Berufsschule baut Netzwerk aus

Außenstelle schließt Kooperationsvertrag mit der Cremilk ab

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08. Mai 2015, 16:45 Uhr

Künftig wollen die Kappelner Außenstelle des Berufsbildungszentrums (BBZ) Schleswig und das Unternehmen Cremilk verstärkt zusammenarbeiten. Beide Partner besiegelten das Vorhaben mit einem Kooperationsvertrag, der von Cremilk-Geschäftsführer Jens Ramsl, Hans-Hermann Henken, Leiter des Schleswiger BBZ, und dem Kappelner BBZ-Außenstellenleiter Uwe Schürch, jetzt unterschrieben wurde. Es ist, nach der Nospa und der Debeka, bereits der dritte Kooperationsvertrag, den das BBZ mit Firmen in Kappeln abschließt. Erklärtes Ziel ist, den Schülern den Ausbildungsbetrieb im Laufe der Schulzeit auf unterschiedliche Weise vorzustellen, verbunden mit der konkreten Hoffnung, dass sich dann einige auf die vorhandenen Ausbildungsplätze bewerben.

Zur Vertragsunterzeichnung fand sich indes eine bemerkenswert große Runde ein: Neben Schürch, Henken und Ramsl waren der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Schleswig, Stefan Wesemann, Tanja Sandring, Fachberaterin der IHK und der Handwerkskammer Flensburg für das Projekt Schule-Betrieb, Kevin Hessmann, zuständig für den Personalbereich bei der Cremilk, und Christian Klauke, Cremilk-Produktionsleiter, dabei. Und Henken nutzte die Gelegenheit, um das BBZ mit rund 4000 Schülern als „größte Schule im Kreis Schleswig-Flensburg“ vorzustellen. Den Vertrag sah er als Chance, die ohnehin guten Kontakte zu den Betrieben und der Wirtschaft weiter zu intensivieren.

Cremilk-Geschäftsführer Jens Ramsl erinnerte daran, dass die Cremilk überproportional ausbildet und deshalb gerne die Schulabgänger in der Region ansprechen möchte. Derzeit bildet das Unternehmen 22 Azubis aus. Da die Schulabgänger zum großen Teil nicht genau wüssten, was sie später machen möchten, sei es gut, wenn sie rechtzeitig die notwendigen Informationen für eine mögliche Ausbildung erhalten. Die Zusammenarbeit von BBZ, IHK und Betrieben biete dafür gute Chancen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, erklärte Jens Ramsl.

IHK-Geschäftsstellenleiter Stefan Wesemann sieht die IHK in der „Landespartnerschaft Schule und Wirtschaft“ als Vermittler zwischen Wirtschaft und Schule. Das werde, so Wesenmann, künftig wichtiger, da Hochrechnungen prognostizierten, dass in 15 Jahren im Kreis bis zu 10  000 Fachkräfte fehlen. „Damit das nicht zur Katastrophe führt, muss man sich rechtzeitig darum kümmern“, appellierte der Mann von der IHK. Und: „Der Vertrag soll ausdrücken: Wir brauchen Mitarbeiter für morgen.“ IHK-Fachberaterin Tanja Sandring präsentierte Zahlen, die diesen Anspruch weiter unterstützen sollen: Demnach wurden bis heute über 800 Kooperationsverträge im Rahmen der „Landespartnerschaft Schule und Wirtschaft“ zwischen Schule und Wirtschaft geschlossen, 360 davon im Kreis Schleswig-Flensburg.

In dem neuen Vertrag zwischen BBZ und Cremilk erklären beide Vertragsparteien, dass sie den Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern möchten. Das Kappelner Unternehmen bietet Ausbildungs- und Studienplätzen als Informatikkaufmann/-frau, als Industriekaufmann/-frau, Milchwirtschaftlicher Laborant, Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker, Fachkraft für Lagerlogistik, Betriebstechnik und Lebensmitteltechnik und das duale Studium zum Bachelor in den Fachrichtungen Lebensmitteltechnologie, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieur an. Im BBZ können die Schüler alle Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur Hochschulreife erlangen.

In dem Kooperationsvertrag wird eine sogenannte Lernpartnerschaft angestrebt. Während das Unternehmen die Jahrgangsstufen 11 und 12 über Ausbildungsberufe bei der Cremilk auf unterschiedliche Art und Weise informieren will, wird die Schule der Cremilk den Kontakt zu Schülerinnen und Schülern ermöglichen und Vertreter des Betriebs zu schulischen Veranstaltungen einladen. Der Kooperationsvertrag soll für unbestimmte Zeit gelten.

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