sämtliche Koch-Teams ihre Freude an der Aktion kundgetan hätten.

Eigentlich hatte „Rodzina Villbrandt“ schon beim ersten Mal mitmachen wollen, und auch jetzt wären sie einen Schritt weitergegangen. Irene Bartelsen sagt: „Wir hätten auch vorgekocht.“ Vielleicht ergibt sich die Chance ja im nächsten Jahr. Van Schöll berichtet nämlich, dass die amtierende Heringskönigin Ramona Strüven den Wettbewerb gerne weitertragen möchte. Und auch Initiator Michael Hucke wünscht sich, das Vorkochen, das in lockerer Atmosphäre stattfinden kann, nicht völlig aus den Augen zu verlieren.

Allen acht Teilnehmern hat Sabine Mau eine süße Erinnerung spendiert, eine große Schokoladentafel als Dankeschön. Das Siegerteam freut sich zudem über ein Candlelight Dinner im Hotel „Stadt Kappeln“, gesponsert von der Kappeln Kundenkarte GbR. Und die gerade abgelöste Heringskönigin zeigte sich wie so häufig in ihrer Amtszeit großzügig und erweiterte das Candlelight Dinner um je eine Begleitperson für jeden aus dem Siegerteam. Der „Gruß aus Ustka“ soll derweil mit Hilfe der Dehoga seinen Siegeszug durch das Kreisgebiet antreten. Die WTK wird das Rezept der Gastronomie zur Verfügung stellen, außerdem Menü-Einleger verteilen. Und so könnte der Heringsteller 2014 schon bald für 12,50 Euro in Schafflund, Schleswig oder Norderstapel zu haben sein. Für diesen Fall kündigt Helga Lorenzen schon mal an: „Das bestellen wir dann – um rauszufinden, wie es andere zubereiten.“

Und vielleicht kann „Rodzina Villbrandt“ im nächsten Jahr selber für einen Nachfolger auf den Speisekarten im Kreis sorgen. Armin Villbrandt jedenfalls meint es durchaus ernst als er sagt: „Wir fühlen uns verpflichtet, den Titel zu verteidigen.“

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