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Wünsche der Kappelner : Bessere Radwege stehen weit oben

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Wenn es um die Verwendung der Einnahmen aus den Parkgebühren geht, haben die Bürger einige ganz konkrete Vorstellungen.

Seit einer gefühlten Ewigkeit geistert das Wort „Prioritätenliste“ durch die politischen Gremien dieser Stadt. Wenn es nämlich darum geht, das eingenommene Geld aus den Parkgebühren, das derzeit im Eigenbetrieb Parken darauf lauert, ausgegeben zu werden, tatsächlich zu investieren, ist eigentlich nur eines klar: Es soll in die Verkehrsinfrastruktur fließen. Die Fraktionen sind nach einigem Hin und Her derzeit damit beschäftigt, ihre jeweiligen Prioritätenlisten abzugleichen. Während also die Politik diskutiert, bleibt eine Frage offen: Wie sieht die Prioritätenliste der Kappelner Bürger aus? Was sollte nach ihrem Willen mit dem Geld geschehen?

Horst Albrecht legt etwa als Vorsitzender des Seniorenbeirats Wert auf behindertengerechte Überwege über das Kopfsteinpflaster. „Das Kopfsteinpflaster ist schön anzusehen, aber für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen nur sehr beschwerlich zu passieren“, sagt er. Zu einem „vernünftigen“ Überweg gehört für Albrecht aber auch die Versetzung der Ampel in der Wassermühlenstraße auf Höhe des Rathauses. Verbesserungswürdig seien auch die Fußgängerwege in der Konsul-Lorentzen-Straße oder Mühlenstraße. Hier gebe es die eine oder andere unebene Stelle oder auch mal einen losen Stein. Auch der Ausbau des Radweges in Ellenberg bis hin zur Verbindung mit dem Ostseeküstenradweg ist für Albrecht ein Thema, genauso der Ausbau des Behelfsparkplatzes an der Wiker Straße. „Wir haben unsere Themen eingereicht, mal sehen was dabei rauskommt“, sagt der Seniorenbeiratsvorsitzende.

Den Behelfsparkplatz hat auch Dieter Clausen im Blick, schlägt vor, ihn auszubauen und bei Veranstaltungen gegen Gebühr das Parken zu erlauben – sonst solle der Platz kostenfrei genutzt werden – „dann können die Leute ohne Zeitdruck in der Stadt unterwegs sein“, sagt der Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Ganz oben auf seiner persönlichen Prioritätenliste siedelt Clausen allerdings Instandhaltungsarbeiten an Straßen, Rad- und Wanderwegen sowie öffentlichen Plätzen an. „Manchmal geht es nur darum, einen schiefen Polder wieder aufzurichten“, sagt er. „Das kann man schon mit kleinem Geld tun.“ Etwas mehr müsste man vermutlich für die „grundlegende Veränderung“ des Deekelsenplatzes in die Hand nehmen – auch ein Wunsch von Dieter Clausen, der dabei gerne den Bürgerbrunnen mit eingebunden sehe. „Und wenn dann noch was übrig ist“, sagt er, „kann das gerne dem Heringszaun zugute kommen“.

Etwas gänzlich Anderes hat derweil der Kappelner Wilfried Zetzsche im Blick. „Kappeln ist doch eine geschichtsträchtige Stadt“, sagt der 40-Jährige. „Es wäre schön, wenn man die Historie etwas präsenter machen könnte.“ Zetzsche stellt sich dabei kleine Hinweistafeln an bedeutenden Gebäuden vor – „es muss ja kein hochglanzpolierter Edelstahl sein“. Aber zumindest etwas, das Touristen und Einheimischen die Geschichte ihrer Stadt nützlicher veranschaulicht. Sarah Stünkel wünscht sich derweil einen besser ausbauten öffentlichen Nahverkehr. Gerade am Wochenende sei es schwierig, mit dem Bus von den Bahnhöfen in Süderbrarup oder Eckernförde nach Kappeln zu gelangen, so die Erfahrung der 27-Jährigen. „Schön wäre eine Busverbindung, die häufiger, länger und flexibler fährt“, sagt die Kappelnerin. Und auch für den Bürger Horst Friemann ist klar, wofür die Parkgebühren ausgegeben werden sollen. „Die sollen mal die Radfahrwege in Olpenitz ausbauen und verbessern“, meint er.

Die Radwege stehen für Ingwer Hansen ebenfalls ganz oben auf der Liste. Neben einer „deutlichen Verbesserung“ plädiert der Vorsitzende des Touristikvereins für abschließbare Parkgaragen für Fahrräder, denn: „Jeder Radfahrer macht einen Parkplatz für einen Autofahrer frei“, sagt er. Freuen würde sich Hansen zudem über eine Aufwertung des Weidefelder Strandes, spricht von barrierefreien Übergängen und einer Promenade bis nach Schönhagen. Und dann hat er noch eine grundsätzliche Idee: „Ich wünsche mir, dass jährlich ein fester Betrag von einer kleinen Expertengruppe verantwortet und ausgegeben wird.“

Helga Thurau erinnert daran, dass mit den Parkgebühren ursprünglich zusätzliche Parkflächen finanziert werden sollten. „Da haben die Geschäfte auch etwas davon. Nun ist das aufgeweicht worden. Doch man sollte man den Parkplatz nicht aus den Augen verlieren“, so die Geschäftsfrau. Generell ist Thurau für Maßnahmen, die die Innenstadt weiterbringen, wie etwa die Verschönerung des Deekelsenplatzes. „Vieles ist einfach nicht mehr zeitgemäß ist“, sagt sie. Die stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftskreises Pro Kappeln ist sich sicher, dass von Verschönerungen für die Innenstadt auch die Außenbezirke profitieren werden. Zudem hofft sie, dass wegen des bevorstehenden Wahlkampfes kein Stillstand eintritt – denn: „Wir warten schon so lange.“

 

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erstellt am 11.Apr.2015 | 08:00 Uhr

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